Traumhaft…, 24.09.2013

… oder auch nicht?

Im Grunde hatte ich das schon immer. Eine äußerst lebhafte Fantasie, die ja auch nicht unerheblich dafür ist, dass ich mittlerweile diesen Weg gehe und meinen Überschuss davon zu Blatt bringe. Ich kann also nicht behaupten, dass mich das stören würde. Wieso auch? Sie bereitet mir Freude, ist meine Triebfeder, bereichert mein Leben. Ohne meine Fantasie würde es mir weitaus schwerer fallen, all jene Geschichten zu schreiben, die mir in den Sinn kommen.
Wenn ich überhaupt jemals damit angefangen hätte.

Fantasie ist meine Inspiration. Durch sie kann ich den Ideen, die mir durch den Kopf schießen, Leben einhauchen. Statisches wird lebendig und somit lesbar.
Doch niemals würde ich behaupten, dass Fantasie auch ein reiner Segen ist – und das habe ich erst heute wieder am eigenen Leib spüren dürfen.

Schon als kleines Kind hatte ich oftmals Träume, die derart realitätsnah waren, dass ich am nächsten Morgen schweißgebadet aufgewacht bin. Manchmal auch mit tränenfeuchtem Kissen. Die Wogen der Angst ebbten nur langsam ab, während in mein Bewusstsein sickerte, dass das alles nur ein Traum gewesen ist. Diese Grauzone; das Bewusstsein zwischen Traum und Wirklichkeit: das ist meist die schlimmste Zeit. Die Erinnerungen an den Traum überdecken noch die Wahrnehmung, während man versucht, sich wieder zu orientieren, und eine Weile weiß man gar nicht so genau, was nun Traum ist und was Wirklichkeit.
Gruselig!

Das Ganze geht natürlich auch anders: schöne Träume, die einen entweder nachhaltig glücklich stimmen – oder vielleicht auch etwas melancholisch, weil man feststellen muss, dass das Erlebte eben nur der Fantasie entsprungen ist.

***

Mit 12 oder 13 hatte ich bereits einen Traum, den ich bis heute noch klar vor Augen habe – und ich sage euch, eines Tages werde ich den zu Blatt bringen! Aber die Zeit dazu ist noch nicht gekommen. Heute Nacht jedoch…
Meine beiden Projekte „Sara“ und „Lina“ stehen kurz vor dem Ende, zumindest was die Rohfassung angeht, und wie ich bereits einmal angedeutet habe, lechzt mein Hirn schon nach neuen Ideen.

Gestern hatte ich dann meinen jüngst erworbenen Brockhaus zum Thema „Kreatives Schreiben“ in der Hand und blätterte durch die Seiten. Bei den Genreunterteilungen blieb ich hängen und begann, fieberhaft an möglichen Projekten zu stricken, ohne jedoch ein konkretes Thema zu haben. Große Lust, etwas ganz Neues auszuprobieren, erfasste mich. Ich spiele schon eine ganze Weile mit dem Gedanken, irgendwann auch einmal Geschichten in einem anderen Genre zu schreiben: Thriller, Psychothriller, vielleicht auch etwas Horror.

Und, als hätte es einfach so sein sollen: Heute Nacht habe ich davon geträumt. Von meinem neuen Projekt. Zumindest von einem möglichen neuen Projekt. Wenn es das wird… puh. Dann wird es harte Arbeit. Für mich, meine ich, denn das Thema ist nicht ohne. Aber es kam mir nun einmal zugeflogen – wie schon so oft. Es ist noch ganz unkonkret und konfus in meinem Kopf, doch je mehr Zeit verstreicht, desto konkreter wird es.
Es ist mir erst jetzt, mit genügend Stunden Abstand, möglich, so reflektiert darüber nachzudenken, denn der Traum hat mich derart bis in den Wachzustand verfolgt, dass ich auf Arbeit von meiner Kollegin angesprochen wurde, ob alles okay mit mir sei. Zu dem Zeitpunkt lagen fast drei Stunden, davon alleine 2 Stunden Arbeitsweg, zwischen dem Traum und mir. Und dennoch…
Vielleicht bin ich ja etwas masochistisch veranlagt, wenn ich mich derart intensiv damit beschäftigen will, doch mich hat der Ehrgeiz gepackt, die Begeisterung. Meine Kreativität hat mir etwas zugeflüstert, und ich habe es aufgesogen wie ein Schwamm. Schauen wir mal, was daraus wird!

Und hier kommen wir auch zur Kehrseite der Fantasie. Im Endeffekt hat sie mir ja wieder Gutes gebracht, da ich nun eine neue Idee habe, doch der Weg dorthin war für mich nicht angenehm. In diesem Traum zu stecken hat wirklich keinen Spaß gemacht (denkt an mein Zielgenre, und ihr wisst, wieso). Aber weshalb sollte ich krampfhaft nach Ideen suchen, wenn meine Fantasie mir im Grunde ein fertiges Grundgerüst präsentiert, realitätsnah und mit roter Schleife versehen?

Wie man so schön neudeutsch sagt: „Challenge accepted“. Ich werde mich dem Traum widmen und schauen, was dabei herum kommt. Es kann kein Zufall sein, dass er mir gerade jetzt erschienen ist, als ich mich ernsthaft mit dem Genrewechsel und möglichen Themen beschäftigt habe.

Liebe Fantasie, manchmal quälst du mich, doch immer bereicherst du mich! Und auch wenn es bedeutet, dass ich noch an so manchem Morgen so aufwachen werde, schweißgebadet und mit rasendem Herzen – bitte bleib so, wie du bist. Ich werde dich noch oft benötigen!

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