Neujahrsgeplänkel, 02.01.2014

Hallo, liebe Leser!

Ich hoffe ihr seid wohlbehalten und munter im neuen Jahr angekommen! Auch an dieser Stelle möchte ich euch alles Gute für das kommende Jahr wünschen! Zeichnet euch schön bunte Bilder, über die wir dann in gut 12 Monaten sprechen können! Spart nicht an Farbe und Mustern, seid kreativ und vielseitig!
Ich persönlich finde Jahresanfänge immer furchtbar. Gott sei Dank ein Gefühl, das sich meist schon am 2. oder 3. Januar gelegt hat. Doch am ersten Tag ist es stets am schlimmsten. Dann leide ich unter einer kaum greifbaren Schwermut, die Fülle des vor mir liegenden Jahres scheint mich schier zu erdrücken. Alles kommt wieder auf mich zu, jeder einzelne Tag jedes Monats, alle Feiertage, Geburtstage, aber auch Pflichten und unschöne Dinge. Die Rahmenbedingungen stehen und müssen nur noch ausgefüllt werden, und diese Mischung aus Vorausplanung und Ungewissheit ist für mich stets zu viel.
Für diesen einen Tag, vielleicht auch für zwei.
Manchmal bin ich auch ein kleines bisschen genervt – an dieser Stelle möchte ich mich nochmal bei meinem Freund entschuldigen, der dies vor allem abbekommen hat. Auch wenn es dies Jahr längst nicht so schlimm war wie sonst!
Relativ bald erfasst mich dann der Wunsch, irgendwas zu ändern; ruhelos tigere ich durch die Wohnung und will irgendwas verändern. Möbel umstellen zum Beispiel. Da mir von der kurzen Nacht normalerweise die Kraft fehlt, endet mein Streben früher oder später auf der Couch, wo ich mich selbst bemitleide und darauf warte, dass der Tag vorbei geht.
Verrückt, oder?
Nun ja, das war genug aus dem Nähkästchen geplaudert, denke ich. Was müsst ihr nur für ein Bild von mir haben?!
Ich erzähle euch lieber etwas Schönes! Ich konnte meine Neujahrsgrübelei tatsächlich für etwas Positives nutzen. Vielleicht hatte ich es irgendwann schon erwähnt, wenn nicht erfahrt ihr es nun: für den Januar ist wieder eine größere Verlosung geplant. Die Rahmenbedingungen hierfür hatte ich bisher nur schwammig im Kopf, gestern kam dann jedoch die zündende Idee, was ich als Einsatz verlangen möchte. Der Rest hat sich dann sehr schnell ergeben. So viel will ich schon mal verraten: Die Belohnung wird auf jeden Fall etwas Besonderes sein – es geht um eine Nebenrolle in meinem neuen Buchprojekt. Mehr dazu gibt es allerdings erst, wenn es soweit ist! (Hach ja, ich bin so aufgeregt, am liebsten würde ich direkt starten… aber nein, das hat noch etwas Zeit!)
Scheinbar bin ich heute in furchtbarer Plauderlaune. Bevor ich noch zu viel verrate, beende ich an dieser Stelle lieber mein Geplauder und leite geschickt zum Hauptgrund des Blogeintrages über: die neue Fortsetzung. Ihr werdet feststellen, die ist heute besonders wichtig. Hoffentlich gefällt sie euch!
Viel Spaß beim Lesen und habt noch einen wunderschönen Tag!

Alles Liebe,

eure Emma

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Als Eric den Wintergarten betrat, hatte Lina sich wieder einigermaßen unter Kontrolle. Mit unergründlicher Miene starrte sie hinaus in das Schneegestöber, bis sie seine Reflektion im Glas erkannte. Ihr Herz machte einen Sprung und ihr Blick wurde leer.
Langsam, vorsichtig, ging Eric auf sie zu. Er fühlte sich fürchterlich aufgeregt und nervös, hatte aber gleichzeitig auch ein wenig Angst. Angst vor ihrer Reaktion.
Diese Gefühle kannte er ganz und gar nicht.
„Da bist du also.“, stellte er schließlich fest, um die unheimliche Stille zu durchbrechen. Noch immer drehte sie sich nicht zu ihm um, obwohl sie ihn schon längst erkannt haben musste. Sein Herz wurde ihm schwer. Das konnte nichts Gutes bedeuten.
„Ist die Party so schlimm, dass du schon jetzt deine Ruhe brauchst?“, versuchte er es ein weiteres Mal, diesmal mit einem kläglich schlechten Scherz. Endlich zeigte sie eine Reaktion, indem sie leicht zusammen zuckte.
„Wen interessiert das schon?“, fragte sie mit leiser Stimme.
Eric ballte seine Hände zu Fäusten, entspannte sie aber gleich wieder. Er würde nachher mit Sally ein ernstes Wörtchen reden… was hatte sie getan? „Mich zum Beispiel!“, stieß er schließlich hervor.
„Ach ja?“ Nun drehte Lina sich zu ihm um. Ihre Augen brannten dunkel in ihrem bleichen Gesicht.
„Lina…“ Unfähig, weiter zu sprechen, blieb er direkt vor ihr stehen. Schnell sprang sie auf und schaffte wieder ein paar Schritte Distanz zwischen ihnen. Verschränkte ihre Arme. Fröstelte.
Oh nein, ich lasse nicht zu, dass sie mich auf Abstand hält! Schweren Herzens ging er ihr hinterher. „Hör zu, es tut mir wirklich Leid-“
„Nicht.“ Abwehrend hob sie ihre Hände. „Bitte.“
Sag es ihm. Jetzt. Sag es! Mit unglücklicher Miene schaute sie ihm direkt ins Gesicht. Sie erkannte die Sorge in seinen Augen, sah die Empfindung, die sie bisher als freundschaftlich gedeutet hatte. Wie sehr sie sich getäuscht hatte… Das machte alles so viel komplizierter. Lina schluckte schwer. Die Worte brannten in ihrer Kehle, wehrten sich, wollten nicht ausgesprochen werden, doch sie hatte keine andere Wahl. Sie musste es ihm sagen, musste es aussprechen, bevor es zu spät war.
Oder war es das schon?
Eric stand nun direkt vor ihr. Sie nahm die Hitze wahr, die sein Körper ausstrahlte, seinen ihr schon so schmerzlich gut bekannten Geruch… Unwillkürlich tastete sie nach der Elfe.
„Was?“, fragte er sie, ebenfalls sichtlich aufgewühlt.
„Ich hätte dir das schon viel eher sagen sollen…“, begann sie, zögerte aber kurz.
Tu es!, schrie die Stimme in Erics Kopf. Tu es jetzt! Küss sie!
„Aber wir können nicht mehr-“
Und endlich tat er es. Mit einem langen Schritt verringerte er die Distanz zwischen ihnen zu einem Minimum, ließ ihr keine Zeit zurückzuweichen. Er senkte seinen Kopf, versiegelte ihre Lippen mit den seinen und verschluckte dadurch die ungesagten Worte. Wie von alleine schlangen seine Arme sich um ihren Körper und zogen sie nah, ganz nah an seine Brust. Er spürte, wie sie starr wurde, spürte ihren inneren Widerstand, konnte aber nichts dagegen tun. Es war, als würde ein unendlicher Druck von ihm abfallen, als er, das laute Rauschen seines Blutes und sein Herzklopfen im Kopf widerhallend, ihre süßen Lippen schmeckte.
Tausende Stimmen schrien wirr in ihrem Kopf, alle durcheinander und eine panischer als die andere. Ihre Knie wurden weich, als seine Lippen sie unglaublich sanft liebkosten. Sie entblößten keine gebleckten Zähne, saugten ihre Seele nicht aus, taten ihr nicht weh. Es schien, als seien sie einzig dazu gemacht, ihr gut zu tun. Ihr Widerstand schmolz, als sie sich allmählich in seinen Armen entspannte.
Der Kuss war wie ein Versprechen, löste eine Sehnsucht in ihr aus, von der ihr im Traum nicht eingefallen wäre, dass sie existierte.
Er liebt dich. Er küsst dich. Er hält dich fest!, frohlockte eine Stimme in ihrem Kopf, während eine deutlich düstere antwortete: Ja, bis er erfährt, wer du bist. Was du bist. Stefans Mädchen.
Niemand fickt mein Mädchen!

Kaum hatte sie sich dem schönen Gefühl hingeben können, umfasste wieder eine eiserne Faust ihr Herz und drückte zu, quetschte, nahm ihr den Atem. Ein kleines Schluchzen entkam ihrer Kehle und beendete den Kuss.
Verwirrt und leicht erschrocken schaute Eric sie an, ohne sie aus seiner Umarmung frei zu geben.
Als würde sie wegrennen… Dazu hatte Lina nicht die Willenskraft. Verzweifelt fest schlang sie ihre Arme um seine Taille und legte ihren Kopf trostsuchend an seine Schulter.
„Schscht.“, flüsterte er ihr ins Ohr. „Alles wird gut. Ich bin immer für dich da, hörst du? Ab jetzt passe ich auf dich auf!“
Mit geschlossenen Augen sog sie begierig seinen Geruch und seine Worte in sich auf. „Oh Gott“, flüsterte sie kaum hörbar, während ein Teil von ihr, ein winzig kleiner Teil, wieder anfing zu hoffen.
Ihr Widerstand bröckelte dahin. Sie hatte es so sehr gebraucht, hatte sich nach Zuneigung gesehnt, und nun gab Eric sie ihr.
„Es tut mir nicht Leid, dass du es nun weißt. Ich bedaure nur, dass ich es dir nicht selber sagen konnte.“, murmelte er leise. „Lina, ich habe mich in dich verliebt.“ Es tat gut, es endlich auszusprechen und dabei ihr wild klopfendes Herz an seiner Brust zu spüren. „Ich weiß, dass es dir nicht gut geht, ich habe nur keine Ahnung wieso. Aber ganz egal, welchen Grund es auch hat, ich werde dir helfen. Das verspreche ich dir!“
Feuchte Tränenbahnen glitzerten in ihrem Gesicht, als sie den Blick hob und ihn anschaute. Ihre grünen Augen funkelten wie Seen und zeigten ihm die Hoffnung, die langsam in ihr zu keimen begann.
Niemals hätte ich gedacht, dass es tatsächlich klappen würde, stellte Eric überrascht fest, während er in das Gesicht des Mädchens blickte, dass er in sein Herz geschlossen hatte. Dass sie es zulassen würde…
Doch es war egal. Ganz egal, welche Zweifel er gehabt hatte, nun lag sie in seinen Armen, und sein rasend schnell schlagendes Herz erinnerte ihn daran, dass er das Ganze nicht träumte.
Als er sich ein zweites Mal zu ihr hinabbeugte und sie küsste, erstarrte sie nicht mehr.

„Vielleicht sollten wir uns so langsam mal wieder auf der Party blicken lassen.“, sagte Eric schließlich widerstrebend. Wäre es nach ihm gegangen, hätte er den Rest des Abends einzig mit Lina verbringen können. Es war viel zu schön, sie so in den Armen zu halten und der Moment zu kostbar, um ihn zu unterbrechen. Zärtlich strich er die Haare aus ihrer Stirn und presste seine Lippen auf die stets sichtbaren, nun aber verblassten Sorgenfalten.
„Mhm.“ Lina versuchte, sich nicht anmerken zu lassen, wie sehr ihre Gedanken, ihre Emotionen durcheinanderwirbelten. Sie fühlte sich schon wieder, als hätte sie den Anschluss an den Lauf der Dinge verloren. In einem Moment saß sie da und dachte darüber nach zu gehen, und nun lag sie in seinen Armen… es war zu viel. Zu schnell. Schwer zu verarbeiten.
„Na komm.“ Er löste die Umarmung, ließ seine Hand aber an ihrem Arm hinabgleiten und umfasste fest ihre kalten Finger. Langsam ließen sie das gemütliche Halbdunkel des Wintergartens hinter sich – und stießen in der Küche mit Sally zusammen, die sie mit großen Augen anstarrte.
„Wartest du etwa auf uns?“, fragte Eric sie in einem übermäßig herausfordernden Ton. Unmerklich umschloss er Linas Finger noch fester.
Sally senkte ihren Blick. „Ja.“
„Tja, da sind wir.“ Für einen Moment standen sie sich gegenüber, Sally auf der einen, Lina und Eric auf der anderen Seite.
Dann platzte es aus Sally heraus: „Es tut mir so leid! Ich hatte nicht das Recht, mich derart einzumischen!“ Ihre Augen flehten förmlich um Vergebung, während sie erst Lina und dann Eric eindringlich anschaute.
Erics bisherige Wut war aufgrund der Entwicklung der Situation gänzlich verraucht, weshalb er es nicht lange schaffte, Sally das Gefühl zu geben, als hätte sie etwas falsches getan. Er lächelte sie freundlich an. „Mach dir keine Gedanken! Eigentlich habe ich allen Grund, dir dankbar zu sein – ohne dich würden wir jetzt sicherlich nicht so hier stehen!“
Erst jetzt merkte Sally, dass die beiden Händchen hielten. Sie blinzelte verwirrt, als ihr langsam die Bedeutung dieser Tatsache deutlich wurde. „Heißt das? Oh mein Gott!“ Wie ein Wirbelwind warf sie sich ihnen in die Arme. „Endlich! Wow!“
Leicht über diesen Ausbruch verblüfft, warf Eric Lina einen schnellen Seitenblick zu und bekam ein zaghaftes Lächeln zur Antwort. „Irgendwann musst du mir erzählen, worüber ihr beiden euch unterhalten habt. Bei so einem schlechten Gewissen…“
Lina zuckte nur leicht mit ihren Schultern. Viel zu erzählen gab es schließlich nicht.
Sally hatte schließlich ihre alte Energie wieder gefunden. „Darauf müssen wir erst mal was trinken! Wo ist eigentlich Sascha? Immer ist er verschwunden, wenn es wichtig wird…“ Und schon wuselte sie davon.
„Puh. Ich fühlte mich wie von einem Laster überfahren.“, stellte Lina fest, während sie Sally hinterher schaute.
„Jap.“
„Wo bleibt ihr?“, ertönte Sallys ungeduldige Stimme aus der Diele.
Die beiden schauten sich grinsend an. „Wir kommen schon!“
Langsam folgten sie Saschas Freundin die Treppe hinauf. Kaum sahen sie die ersten Gesichter, konnten erste Gesprächsfetzen deutlich verstehen, da versuchte Lina ihre Hand aus Erics Griff zu lösen.
Oh nein, meine Liebe!, schoss es ihm durch den Kopf und er umfasste ihre Finger noch energischer. Er wäre verdammt gewesen, hätte er nicht allen zeigen können, was nun zwischen ihnen war. Nach dieser langen Zeit, nach seiner langen Unentschlossenheit und vor allem seiner Vorsicht hatte er es nun endlich geschafft, Lina für sich zu gewinnen, und das konnte ruhig jeder sehen.
Die Party lief unvermindert weiter. Es schien, als hätte niemand bemerkt, was parallel dazu im Erdgeschoss geschehen war.
Warum auch?, dachte Eric. Es ist vor allem für mich von großer Bedeutung, der Rest versteht das eh nicht.
Am Fuße der Treppe fing eine hyperaktiv hibbelnde Sally sie ab. „Da seid ihr ja! Mensch! Da vorne ist Sascha, kommt!“ Sie schlug einen Haken und war in der Menge verschwunden.
„Weißt du“ begann Eric ernst, „Sie hat manchmal den Hang, Dinge zu dramatisieren.“
Lina verdrehte ihre Augen. „Kein bisschen.“
Als er sie nun anstrahlte, machte ihr Herz einen kleinen Hüpfer. All ihre Sorgen und Ängste, ihr eigentlicher Plan für diesen Abend geiferten und bellten im Dunstkreis ihres Bewusstseins, doch Lina versuchte verzweifelt, ihnen keine Beachtung zu schenken.
Jetzt nicht!, befahl sie ihnen mühsam. Alles, was sie wollte, war für ein paar Stunden alles zu vergessen. Sich vielleicht doch normal und ein wenig glücklich fühlen. Über die Konsequenzen und über das Morgen dächte sie später nach. Immer in der Gegenwart leben – hatte sie nicht stets versucht, sich nach diesem Motto zu richten? Das bedeutete dann auch, jetzt hier auf der Party zu sein, ihre Gedanken nur hier zu haben, und zu leben.
Endlich einmal zu leben.
Es ist Silvester! Eric steht neben mir und bleibt auch dort. Stefan ist nicht annähernd in der Nähe, er weiß ja nicht einmal, wo ich bin! Ich lebe!
Langsam schaffte sie es, ihre sabbernden Sorgen zurückzudrängen, bis sie in den Schatten verschwunden waren. Nicht weg, nein, das würde sie niemals schaffen, aber wenigstens kaum noch merklich.
Sie atmete ein letztes Mal tief durch, bevor sie Eric ein Lächeln schenkte. „Also gut, dann bringen wir es hinter uns.“

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