Notwendigkeit, 21.11.2013

Hallo, liebe Leser.

Auch wenn ich alles was in Richtung einer Rechtfertigung geht nur selten mag – hier kommt dennoch eine kurze Stellungsnahme zur folgenden Fortsetzung.
Ich weiß, dass das, was ich nun schildern werde, ganz schön grenzwertig ist. Ich weiß allerdings auch, dass das ganze Thema als solches keine leichte Kost ist und drumherum zu reden ist da auch nicht unbedingt eine Lösung.
Vielleicht sollte ich es einfach kurz und schmerzlos machen, denn ich weiß selber nicht, wie ich es am besten ausdrücken soll: nachdem ich den folgenden Absatz geschrieben hatte, konnte ich wochenlang nicht mehr weiter schreiben. Ich fühlte mich regelrecht krank.
Vielleicht bin ich ja auch ein besonderes Zimperließchen, aber nun ja.
Es wird nicht noch einmal in einer solchen Deutlichkeit vorkommen, gehört jedoch leider dazu.

… ach, ich rede zuviel. Lest es einfach selbst. Ich hoffe, ich verliere eure Aufmerksamkeit dadurch nicht. Konzentriert euch danach einfach auf was schönes, geht raus, unternehmt etwas (zum Beispiel an der Verlosung teilnehmen), genießt das Leben.

Lasst es euch gut gehen!

Eure Emma

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Linas Magen kribbelte. Sie wusste nicht, ob es an Eric lag oder an der Angst, die langsam aber sicher ihr Herz wieder erkalten ließ.
Sie hatte Besuch gehabt, während Stefan in der Wohnung gewesen war. Männerbesuch. Ihre Hoffnung, dass er nichts davon bemerkt hatte
(schließlich wusste sie ja nicht, dass er höchstpersönlich sogar die Tür geöffnet hatte)
war gleich null.
Während die Haustür hinter ihr ins Schloss fiel, setzte sie sich langsam in Bewegung. Mechanisch.
Sie war vollkommen verwirrt. Die Freude über das Geschenk und Erics warmblitzende, braune Augen, die leichte Scham über ihre panische Abwehrreaktion, als er sie geweckt hatte,
(und sie ihn erwartet hatte, ihn und seine fordernden Hände)
die Angst, nun da sie wieder alleine war, all diese Empfindungen bereiteten ihr Übelkeit. Trostsuchend tastete sie nach ihrem Anhänger.
Gerade wollte sie in ihr Zimmer treten, erleichtert darüber, dass niemand auf sie aufmerksam geworden war, als eine tiefe, zornige Stimme sie wie ein Faustschlag traf und erstarren ließ.
„Lina!“
Sie senkte ihren Kopf. „Ja?“, fragte sie leise und drehte sich zu ihm um.
„Ist der Bastard weg?“
Eine schwache Welle von Wut schwappte in ihr Bewusstsein, rollte aber kraftlos wieder zurück. Ihr war eiskalt.
„Ja.“, erwiderte sie tonlos.
„Gut.“ Dumpfe Schritte näherten sich. „Ich wusste gar nicht, dass du einen Freund hast.“ Mit trügerisch ruhiger Stimme blies er ihr seinen klebrigen Atem ins Gesicht.
„Er ist nicht mein-“
„Lüg nicht!“, donnerte er los und schubste sie rückwärts in ihr Zimmer.
Alles in ihr erstarrte, als sie seine zornfunkelnden Augen sah.
Oh Gott, nein, bitte nicht, nein…
„Hmm, lass mich mal sehen…“ Wieder klang seine Stimme ruhig, fast schon sanft, während er seinen Blick durch ihr Zimmer schweifen ließ. Als sein Blick wieder auf Lina fiel, begann eine Ader auf seiner Stirn zu pochen. „Und, hat er es dir gut besorgt?“
„Nein, wir haben-“
„Er fickt dich doch! Du dreckige Lügnerin! Ich rieche es!“ Er packte ihr Kinn und riss ihr Gesicht schmerzhaft zu sich. „Wo hat er dich genommen?“ Speichel flog aus seinem Mund. „Im Bett? Auf deinem gottverdammten Schreibtisch?“ Wieder stieß er sie. Lina stolperte über den Schreibtischstuhl, der hinter ihr stand, kam aus dem Gleichgewicht und ging gemeinsam mit dem Möbelstück schmerzhaft zu Boden. Ein leises Wimmern entfuhr ihr.
Die Kette! Wo ist sie? Sie traute sich nicht, danach zu tasten, hoffte jedoch inbrüstig, dass sie den Anhänger wieder unter ihren Pulli gesteckt hatte.
„Niemand fickt mein Mädchen!“, knurrte er sie an. Mittlerweile war sein Gesicht krebsrot angelaufen. „Niemand rührt dich an!“
Drohend ragte er über ihr, gab ihr das Gefühl, eine kleine, zertretene Blume zu sein. Noch einen Schritt näher. Seine Fußspitzen bohrten sich in ihre Rippen.
Die Ausbeulung in seinem Schritt war nicht zu übersehen.
Lina schluchzte auf.
„Halt’s Maul, du Flittchen!“, brüllte er sie an und trat einmal fest zu.
Stumm krümmte sie sich zusammen. Tränen strömten über ihr Gesicht.
Ihre Wahrnehmung flackerte.
„Du widerst mich an!“, schnaubte Stefan über ihr. Mit einem letzten, bedrohlichen Knurren wandte er sich ab. In der Tür drehte er sich noch einmal um und warf einen verächtlichen Blick auf den zuckenden Haufen am Boden. „Ich komme wieder, wenn du dich beruhigt hast!“
Mit diesen Worten knipste er das Licht aus und verschwand.
Als Lina vor Panik anfing zu keuchen, war keine einzige schöne Erinnerung an den Nachmittag mehr vorhanden. Das altbekannte, schwarze Loch fraß wieder ein Stück aus ihrer Seele und hinterließ dort, wo sich frisches, neues Gewebe entwickelt hatte, nur Löcher und Narben.
Mit einem Stöhnen verließ sie ihren Körper und schwebte davon.

Freudestrahlend und mit weit geöffneten Armen ging Sascha auf seinen Freund zu.
„Hey! Nice to see you!“ Er lachte auf. „Sorry. Schön dich zu sehen! Wie geht es dir?“
„Hey.“ Eric erwiderte die herzliche Umarmung. „Ich bin ein bisschen spät dran…“
„Nicht schlimm! Hey!“, begrüßte Sally ihn freundlich.
Der Unterschied zwischen ihr und Lina war nahezu grotesk. Wo die eine klein und zerbrechlich wirkte, war die andere stattlich und weiblich rund. Klare, grüne Augen und feinblondes Haar standen Rehaugen und braune Locken gegenüber.
Sie benötigt keinen Beschützer. Aber hübsch ist sie auch. Komisch, das ist mir vorher nicht so aufgefallen. Ein leichtes Grinsen umspielte seine Mundwinkel. „Also, wie war euer Flug?“
„Okay.“ Sascha boxte ihm in die Seite. Sein dickes, braunglänzendes Haar fiel zu einem Zopf gebändigt über seine Schultern. Der kleine Silberring in seinem linken Ohrläppchen war neu. „Ich habe einen Bärenhunger!“ Suchend schaute er sich um. „Aber sag mal, wo ist denn deine Kleine?“
Sofort verdüsterte sich Erics Miene. „Erstens ist sie nicht meine Kleine, und zweitens ist sie nicht da!“, erwiderte er schärfer als nötig.
„Wow, wow!“ Sascha hob abwehrend die Hände. „Sorry!“
Verwundert musterten die beiden ihn.
Eric seufzte auf. Kalter Wind fegte um ihre Beine. „Kommt, lasst uns gehen. Ich erzähle euch später davon, wenn wir im Warmen sind und einen vollen Bauch haben. Ich komme gerade von ihr.“ Er schnappte sich einen Koffer. „Jetzt fahren wir erst einmal nach Hause!“

Die Zeit verging einfach nicht. Es war dunkel im Zimmer, kein Licht brannte. Nur das schwache Schimmern der Straßenlaterne versuchte, sich durch die Düsternis zu kämpfen.
Es scheiterte schon am Fensterbrett.
Inmitten des Zimmers, neben dem umgekippten Stuhl, lag Lina. Ihr Ellbogen schmerzte dort, wo sie unsanft auf den Boden aufgeschlagen war und in ihrer Seite pochte es. Zu einem kleinen Bündel zusammengerollt starrte sie mit großen, leeren Augen ins Nichts.
Die kleine Elfe hob und senkte sich langsam, viel zu langsam.
Der nach außen gewahrte Schein von Regungslosigkeit trog. Linas Gedanken wirbelten frenetisch durch ihren Kopf. Während der dumpfe Schmerz sie an die Gegenwart, an das eben Geschehene erinnerte, brannte ihre Seele bei dem Gedanken an Eric.
Wenngleich er ihr gut tat, war er dennoch das Schädlichste, was ihr hätte passieren können. Von Anfang an, als er sie mit seiner schrecklichen Aufmerksamkeit, seiner Suche nach Kontakt aus ihrer gedämpften Scheinwelt gerissen hatte, hatte er sie systematisch aufgeweicht, Risse in ihre Mauer getrieben und ihr totgeglaubtes Herz erweckt. Dieser Wirrwarr an Gefühlen hatte sie zwar verstört, sie hätte sich aber durchaus damit arrangieren können.
Doch jetzt…
Die kleine Elfe stockte.
Niemand fickt mein kleines Mädchen!
Das Grauen kroch in ihre Glieder und sie krümmte sich noch enger zusammen.
Ihr war bewusst, solange sie in dieser Wohnung wohnte, dürfte sie sich nicht mehr mit Eric blicken lassen.
Am besten gar nicht mehr mit ihm reden.
Er hatte ihr deutlich gemacht, was er davon hielt, und mit ihm war nicht zu spaßen, wenn man seine Regeln nicht befolgte.
Tränen schossen ihr in die Augen. Während sie sich befahl, in der Gegenwart zu bleiben, krochen einige wagemutige Gedanken davon, erforschten das ‚was wäre wenn’. Tasteten, suchten, probierten den Geschmack von Freundschaft.
Es hätte nett werden können.
Ein kleines Schluchzen bahnte sich seinen Weg.
Sie konnte nicht mit ihm befreundet bleiben.
Wie üblich hatte es sich bewahrheitet: Nähe bedeutete nur Schmerz. Ließ man sich auf andere ein, taten sie einem weh – oder, wie in diesem Falle, taten ihr deshalb andere weh.
Genauer gesagt: Er.

Mit gefüllten Bäuchen und einem Bier in der Hand lummerten Eric, Sascha und Sally auf dem Sofa im oberen Wohnraum. Im Hintergrund lief irgendein Spielfilm, dem sie jedoch keine Beachtung schenkten. Viel zu sehr waren sie damit beschäftigt, ihre Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig auf den neuesten Stand zu bringen.
Sorgfältig umkreisten sie das Thema „Lina“.
Schließlich jedoch, als die erste gegen eine zweite, die zweite gegen eine dritte Flasche ausgetauscht worden war, schaute Sascha seinen Kumpel mit hochgezogenen Augen fragend an. „So, mein Freund. Und jetzt erzähl doch mal von dem geheimnisvollen Mädchen.“
Sally, die sich während der gesamten Unterhaltung weitestgehend zurückgehalten und amüsiert zugehört hatte, richtete ihre neugierigen Augen auf Eric.
„Ach.“ Dieser wedelte mit seiner Flasche. „Viel gibt es nicht zu erzählen.“
„Ich denke schon“, erwiderte Sascha schlicht.
„Liebst du sie?“, platzte es aus Sally raus. Während Sascha ihr einen entnervten Blick zuwarf, schaute Eric sie nachdenklich an.
„Ich glaube ja.“
Sascha packte sich theatralisch an die Brust. „Mein Herz! Dass ich das noch einmal erlebe!“
Eric bleckte die Zähne. „Das macht überhaupt keinen Unterschied!“
„Und wieso nicht?“ Sally rückte zu ihm, legte ihm vertrauensvoll eine Hand auf den Arm.
„Weil ich nicht glaube, dass sie so für mich empfindet oder auch nur empfinden könnte.“
Sascha runzelte die Stirn. „Wie meinst du das?“
„Sie… ist irgendwie anders. Ich weiß nicht was es ist, aber sie hat irgendein Geheimnis. Ein Problem. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es etwas mit ihrer Familie zu tun hat.“
„Ein Geheimnis? Wie spannend!“, warf Sally ein.
„Möchtest du nun, dass ich erzähle oder nicht?“, maßregelte Eric sie und fing ihren entschuldigenden Blick auf. „Nun ja. Jedenfalls hat sie die extremsten Stimmungsschwankungen, die ich jemals erlebt habe. Von fröhlich zu tieftraurig – das geht so schnell, dass man nicht einmal blinzeln kann in der Zeit. Sie hat kaum Freunde. Allerdings scheint das eher daran zu liegen, dass sie keine will. Ich werde einfach nicht schlau aus ihr…“
Während Eric endlich einmal all das aussprach, was ihn schon so lange belastete, hörten seine Freunde ihm aufmerksam zu. Doch auch wenn es gut tat, endlich einmal offen über all das zu reden – schlauer wurde Eric dadurch auch nicht.

Er kam mitten in der Nacht. Irgendwann, wann genau wusste sie nicht, da ihr jegliches Zeitgefühl abhandengekommen war, hatte sie ihre Kleider abgelegt, die Kette sorgfältig in ihrem Kästchen in einer Schublade versteckt und sich ins Bett geschleppt.
Die Tür öffnete sich, und er trat ein.
„Na, wo ist mein kleines Flittchen?“ Seine Zunge war schwer vom billigen Fusel. Lina lag wach in ihrem Bett und wusste genau, was nun passieren würde. Anstatt zu hoffen, ergab sie sich ihrem Schicksal. Ihr tat so oder so jede Faser des Körpers weh. Süßes Vergessen war alles, was sie sich wünschte.
„Wo ist mein kleiner Engel, meine Schlampe?“
Es tat nicht mehr weh. Ihre Seele fühlte sich an wie tot.
Als er sich zu ihr unter die Decke schob, strahlte eine furchtbare Hitze von seinen Boxershorts aus. „Oh“, entfuhr es ihm überrascht, als er ihre Nacktheit spürte. „Du bist ja schon so weit!“ Doch seine ehrliche Überraschung wandelte sich schnell in Wut. „Ich sage doch, du bist ein Flittchen! So kriegst du die Kerle also rum!“ Grob umfasste er mit einer Hand ihr Gesicht, biss in ihre Lippe, während er mit der anderen das letzte Kleidungsstück an seinem Körper entfernte.
Sie wusste, er war hart wie Stahl. Und so groß, dass jeder einzelne Stoß ihr das Gefühl gäbe, sie zu zerreißen.
„Aber weißt du was? Nun da ich weiß, dass du nicht mehr unschuldig bist, kann ich dich behandeln wie eine richtige Frau! Keine Rücksicht mehr!“
Obwohl sie nicht wusste, was er meinte und sie schon längst durch die vielen schwarzen Flecken und die unzähligen Tränen blind war, flackerte es nun rot vor ihren Augen und ihr wurde noch kälter. In einigen wenigen Augenblicken, wusste sie, würde etwas ganz schlimmes passieren. Nüchtern stellte sie fest, dass das bisher Geschehene nichts war im Gegensatz zu dem, was nun passieren würde.
Sie hörte, wie er Spucke auf seinem Penis verrieb.
Ihr wurde schlecht.
Dann rammte er sich tief in ihren Anus, und ihr entsetzter Schmerzensschrei wurde durch das Kissen gedämpft, in das er sie presste.
Während er ihren Hals im Würgegriff hielt und sie anal vergewaltigte, während sein animalisches Stöhnen den Raum füllte, verlor sie das Bewusstsein.

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