Muskelkater, 25.08.2013

Hallo liebe Welt des Internets!

Es ist schon wieder soweit: der Sonntag ist gekommen und ich stelle die Fortsetzung meiner Geschichte online. Diese Woche gab es sonst keinen Beitrag von mir. Das hat aber nichts damit zu tun, dass ich nichts zu sagen hatte – vielmehr ist so viel passiert, dass ich einfach nicht dazu gekommen bin, euch zu schreiben. Entschuldigt vielmals!

Ich habe mich diese Woche in einem Forum angemeldet. Dem „DSFo“ – „Deutschen Schriftsteller Forum“. Total spannend, welche Welt sich mir da eröffnet hat. Diese vielen Möglichkeiten! Ich bekomme dort so viele neue Impulse. Viele Fragen, die mir so durch den Kopf schwirren, kann ich dort beantworten. Ich habe das Gefühl, dass ich den Weg, der mich zur Erfüllung meiner Träume führt, ein ganzes Stück weiter beschritten habe.

Außerdem habe ich viel geschafft. Ich arbeite derzeit an einem anderen Manuskript (kreativ wie ich bin nenne ich es „Sara“), und dort bin ich mittlerweile schon bei 77 DinA4 Seiten angekommen. Zum Vergleich: Die Geschichte von Lina umfasst derzeit 135. Das neue Projekt bereitet mir unglaublich viel Spaß, auch wenn es ebenso wie bei Lina ein ernstes Thema behandelt. Scheinbar habe ich einen echten Hang zu dramatischen Geschichten. (Ihr seht das ja leider nicht, aber gerade musste ich ein bisschen selbstironisch über mich lächeln. Ich bin nämlich manchmal tatsächlich eine kleine Dramaqueen!)

Gestern habe ich den ganzen Tag bei einer großen Familienaktion im Garten meiner Eltern mitgeholfen. Diese körperliche Arbeit war ein herrlicher Ausgleich zu der geistigen, die mich derzeit ja vor allem fordert. Und ähnlich wie beim Schreiben, wo sich vorm eigenen Auge die Seiten wie magisch mit Worten füllen, ist auch die Gartenarbeit unglaublich befriedigend: man sieht sehr schnell Erfolge, und das motiviert dazu, unermüdlich weiterzumachen.
Bis die Glieder – oder sonst eben irgendwann der Kopf – irgendwann mürrisch Stop rufen.
Schade, dass mein Garten daheim nur winzig klein ist, denn an diese Arbeit könnte ich mich fast gewöhnen.

Neben alledem musste ich natürlich noch den alltäglichen Wahnsinn bewältigen. Schneller als ich sehen konnte war die Woche vorbei. Hoffentlich hattet ihr ebenfalls eine Woche, die schnell vorüber gegangen ist. Denn man sagt ja, dass Schönes besonders schnell vergeht. Jetzt wünsche ich euch jedenfalls, dass ihr den Rest des Wochenendes noch genießen könnt. Vielleicht kann ich ja etwas dazu beitragen.

Habt einen schönen Sonntag – und viel Spaß beim Lesen!

Eure Emma

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Als Lina schließlich einem Blick auf die Uhr warf, stellte sie fest, dass es so langsam Zeit wurde, sich auf den Weg Richtung Kursraum zu machen. Mit hängenden Schultern schnappte sie sich ihre Sachen. Die ersten kleinen Schweißperlen bildeten sich auf ihrer Stirn und kündigten einen weiteren, nach einem Gewitter schreienden Tag an. Natürlich trug sie wieder hochgeschlossene Kleidung.
Die Stunden vergingen wie im Flug, und auch wenn Lina ihn das ein oder andere Mal von weitem sah, hatte sie keinen einzigen Kurs gemeinsam mit Eric. Sie war erleichtert darüber, denn auch wenn sie nicht wusste, ob sein ominöses Interesse von gestern vielleicht schon verebbt war, hatte sie nicht das Bedürfnis, es so schnell herauszufinden. Es hatte ihr ja schon gereicht zu sehen, wie seine Blicke quer durch den Flur zu ihr gewandert waren.
Es war Dienstag, was bedeutete, dass sie heute wieder arbeiten gehen würde. Sie hatte noch zwei Stunden Zeit, bis ihre Schicht begann. Die Hitze hatte sich mittlerweile dem Höhepunkt genähert und niemand, der auch nur halbwegs bei Sinnen war, setzte sich der Sonne direkt aus.
Lina überlegte, wie sie sich die Zeit vertreiben sollte. Sie spürte keine große Lust, schon eher ins Zeitlos zu gehen, denn ihr Chef hatte ihr schon vor einiger Zeit deutlich gemacht, dass sie kein Geld dafür bekommen würde, wenn sie schon früher auftauchte. Umsonst mochte sie nicht arbeiten, doch jetzt nach Hause zu gehen, kam ebenso wenig in Frage.
Wenn es nur nicht ganz so unerträglich heiß wäre… sie könnte ein wenig durch die Stadt schlendern, in den ein oder anderen Laden gehen und einfach an nichts denken.
Stattdessen blieb sie in der Schule, ging rüber in die Bibliothek und suchte sich wie üblich einen der alten Schinken aus den langen Bücherreihen, um sich ein wenig die Zeit zu vertreiben.
Ihre Gedanken wanderten immer wieder zu Eric.
Es irritierte sie, dass ihre sonst so angenehme Ruhe von diesem neuen Kerl gestört wurde. Es war einfach nicht richtig. Sie war sich nicht sicher, wie sie reagieren sollte, wenn es so weiter ginge. Noch war es natürlich viel zu früh und sie dachte nur ungern über ungelegte Eier nach, aber… Wenn er ihr weiterhin so viel Interesse schenkte, was sollte sie dann tun? Würde sie ihn einfach ignorieren, konnte das sein Interesse sogar noch weiter anfachen. Ginge sie auf ihn ein, machte es das Ganze aber auch nicht besser.
Es war wirklich vertrackt.
Konzentrier dich auf dein Buch!, befahl sie sich schließlich, als sie merkte, wie leise Panik ihre Kehle hinauf kroch. Wie üblich wählte sie den einfacheren Weg, und versuchte, sich den direkten Problemen nicht zu stellen. Den Rest der Zeit verbrachte sie schließlich in zähfließender Berieselung des geschriebenen Wortes.

Im Zeitlos war wie immer ein reger Betrieb, und kaum dass Lina ihre Dienstkleidung – schwarze Jeans, ein schwarzes Shirt, rote Schürze und ein kleiner Hüftbeutel, in dem ihr Geld und ein kleiner Notizblock steckten – trug, verfiel sie auch schon in einen ständigen Dauerlauf zwischen Theke und Tischen.
Sie fühlte sich in der anonymen Menge der Menschen einigermaßen wohl, und als sie vor einigen Monaten den Zettel im Fenster gesehen hatte, der verkündete, dass eine Hilfskraft gesucht wurde, hatte sie nicht gezögert. Es war die Möglichkeit schlechthin, ein wenig Geld anzusammeln und sich etwas finanzielle Unabhängigkeit zu erkämpfen. Dieser Gedanke hatte ihr derart viel Motivation verschafft, dass sie im Vorstellungsgespräch drei andere Mädchen ausgestochen hatte – ein Wunder eigentlich, wenn man bedachte, was für ein zierliches, unscheinbares Wesen sie eigentlich war.
Nun war sie schon seit fast einem halben Jahr dort.
Lina war sich nicht sicher, wie sie mit der Veränderung ihres bisher gewohnten Alltags umgehen sollte.
Es mochte sein, dass sie das Ganze überbewertete – vermutlich sogar sehr stark. Unglaublich, was das Auftauchen einer neuen Person bewirken konnte. Innerhalb kürzester Zeit hatte sie sich wieder hinter die hohen Mauern zurückgezogen, die schon so alt und massiv waren, dass ihre Farbe verblich. Das Arrangement, das sie mit ihren Mitschülern errichtet hatte, geriet ins Wanken, die angenehme Sicherheit, die das Altbekannte ihr vermittelt hatte, verblasste in rasender Geschwindigkeit.
Dabei hatte sie es doch immerhin geschafft, eine wenn auch schwache Freundschaft zu Marina aufzubauen, nicht wahr?
Es gab einige Mitschüler, mit denen sie durchaus reden konnte.
Viele, denen sie nicht auswich.
Sie war ein Meister der Täuschung geworden, oder zumindest dachte sie das. Ihre Maske hatte sich dermaßen an ihre Gesichtszüge angeschmiegt, dass sie manchmal, wenn sie morgens in den Spiegel schaute, nicht genau wusste, wo die echte Lina aufhörte und wo die Erschaffene begann.
Doch nun, da sie so sehr in den Fokus des Interesses eines Neuen geraten war, merkte sie, wie ihre Welt schwankte und brüchig wurde.
War das etwa fair?
Verzweifelt versuchte Lina, sich auf ihre Arbeit zu konzentrieren, freundlich zu lächeln, Bestellungen aufzunehmen und auch korrekt weiterzugeben, doch die bohrenden Gedanken ließen sie einfach nicht in Frieden. Den ganzen Rest des Tages nicht mehr.
Als sie spät abends, die Zeiger ihres kleinen Weckers näherten sich verdächtig der Mitternacht, an ihren Hausaufgaben für den folgenden Tag saß, mit einem Ohr stets auf die Geräusche in der Wohnung horchend, und sich langsam Müdigkeit in ihre Glieder schlich, war es noch immer diese ungewohnt neue Situation, die den Großteil ihrer Aufmerksamkeit beanspruchte.
Lina seufzte leise auf.
Was nur, was hatte sie getan, weshalb ihr diese Herausforderung in ihrem letzten Schuljahr nicht erspart bleiben konnte?

Während sie im Verlauf der weiteren Woche genauestens im Auge behielt, wie sich Erics Interesse an ihr entwickelte, fasste sie den Entschluss, dass die stille, abweisende Lina nicht mehr angemessen war.
Immerhin zog sie sich dadurch auch von ihren wenigen Bekannten zurück! Hatte sie diese Woche schon mehr als nur einen Satz mit Marina gewechselt?
Dieser Gedanke animierte sie weit genug, um einen Teil ihrer Energie zurück zu gewinnen. Sie wusste, dass sie ihm ihre kalte Schulter noch deutlicher zeigen musste – was bedeutete, dass sie sich ihm gegenüber offensiver, abfälliger zu verhalten hatte. Natürlich würde ihr das nicht leicht fallen, aber nur so konnte sie diesem neuen Schnösel aus Amerika klar machen, wo genau das „Sperrgebiet Lina“ begann.

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