Vorgeschmack, 26.01.2014

Hallo meine Lieben!

Tadaaaaaa!
(Stellt euch jetzt mal kurz tosenden Applaus, Fanfaren, Tröten und Konfetti vor)
Phase eins des Gewinnspiels ist rum, wir haben zehn wundervolle Beiträge erhalten!
Von nun an habt ihr Zeit bis zum 02.02.2014 um 23:59 Uhr, um abzustimmen, welche der vorgestellten Charaktere euch am meisten ansprechen und wen ich fortan in meine Geschichte um das mysteriöse Dorf einflechten darf!

Ich habe mich sehr über eure Kreativität und die unterschiedlichen Vorschläge gefreut, die viel Potential für die Geschichte bieten!

Als Dank für eure Mühen werde ich euch nun einen kleinen Einblick in exklusives Rohmaterial verschaffen – eine Geschichte, die noch in der Anfangsphase ist, mir aber unglaublich viel Spaß bereitet. Sie hat nichts mit der oben genannten Story um Eva und Ben und das Dorf zu tun, ist lediglich ein neues Projekt von mir. Mal was ganz anderes, und ich bin gespannt, wie es euch gefällt! Es handelt sich um den Anfang der Geschichte.

Ich wünsche euch noch einen wundervollen, gemütlichen und verschneiten Sonntag! Ich werde gleich einen kleinen Schneespaziergang machen, bevor ich mich mit Laptop und (heute) selbstgebackenen Keksen auf meinen Lieblingsplatz, das Sofa mit Kuscheldecke, verziehe!

Viele Grüße,

eure Emma

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1

„Du machst Witze.“ Seufzend blickte ich durch mein Fenster. Klein, quadratisch und mit einem dünnen grauen Schmutzschleier überzogen sollte es mir ausreichend Licht und nicht zu viel Ablenkung bieten, wenn ich Stunde um Stunde meinen öden Bürojob erledigte. Assistentin der Assistentin des stellvertretenden Chefs einer kleinen Zeitung. Selten durfte ich das tun, was ich eigentlich hätte machen wollen: Recherche, raus ins Feld, Berichte schreiben. Stattdessen konnte man meinen Job relativ einfach als Hilfskraft bezeichnen: Kopieren und das Ausstellen vorgefertigter Briefe war so ziemlich alles, was ich machen durfte. Und hinter ausbleibenden Zahlungen hinterherrennen. Meine blauäugige Illusion, durch diesen Job einen Einstieg bei der Zeitung und einen baldigen Aufstieg auf der Karriereleiter zu erhalten hatte ich schon längst aus jenem grauen Fenster befördert.
Mit Arschtritt.
Natürlich interessierte es mal wieder niemanden, dass ich meine Pause überzog. In der hintersten Ecke des trubeligen Büroraumes zog ich kaum Aufmerksamkeit auf mich, solange ich nicht laut aufschrie oder mit meiner würdelosen Arbeit in Verzug kam.
Über meinen eigenen Zynismus erschrocken betrachtete ich meine rotlackierten Nägel, die an einem Zeigefinger einen minimalen Riss in der Farbe aufwiesen. Heute müsste ich sie also noch nicht erneuern.
„Doch doch, und glaub‘s mir, Babe, der Typ ist einfach der Hammer!“
Wen auch immer Mark als „der Hammer“ bezeichnete – wirklich überzeugen konnte mich diese Beschreibung nicht. Mark befand jedes männliche Wesen, das sich länger mit ihm unterhielt, als „der Hammer“, solange es die Grundlegen der Körperhygiene beherrschte. Doch was die Auswahl seines neuen Mitbewohners anging, sah es schon ein wenig anders aus. Seine diesbezüglichen Ansprüche waren derart hoch, dass selbst ich dankend darauf verzichtet hatte, mit meinem besten Freund zusammen zu ziehen. Lieber wohnte ich in einem Schuhkarton als unter den Argusaugen meines gestörten Freundes.
Marks letzter Mitbewohner war so etwas wie ein Heiliger gewesen, und sie hatten wunderbare Zeiten miteinander verbracht. Harmonisch, sauber und äußerst vorbildlich. Doch dann hatte ein unschlagbares Jobangebot die traute Zweisamkeit gestört und nun suchte Mark schon seit drei Monaten nach einem neuen Mitbewohner. Nicht, dass es keine Interessenten gab – bisher war einfach niemand in Frage gekommen. Ich hatte fast schon befürchtet, dass Mark mich bitten würde, doch mit ihm zusammen zu ziehen – und dann das!
„Wie hat der Kerl dich überzeugt?“ Ich hörte ein verdächtiges Geräusch und schielte über die Abtrennung meines Bürowürfels, bevor ich mich wieder auf mein Telefonat konzentrierte. „Nochmal bitte.“
„Ich sagte, dass er einfach nur nett war. Wir haben ewig gequatscht und er hatte super Ideen, wie wir das Wohnzimmer umgestalten können.“
Das Wohnzimmer, das seit Wochen eine Baustelle war, weil Mark zwar riesige Ansprüche an die Hygiene hatte und als Frisör unglaublich geschickt war, dafür aber umso unfähiger, was Renovierungsarbeiten anging.
„Einfach so?“ Nun klang ich doch ziemlich ungläubig.
„Einfach so!“
Ich seufzte ein weiteres Mal auf, riss mich dann aber zusammen, denn ich spürte, wie Mark ungeduldig wurde. Jetzt war es wohl Zeit, sich für ihn zu freuen. Und das tat ich ja eigentlich auch. Immer.
Nur nicht heute, denn heute war der mit Abstand beschissenste Tag meines Lebens. „Ich freu mich für dich, dass das Suchen endlich ein Ende hat!“, brachte ich also lahm hervor.
Nun spürte ich das Zögern am anderen Ende der Leitung. „Sag mal, ist alles okay bei dir?“
„Nicht wirklich. Tracy hat die Beförderung erhalten.“
„Was?“ Marks Entrüstung war so deutlich zu spüren, dass ich hoffte, sie würde bis in die Chefetage wehen und den Sesselfurzern so richtig einheizen.
Ich war am Boden zerstört, um ehrlich zu sein. Seit einem Jahr hatte ich nun schon die Arbeiten eines Praktikanten erledigt und auch keinen wesentlich höheren Lohn dafür erhalten. All das hatte ich getan, um die Stelle der ersten Assistentin zu erhalten. Ich hatte gewusst, dass Maria bald in Rente gehen würde und geschuftet bis zum Umfallen, immer jeden noch so beschissenen Job erledigt und freiwillig Überstunden geschoben. Und dann hatte Tracy die Stelle erhalten. Auch wenn das Ganze anders begründet worden war, war ich mir nahezu sicher, dass die Beförderung etwas mit ihren zwei unschlagbaren Argumenten in Körbchengröße D zu tun hatte, die der schleimige Herr Peters nun aus direkter Nähe würde betrachten können.
Deprimiert schaute ich hinunter auf meine apfelgroßen Titten.
„Das ist nicht deren Ernst?“ Auch wenn Marks Wut gut tat – ändern würde sie dennoch nichts an meiner deprimierenden Joblage, weshalb mein Blick wieder zu dem grauen Fenster wanderte. Ich sollte es mal putzen. Bleibe ja nun doch länger hier.
„Pass auf Süße, wir treffen uns heute Abend im Club M und betrinken uns so richtig. Wenn das kein Grund ist, weiß ich‘s auch nicht!“
„Ich weiß nicht. Ich muss morgen wieder arbeiten…“
„Den Arschlöchern bist du nix schuldig! Dann bist du morgen halt k.o.. Oder krank!“
Nun zupfte doch ein kleines Lächeln an meinen Lippen. „Und hinterher schieben wir eine Nummer?“
„Na klar, wie immer“, antwortete Mark zärtlich.
Das sagten wir jedes Mal, es war unser persönlicher Insider. So konstant wie gelogen. Wir schoben nie eine Nummer. Mark war mein bester Freund.
Und außerdem war er stockschwul.

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