Gedankengewitter, 23.07.2013

Guten Abend, liebe Welt.

Das heutige Gewitter – oder sagen wir, das vollkommen harmlose, leichte Grummeln in der Ferne – hat mich in eine philosophische Stimmung gebracht.

Ich liebe es, mich bei Gewitter einzukuscheln, mir das Spektakel am Himmel anzuschauen und zuzuhören. Nun gut, für einkuscheln ist es aktuell etwas zu warm, aber dennoch… ich gebe zu, ich bin etwas enttäuscht, dass die angekündigte Wetterfront (mal wieder) an mir vorbei gezogen ist. Nicht mal einen ordentlichen Schauer hat es gegeben, den die Erde wirklich dringend brauchen könnte!

Diese Naturgewalt erfüllt mich mit Erfurcht. Außerdem verbinde ich so schöne Erinnerungen damit. Früher, wenn es am Abend gewittert hat, haben meine Eltern mich und meinen Bruder auf unsere Pergola geholt. Dafür durften wir sogar noch einmal aufstehen, falls wir schon im Bett lagen ( alleine das hat mich mit kribbeliger Aufregung und Freude erfüllt). Dann haben wir die Jalousien hochgezogen und durch die offene Front (die nicht durch Glasscheiben verschlossen war) genau dort in den Himmel gucken gönnen, von wo für gewöhnlich unser Wetter kam. Dazu gab es im Sommer dann noch ein Eis, und wir fühlten uns alle wie bei einem unglaublich privaten, ergreifenden und so ursprünglichen Kinobesuch. Bei der Erinnerung bekomme ich noch immer eine Gänsehaut.
Auch spätere unschöne Erlebnisse mit einem Gewitter (einmal überquerte ich zum Beispiel einen großen Platz, als dort ein unglaublich heller Blitz einschlug – ich war richtig geblendet und ängstlich und zittrig) haben dieses wohlige Gefühl nie verdrängt.

Ein Freund sagte mir einmal: Ein Streit ist wie ein klärendes Gewitter. Und er hat wirklich Recht damit. Meist ist die Schwüle davor kaum noch auszuhalten, doch schon kurz vor Beginn des Gewitters kommt ein frischer Wind auf. Nach den himmlischen Entladungen trotzt dann die Luft nur so vor Frische, während die letzten Regentropfen noch von den Blättern perlen. Die Luft ist sozusagen wieder rein. Dieser Moment genau danach… ich finde kaum Worte dafür, ihn passend zu beschreiben. Und wer mich und meinen Artikulationsdrang kennt, der weiß, wie ungewöhnlich das ist!

Stets bleibt natürlich auch der Respekt vor dieser Urgewalt im Vordergrund. So gemütlich es auch sein kann, es birgt auch seine Gefahren, und dies sollte man nicht vergessen!

Vielleicht, und das ist nun der Bogen zu meiner angekündigten philosophischen Laune, war es ein mentales Gewitter, das mich nun wieder auf meinen Pfad zurück gebracht hat. Zu vieles hatte sich angestaut, mich blockiert und gehemmt. Natürlich habe ich stets Hilfe und Unterstützung von „Außen“ bekommen, wenn es mir nicht gut ging, aber es war dieser innere Prozess, der nötig war, um mich wieder darauf zu fokussieren, was ich eigentlich möchte.

Es ist schon amüsant (wenn nicht gar ironisch), dass ich in meinen Geschichten stets über Personen schreibe, die eine solche Entwicklung durchlaufen, selber jedoch so lange brauchte, um mich wieder zu besinnen. Aber so ist das nunmal. Bei jedem geschieht es dann, wenn der Zeitpunkt dafür gekommen ist. Und auch wenn das nun unglaublich abstrakt und pathetisch klingt: so ist es eben. Wahrliche Entwicklung geschieht nur, wenn sie von Innen heraus ihren Antrieb findet!

Ich stelle fest, dass dieser Beitrag wirklich sehr persönlich geworden ist – aber das ist auch okay so. Gerne möchte ich meine Motivationen mit Euch teilen. Und vielleicht denkt ihr ja auch ähnlich über Gewitter (oder andere Wetterphänomene) oder verbindet auch so schöne Erinnerungen damit? Vielleicht möchtet ihr sie ja mit mir teilen? Ich würde mich sehr darüber freuen!

Nun komme ich jedoch erst einmal wieder zum Ende und wünsche Euch einen schönen Abend – am besten in der feuchtfrischen Luft nach dem Unwetter!

Eure Emma

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