Motivation, 24.10.2013

Hallo liebe Leser!

Wenn ihr diese Zeilen lest, ist es offensichtlich schon wieder Donnerstag. Wow, wie die Zeit vergeht! Ich habe gerade das Gefühl, dass ich nur einmal mit den Augen zwinkern muss und schon ist ein neuer Tag vergangen. Ich finde es ehrlich gesagt ziemlich gruselig!
Wenn ich doch nur ebenso schnell ebenso viel schaffen würde – dann wäre ich wenigstens zufrieden. Stattdessen habe ich mich in den letzten Tagen – um es freundlich auszudrücken – nicht gerade überarbeitet. Ich glaube mein Kopf und mein Körper versuchen gerade, sich in den verfrühten Winterschlaf zu mogeln.
Ich kämpfe dagegen an, versprochen!
Immerhin habe ich schon etwas an Lina gearbeitet und dadurch auch schon für ein paar Wochen die Blogeinträge vorbereitet. Vielleicht kommt zu meinem Winterschlafkampf ja erschwerend hinzu, dass sich Lina und Eric gerade mitten in eben jener Jahreszeit befinden.
Auf jeden Fall wecken sie in mir die Lust auf Schnee und Kälte und heißer Schokolade und Weihnachten.
Wahrscheinlich sind heute deshalb die ersten Gewürzspekulatius im Einkaufswagen gelandet…? Ja, Schande über mich, ich habe tatsächlich im Oktober (immerhin Ende Oktober!) Weihnachtskekse gekauft. Was solls, vielleicht halten sie mich ja vom Winterschlaf ab!

Nun ja, über Kekse und Winterschlaf bin ich jetzt irgendwie ganz abgeschweift. Also zurück zum Thema. Donnerstag, Fortsetzung, genau. Ich wünsche euch ganz ganz viel Spaß beim Lesen!
Hoffentlich habt ihr einen schönen Abend und könnt ganz entspannt in den Freitag und somit ins Wochenende starten!

Ich mache mir jetzt einen schönen Abend mit meinen Eltern, die ich heute besuche!

Viele liebe Grüße,

eure Emma

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Das Café war tatsächlich gemütlich. Teils, weil es wirklich nur winzig war, teils weil die kleinen Sitzecken in Nischen versteckt waren, die den einzelnen Gästen Privatsphäre und Ruhe garantierten. Jede nur erdenklich freie Fläche war mit Nippes, kleinen Kerzen und Weihnachtsdekoration verziert, doch anstatt dem Ganzen so einen überladenen Eindruck zu verleihen, fühlte man sich eher wie bei einer geliebten Großmutter im Wohnzimmer.
Eric wählte eine Ecke, die direkt am Fenster gelegen war. So konnte man die dicken Schneeflocken sehen, die in unverminderter Intensität durch die Luft wirbelten. Während er sich einen Cappuccino bestellte, entschied Lina sich für eine heiße Schokolade mit Sahne. Als die Tassen sowie eine kleine Schale mit Keksen vor ihnen standen, umfasste Lina ihren Becher gedankenverloren mit beiden Händen.
Wie meine Mutter vor ein paar Stunden,
erinnerte er sich und musste dabei lächeln.
Lina schaute ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an. „Was ist so amüsant?“
„Nichts besonderes, wirklich.“ Er war sich ziemlich sicher, dass sie nicht verstehen würde, was ihn so erheiterte. Es fiel ihm schwer, seinen Blick von dem blauen Fleck zu lösen, der ihr Gesicht entstellte.
„Es ist ganz nett hier.“, begann Lina mit leiser Stimme. Die fröhliche Weihnachtsmusik im Hintergrund untermalte ihre Worte.
„Ja, ich weiß.“ Er zwinkerte ihr zu.
„Zwar ist die Weihnachtsdeko ein bisschen früh, aber ansonsten…“
„Früh?“ Eric lachte auf. „Lina, in knapp zwei Wochen ist Weihnachten, was erwartest du?“
„Ach je, schon?“ Sie schluckte leise. Es war ihr entfallen
(entfallen, klar, eher verdrängt)
dass die Feiertage schon so nah waren.
Verdammt.
Zum wiederholten Male hatte Eric das Gefühl, etwas Falsches gesagt zu haben, auch wenn er nicht wusste, was.
Linas Gesichtsausdruck war schwer zu lesen, als sie aus dem Fenster schaute. Auch wenn er versuchte zu verstehen, was durch ihren Kopf ging, hatte er nicht die leiseste Ahnung, was sie berührte.
Nach einer Weile nahm er einen der Kekse aus der Schüssel und hielt ihn ihr hin. „Hier, probier mal. Die sind wirklich lecker.“
Ihre Augen wanderten vom Keks in seiner Hand zu seinem Gesicht. „Du hast doch selber noch gar keinen gegessen!“ Dennoch nahm sie ihn.
Schnell schob er sich auch einen in den Mund
(gut, sie sind wirklich lecker)
und grinste sie dabei breit an. „Man konnte es ihnen ansehen.“
„U-hu.“ Wenig überzeugt biss sie ab, nickte dann aber zustimmend. „Okay.“
Wieder blickte sie aus dem Fenster. Das Schneegestöber hatte eine ungemein beruhigende Wirkung auf sie. Oft saß sie in ihrem Sessel am Fenster und schaute hinaus wenn es schneite – oder regnete.
Eric fand, dass er nun das Gespräch auf die vorige Situation lenken konnte. Sein Blick wurde ernst. „Lina…“
Sofort verdüsterte ihr Gesichtsausdruck sich wieder.
„Wegen dem vorhin…“
Sie unterbrach ihn schnell. „Was soll schon sein?“
„Hör zu. Mit mir sind da ein wenig die Pferde durchgegangen. Ich hätte nicht so wütend reagieren sollen. Andererseits ist es zugegebenermaßen auch nicht sonderlich leicht, mit dir umzugehen.“
„Das hat ja auch niemand von dir verlangt!“
Er wusste, er war dabei, sie zu verlieren, kaum dass die Unterhaltung begonnen hatte. „Das weiß ich! Aber, aus welchen Gründen auch immer, ich mag dich! Sogar sehr. Und ich mag es ganz und gar nicht, wenn es dir nicht gut geht! Immer sehe ich nur deine traurigen Augen vor mir und ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dich zum Lächeln zu bringen. Versteh doch, ich will dir nichts Böses!“
Lina saß da wie gelähmt.
Ich mag dich.
Ich will dir nichts Böses.
Oh Gott.

Es war genau das eingetreten, was sie immer hatte vermeiden wollen. Jemand interessierte sich mehr für sie, als dass es gut war. Sie wusste, Eric meinte es ernst. In jedem einzelnen Wort war mehr Aufrichtigkeit mitgeschwungen als sie ertragen konnte. Instinktiv wusste sie, dass sie ihn nicht so einfach abschütteln konnte. Nicht mehr.
Eric derweil wurde immer ungeduldiger. Nur mir allergrößter Kraft hielt er sich zurück, behielt die drängenden, fordernden Worte für sich. Die Sekunden zogen sich in die Länge, wurden Minuten.
Als sie schließlich ihren Kopf in die Hände sinken ließ und ihre Schultern anfingen, verdächtig zu zucken, erschrak er.
„Mein Gott, Lina!“ Er erhob sich von seinem Platz ihr gegenüber und schob sich neben sie auf die Bank. „Ich werde dich niemals verstehen. Alles was ich mache, ist, dir zu sagen dass ich dich mag und du brichst in Tränen aus!“ Ohne darüber nachzudenken, was er tat und wo die Grenze war, streichelte er ihr übers Haar, über ihre Arme, Schultern. Er spürte wie sie erstarrte, kannte diese Reaktion jedoch mittlerweile und ignorierte sie einfach.
Als sie ihren Kopf schließlich hob und ihn aus rut umrandeten Augen
(jetzt sehen ihre Augen besonders grün aus)
ansah, ahnte er schon, was sie nun sagen würde. Ihre Stimme klang erstaunlich gefasst.
„Eric.“ Sie entwand sich seinem Zugriff, schaffte Distanz zwischen ihnen. „Ich weiß nicht, wieso du dir einredest, mich zu mögen. Du kennst mich im Grunde gar nicht. Ich sage dir nur eins: du machst einen Fehler. Einen ganz gewaltigen Fehler. Du kennst mich doch gar nicht.“
Er hatte damit gerechnet. Es war ihm klar gewesen, dass sie sich nicht freudestrahlend in seine Arme werfen würde. Dennoch schüttelte er voller Frustration den Kopf. „Vergiss es Lina. Das ändert auch nichts mehr daran.“ Er schaute ihr eindringlich in die Augen. „Ich will doch gar nicht, dass du dich von mir eingeengt fühlst. Alles, was du wissen sollst, ist, dass mir etwas an dir liegt und dass ich dein Freund sein möchte. Mehr nicht!“
Mehr nicht. Als wenn das nicht schon so viel wäre…. Wieder fühlte Lina diesen Schmerz, tief in ihrem Inneren. Sie dachte an die letzten Wochen, daran, wie oft sie das Gefühl gehabt hatte, innerlich zu platzen.
Es nicht mehr auszuhalten.
Er wollte ihr Freund sein. Mehr nicht.
Ein Freund, der sie zum Lachen brachte.
Sie spürte, dass sie innerlich ins Wanken geriet. Die Möglichkeit war so schmerzlich nah, so leicht zu ergreifen… wie auf dem Silbertablett präsentierte er sich, gab ihr die Chance, einen Teil ihrer inneren Einsamkeit aufzugeben.
Er konnte schließlich nett sein, nicht wahr?
Hatte sie sich am Samstagabend in seiner Gegenwart nicht wie eine normale Jugendliche gefühlt?
So greifbar nahe…
Ihr Herz schlug rasend schnell, als sie ihre Augen schließlich hob und ihn direkt ansah.
„Na gut.“

Als er sie eine Stunde später wieder vor ihrer Wohnung absetzte, wirbelten ihm hunderte Gedanken durch den Kopf. Zum einen war er seiner Mutter unendlich dankbar – denn hätte sie nicht erwähnt, dass er Lina besuchen könnte, hätte er es vermutlich nicht getan – zum anderen dachte er über den Nachmittag nach. Es war wieder so viel passiert. Sämtliche ihrer Gesichtsausdrücke waren in seiner Erinnerung aufgespeichert. Ihre unbändige Wut, als sie auf der Straße standen, die abweisende Kühle im Café, gefolgt von der inneren Zerrissenheit
(Oh ja, er hatte ihr genauestens angesehen, wie sie mit sich gehadert hatte)
und schließlich so etwas wie Erleichterung, als sie beschlossen hatte, ihn nicht länger von sich wegzuschieben.
Natürlich war er froh, dass sie sich entschieden hatte, nun mit ihm befreundet sein zu wollen. Dennoch war ihm noch nicht wirklich klar, was genau das nun für Konsequenzen haben würde. Einer Sache war er sich jedoch vollkommen sicher: er würde ihr Geheimnis aufdecken und nicht mehr zulassen, dass sie so litt. Koste es, was es wolle, er würde ihrem traurigen Blick auf den Grund gehen!

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