Happy New Year, Lina, 09.01.2014

Hallo liebe Leser,

auch wenn das neue Jahr bereits fortgeschritten ist, muss ich noch einmal das Neujahrsgejubel ansprechen – doch glaubt mir, es ist vorerst das letzte Mal! Grund hierfür ist, dass nun auch Lina und ihre Freunde im neuen Jahr angekommen sind. Was, wo und wie werdet ihr in der Fortsetzung lesen!

Endlich ist Donnerstag. Das heißt, dass es nur noch drei Tage sind, bis endlich meine neue Verlosung online kommt. Da freue ich mich schon so sehr drauf! Ich war mehrfach kurz davor, sie schon eher zu starten – es ist meinem Freund zuzuschreiben, dass ich es doch nicht getan habe. Der kennt mich und meine Ungeduld und hat mir verboten, den geplanten Termin vorzuziehen!

Naja. Sonntag ist es ja soweit!!

Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Lesen – und einen entspannten Donnerstagabend. Bald ist die erste richtige Arbeitswoche des Jahres rum!

Viele liebe Grüße,

eure Emma

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Plötzlich war es so einfach. Eric wich den ganzen Abend nicht mehr von ihrer Seite. Egal was passierte, immer berührte er sie auf irgendeine Art und Weise, strich ihr kurz über den Rücken, hielt ihre Hand, legte einen Arm um ihre Taille. Die meiste Zeit standen sie gemeinsam mit Sascha und Sally und einigen anderen Bekannten an einem der Stehtische und unterhielten sich. Sally bewies, natürlich auch dank ihrer stattlichen Figur, ihre Trinkfestigkeit, während sie ein Bier nach dem anderen und zwischendurch immer wieder Kurze in sich hineinschütte. Lina versuchte gar nicht erst, mit ihr Schritt zu halten, immerhin wollte sie noch etwas von diesem Abend mitbekommen.
Als sich die Zeiger der Uhr immer mehr Mitternacht und somit dem neuen Jahr näherten, nahm Sally Lina an die Hand und zog sie in die Küche. „Los, wir bereiten den Sekt vor.“
„Und es kommen keine weiteren komischen Bekenntnisse?“, fragte Lina scherzhaft.
Sally verzog ihr Gesicht. „Nein, und es tut mir wirklich Leid-“
„Ach, hör auf. Es ist doch nichts schlimmes passiert.“, unterbrach Lina sie schnell.
Kichernd füllten sie die Gläser, nicht ohne selber schon etwas Sekt zu „probieren“, wie sie es selber bezeichneten.
„Und?“, fragte Sally schließlich, nachdem mehr als genug Gläser gefüllt waren, „Hast du irgendwelche Vorsätze für das neue Jahr?“
Das Lächeln, das zuvor auf Linas Lippen gelegen hatte, wurde nur unmerklich schmaler. Einzig das Flackern in ihren Augen verriet, wie sehr diese Frage sie traf „Eigentlich… habe ich da noch nicht so drüber nachgedacht.“
„Weißt du, mein Vorsatz ist, mit Sascha zusammen zu bleiben.“
„Ist das etwa nicht so sicher?“, fragte Lina erschrocken. Sie hatte einen ganz anderen Eindruck gehabt.
„Doch“, erwiderte Sally milde lächelnd. „Nur frage ich mich manchmal, was jemand wie er an mir findet, und, naja…“
„Da sagst du was.“, stimmte Lina zu, dachte dabei aber eher an Erics merkwürdige Gefühlsentwicklung.
„Wir Frauen sind schon ein seltsames Volk. Voller Selbstzweifel.“ Lachend schüttelte Sally ihre Locken.
Sie tranken beide noch einen großen Schluck aus der Sektflasche und zwinkerten sich zu.
„Für dich wird es ein aufregendes Jahr, hm? Weißt du schon, wie es nach deinen Prüfungen weiter geht?“
Linas Blick wurde traurig. „Ich würde gerne studieren.“
„Oh, und was?“
„Psychologie.“
„Und? Du klingst so traurig. Was spricht dagegen?“
Lina schüttelte deprimiert den Kopf. „Ich kann es mir einfach nicht leisten. Studiengebühren, Wohnung, Lebensunterhalt… das geht nicht.“
„Es gibt immer Möglichkeiten.“, widersprach Sally ihr energisch. „Man darf seinen Traum nur nicht aufgeben. Und wenn du es so gerne möchtest, findest du sicherlich einen Weg.“
„Wir werden sehen.“, beendete Lina das Thema schnell. Sie mochte heute weder darüber nachdenken, noch erneut ihre Hoffnungen schüren.
Sally stellte mit einem Blick auf die Uhr fest, dass es nur noch zehn Minuten bis Mitternacht waren. „Na komm!“, meinte sie und griff nach einem Tablett voller Gläser. „Nicht dass wir den Start ins neue Jahr verpassen!“ Mit einem fröhlichen Lächeln ging sie voraus.

Man darf seinen Traum nur nicht aufgeben. Das ließ sich leicht sagen, wenn man sich in so einer Position befand wie Sally. Kopfschüttelnd folgte Lina der quirligen jungen Frau. Sicherlich konnte sie an dem Traum festhalten. Sie tat es doch auch noch, oder? Aber eben nur als Traum. Nichts, was sich realisieren ließ.
Wie auch?
Lina wusste nicht, wie es für sie weiter gehen würde. Bis zu den Prüfungen hatte sie alles strukturiert, sich einen Zeitplan zurechtgelegt, und wusste, was sie zu tun hatte. Aber danach? Alleine diese Frage, die sich nun durch ihren Kopf schlich, bereitete ihr Magenschmerzen. Mit aller Kraft schob sie die Zukunftsgedanken von sich fort.
Leb im heute! Sei einfach auf der Party!, befahl sie sich, und atmete tief durch.
Im ersten Stock angekommen, sog sie die ausgelassene, fröhliche Stimmung in sich auf. Ihr Herz, das bei dem Gedanken an ihre Zukunft schmerzlich schwer geworden war, entspannte sich ein wenig, als sich ihr Blick mit Erics kreuzte.
Lächelnd kam er auf sie zu und nahm ihr das Tablett ab. „Da kann das neue Jahr kommen! Danke.“, Er stellte es zu Sallys auf den Tisch mitten im Wohnraum und nahm für sich und Lina zwei Gläser.
Sascha hatte die Vorhänge, die die Fensterfront bisher bedeckt hatten, zurückgezogen, damit alle beim gemeinsamen Anstoßen einen Blick auf die Stadt und das von anderen inszenierte Feuerwerk werfen konnten. Unter den Gästen war kaum jemand, der daran interessiert war, selber mit Böllern und Raketen den Start ins neue Jahr einzuläuten. Gemeinsam gingen sie zu den beiden Amerikanern, die an dem üblichen Stehtisch standen, um dort die letzten Minuten auszuharren. Erwartungsvoll blickten alle zur laut tickenden Wanduhr.
„Hach, ich finde das alles furchtbar aufregend!“, seufzte Sally glücklich und warf ihrem Sekt einen durstigen Blick zu.
Nur noch eine weitere Minute bis Mitternacht. Der Geräuschpegel stieg immer mehr an, während die letzten leeren Hände mit Gläsern versorgt wurden.
Eric legte seinen Arm um Linas Taille und zog sie nah an sich heran. „Schön, dass du hier bist!“, murmelte er in ihr Ohr.
Die letzten Sekunden brachen an, und irgendwer begann einen Countdown, in den alle einstimmten.
„Zehn, neun, acht, sieben, sechs-“
Nun nahm auch Sascha seine Freundin fest in den Arm.
„- fünf, vier, drei, zwei, eins – NULL!“
Gläser klirrten aufeinander, während draußen die ersten Raketen in den Himmel schossen.
„Frohes, neues Jahr, Lina!“ Strahlend wandte Eric sich ihr zu und gab ihr, ohne darüber nachzudenken, einen Kuss mitten auf den Mund. Erstaunt riss sie ihre Augen auf
(Der erste Kuss, seitdem sie den Wintergarten verlassen hatten – und dann auch noch vor allen Leuten!)
merkte dann aber, wie ein freudiges Grinsen an ihren Mundwinkeln zerrte.
Nachdem auch Sascha und Sally dem jungen Pärchen um den Hals gefallen und gefühlte hundert Jubeleien mit anderen Gästen ausgetauscht worden waren, gingen die vier zum Fenster, um sich das Feuerwerk genauer anzuschauen.
Eric trat hinter Lina und zog sie fest an seine Brust. Ihr Herz klopfte schnell und aufgeregt, während ihre Lippen noch immer von dem Kuss kribbelten.
Es war ein schöner Start in das neue Jahr, entschied sie sich. Sie spürte Erics Arme, die sie festhielten und fühlte sich…
… ja, sie fühlte sich sicher. Geborgen. Trotz des Alkohols in ihrem Blut wusste sie, dass sie sich nicht irrte. Mit einem leichten Lächeln im Gesicht kuschelte sie sich an Erics Brust und schloss zufrieden die Augen.

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