Vorsätze, 14.11.2013

Hallo, liebe Leser!

Ich musste gerade sofort lächeln, als ich meinen Blog öffnete und die Überschrift meines letzten Beitrages las – „Überraschung“. Herrlich, diese Verlosung erfreut mich bis ins Innerste!
Eine solche Reichweite, wie ich sie bei Facebook mit dem Beitrag erzielt habe, habe ich mit noch keinem anderen Beitrag geschafft und ich habe schon viel positives Feedback erhalten. Das motiviert mich natürlich weiter zu machen und verschiedene Ideen schwirren bereits durch meinen Kopf. Doch eins nach dem anderen! 🙂

Ich habe diese Woche sehr fleißig an meinem anderen Manuskript weitergeschrieben, gerade fällt es mir wieder sehr leicht. Das ist toll, denn ich habe die Geschichte eine ganze Weile ruhen lassen. Eines morgens lag ich dann jedoch im Bett und wusste: Heute ist der Tag, weiter zu schreiben. Und nun klappt es wieder! Auch bei der Korrektur von Lina bin ich schon weit. Noch dieses Jahr werde ich einige Testleser benötigen. Mal schauen, wer sich da so bereit erklärt! (Vorsatz!!)

Heute bin ich durch die Stadt gegangen, um ein kleines Geschenk für eine liebe Freundin zu besorgen, die ich am Wochenende besuche. (Das passt ja wieder sehr gut zu meiner Offenbarung, dass ich gerne schenke!). Ich habe richtig Lust bekommen, Weihnachtsgeschenke zu besorgen, und mein durch die Menge schweifender Blick hat gezeigt, dass ich längst nicht die einzige bin, die so denkt. Der vorweihnachtliche Einkaufswahnsinn hat eindeutig begonnen!

Ich brauche noch dringend ein bisschen Weihnachtsdeko, wie üblich bin ich damit spät dran. Aber ich gebe mein Bestes, dass es nicht so läuft wie immer: ich will nicht wieder erst dann Sachen kaufen gehen, wenn sie zwar preislich reduziert aber eben auch in ihrer Auswahl geschrumpft sind und die Zeit fürs Dekorieren eh fast vorbei ist.

Ich hoffe der Vorsatz funktioniert. Hat es bisher nämlich noch nie.

Wie sieht es mit euch aus? Habt ihr auch irgendwelche Vorsätze für die kommenden Wochen? Für Weihnachten? Wie groß ist die Chance, dass ihr sie einhaltet? Vielleicht mögt ihr euch ja – nach Lesen der Fortsetzung – dazu äußern?

Ich wünsche euch jedenfalls viel Spaß dabei und hoffe, dass ihr auf ein ebenso schönes Wochenende blickt, wie ich es tue!

Viele liebe Grüße,

eure Schenk-Rausch-Emma

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Er wollte sie küssen.
Jede Faser seines Körpers sehnte sich danach, Lina in den Arm zu nehmen und ihr mit einem zärtlichen Kuss zu zeigen, was er für sie empfand. Nur mit allergrößter Willenskraft konnte er sich zusammenreißen. Er wusste, dass er sie damit überrumpeln würde, und um nichts in der Welt wollte er diesen Moment zerstören. Sie wirkte so glücklich und zufrieden.
Es war also geschehen. Mehr oder weniger Hals über Kopf hatte er sich in ein Mädchen verliebt, das fernab von dem war, was er in seiner – freundlich ausgedrückt – stürmischen Phase als Standard angesehen hatte. Bei der Vorstellung, wie er sich über seinen Freund Sascha lustig gemacht hatte, verdrehte sich sein Magen. Sicherlich würde er nun alles doppelt und dreifach zurückgezahlt bekommen.
Bald würde er Lina kennenlernen. Eric war gespannt, was Sascha von ihr hielt. Nicht, weil er eine Bewertung ihres Aussehens haben wollte, sicherlich nicht – er wollte einfach nur wissen, ob diese merkwürdige Ausstrahlung von anderen bemerkt wurde. Oder ob er der einzige war, der jederzeit das Bedürfnis hatte, Lina ein Stück hinter seinen Rücken zu schieben und vor der großen, weiten Welt zu beschützen.
Als Lina schließlich zuerst den Blickkontakt brach, hatte sich eine leichte Röte auf ihre Wangen geschlichen. Erstaunt darüber, dass es ihm bisher nicht aufgefallen war, begann er zu grinsen.
Lina räusperte sich. „Wie viel Uhr haben wir eigentlich?“ Ihr Blick wanderte suchend zur Uhr. Halb fünf. Draußen war es schon fast dunkel. „Ähm…“
„Ja… also… willst du noch irgendetwas machen heute? Also, hast du noch was vor…?“ Eric druckste ebenso herum wie Lina.
„Nein, eigentlich nicht…“
„Ich habe noch zwei Stunden Zeit, bis ich die beiden vom Flughafen abholen muss. Wenn du magst, kann ich noch ein bisschen bleiben.“
Lina überlegte kurz. „Also…“
(er sollte besser gehen, ja das sollte er)
„von mir aus kannst du noch bleiben.“
„Fein.“ Er strahlte sie an.
Lina rückte sich ein wenig zurecht und zog ihre Knie eng an ihre Brust. Mit hochgezogenen Augenbrauen schaute sie ihn an. „Und, seit wann ist dieser Besuch von Sascha geplant?“
„Wenn du so fragst… eigentlich schon eine ganze Weile. Aber das genaue Datum – nun, das hat sich eher spontan ergeben. Naja… wir dachten uns, Silvester wäre ein ganz netter Termin.“
„Mhm.“ Gedankenverloren drehte sie eine Strähne ihres feinblonden Haares auf ihrem Finger auf. „Und, muss ich dann den ganzen Abend Englisch sprechen oder was?“
Eric lachte auf. „Nein, das wäre ja umso schöner. Die beiden können auch mehr oder weniger Deutsch. Und sie haben schon klargestellt: wenn sie sich in Deutschland befinden, sprechen sie unsere Sprache. Wenn -“
(wir, er wollte wir sagen)
„ich sie dann aber mal besuche, muss ich Englisch sprechen. Klare Absprache.“
„Klingt fair.“
„Ja, das denke ich auch.“ Er schaute kurz aus dem Fenster. „Mal schauen was ich morgen mit den beiden anstelle. Vermutlich werden sie erst einmal etwas von unserer wunderbaren Metropole sehen wollen.“ Er legte eine Pause ein und schaute sie erwartungsvoll an.
Bestimmt erwartet er jetzt, dass ich frage, ob ich mitkommen kann, konstatierte Lina, doch da sie noch einiges an Lernstoff erledigen wollte, bevor das Jahr endete, schaute sie ihn nur reglos an.
Nach einer ganzen Weile räusperte Eric sich. In dem Bewusstsein, dass sie nichts sagen würde, setzte er sich neben sie auf den Boden. Sein Blick fiel auf den Stapel Bücher und Ordner auf ihrem Schreibtisch.
„Hmmm. Wenn ich die so sehe, bekomme ich ein ganz schlechtes Gewissen.“
„Wie bitte?“ Lina schaute auf. Als sie seinem Blick folgte, entfuhr ihr ein kleines, trockenes Lachen. „Ach ja. Die Lernerei. Hast du noch nicht angefangen?“
„Woher kommt wohl das schlechte Gewissen?“ Er seufzte auf. „Zeig mal, was du so machst…“

Lina fühlte sich hin- und hergerissen. Auf der einen Seite wollte sie sich zurückziehen, verstecken. Sie wollte, dass alles so würde wie noch vor einem halben Jahr.
So schön ruhig. Keine großen Gedanken um andere machen.
Andererseits genoss sie viel zu sehr, dass sich jemand um sie kümmert, sie mochte. Jemand, der versuchte ihr gut zu tun.
Herrgott, so ein schönes Geschenk!
Sie betrachtete Eric. All seine Bewegungen wirkten immer so selbstsicher, so bewusst. Niemals würde Lina auf den Gedanken kommen, dass auch Eric seine Momente hatte, in denen er zweifelte, unsicher war. In gewisser Weise beneidete sie ihn darum.
Es muss so schön sein, sich keine Gedanken darum machen zu müssen, was andere von einem denken… Naja, Eric weiß vermutlich, dass die halbe Schule auf ihn steht. Das muss ja auch gut tun. Und wahrscheinlich versteht niemand, warum er sich ausgerechnet mit mir abgibt…
Sein schwarzes Haar glänzte im Licht ihrer Deckenlampe. Sie seufzte leise auf. Er sah wirklich gut aus, blendend. Wie aus einer Fernsehwerbung entsprungen.
Eric zog seine Jacke an.
Sie wusste, dass er los musste um zum Flughafen zu fahren, wusste, dass er keine andere Wahl hatte, selbst wenn er es möglicherweise wollte.
(Bestimmt, warum sonst kommt er dich in diesem Loch besuchen, schenkt dir eine Kette?)
Stumm beobachtete sie, wie er einen kleinen Schritt Richtung Tür machte, wieder zurück trat, sich ihr zuwandte. „Hmm“, brummelte er, unschlüssig von einem Fuß auf den anderen tretend.
Lina rührte sich noch immer nicht. Mit hängenden Schultern saß sie auf ihrem Sessel und starrte ihn an.
So endet auch der schönste Augenblick, schoss es ihm durch den Kopf, während tiefes Bedauern in ihm aufwallte.
„Also, ich sollte dann mal so langsam los…“
Jetzt merkte er eine winzige Veränderung: Eine undefinierbare Emotion wallte in ihren Augen auf. Er runzelte die Stirn. Aus einem Impuls heraus trat er wieder auf sie zu. Plötzlich wollte er sie hier nicht alleine zurücklassen.
Linas Herz klopfte schneller. Obwohl Eric hoch über sie hinausragte, obwohl er in seinem schwarzen Mantel vor ihr stand und so einen Teil des Lichts blockierte, war Angst das letzte, was sie empfand. Die kleine Elfe drückte wärmend auf ihre Brust.
Eric streckte seine Hand aus, ließ sie aber wieder an seine Seite fallen. „Hey…“
Mit großen Augen schaute sie ihn an.
„…komm doch einfach mit. Wir könnten sie zusammen abholen. Und du sitzt nicht alleine hier herum.“
Ihr Herz wurde schwer, während sie über das Angebot nachdachte. Wenn er mit ihr einen Kaffee hätte trinken wollen oder irgendetwas in der Art, hätte sie vermutlich zugesagt, aber die Situation am Flughafen, wo für sie Fremde auf ihn warten würden… Die Fragen, die mit Sicherheit aufkommen würden… Sie schüttelte ihren Kopf. „Nein, aber danke für das Angebot.“
„Schade.“ Es passte ihm nicht, wie bedrückt Lina schon wieder wirkte. Wo war das fröhliche Glitzern ihrer Augen hin? Tief bohrte er seine Fäuste in die Hosentaschen und überlegte, was er nun tun sollte.
Sie irgendwie überreden mitzukommen? Er wollte sie plötzlich dabei haben. Ob es nur daran lag, weil sie dann aus der Wohnung kam, oder war es purer Eigennutz, um sie noch länger in seiner Nähe zu haben?
Schon nagte die Frustration, die er so oft im Umgang mit dem Mädchen verspürte, wieder an seinem Bewusstsein. Mit dem Wissen, dass es nun wirklich besser war zu gehen, bevor er die zarten Bande, die sich zwischen ihnen entwickelt hatten, durch Ungeduld wieder zerriss, ging er wortlos zur Tür. Er war sich sicher, dass sie ihm nicht folgen würde, doch als er auf den Flur trat, spürte er eine federleichte Berührung – Linas Hand an seinem Oberarm.
„Ich bringe dich zur Tür.“ Ein leises, ironisches Schnauben. „Bevor du dich verläufst.“
Gedämpfte Geräusche kamen aus dem Wohnzimmer. Der Fernseher lief, und eine Männerstimme
(Stefan)
murmelte unverständliche, eindeutig zornig klingende Worte.
In dem engen Flur, Lina an seiner Seite, kam Eric sich vor wie ein Riese. Anspannung füllte die Luft, dick und triefend wie Sirup. Jeder Schritt, der ihn näher zur Tür brachte, verstärkte seine Überzeugung, Lina aus dieser Wohnung herausschaffen zu müssen.
Am besten einfach schnappen, über die Schulter werfen und verschwinden.

An der Haustür angekommen, räusperte er sich. „Und du willst sicher nicht mit?“
„Nein, nein. Genieß du mal die Wiedersehensfreude. Dazwischen habe ich nichts zu suchen.“ „So ein Quatsch!“, rief er, viel zu energisch. Tief durchatmend riss er sich zusammen. „Ich würde dich gerne dabei haben. Aber wenn du nicht möchtest…“
Mit flehendem Blick schaute sie ihn an. „Bitte, ich kann einfach nicht.“
Unfähig, sich dieser Aura zu widersetzen, verwandelte sein Ärger sich in Mitgefühl. Vorsichtig nahm er sie in den Arm, erfreut darüber, dass sie nicht mehr stocksteif wurde, und presste sein Gesicht kurz an ihr Haar. „Schon okay. Mach dir keine Gedanken“, murmelte er sanft. Während er ihren schmalen Körper umfasste, begann sein Herz zu galoppieren. Wieder war er da, dieser Drang sie zu küssen. Stattdessen jedoch befahl er seinen Muskeln loszulassen. Als Eric ins Treppenhaus trat, lächelte er ihr aufmunternd zu. „Also, nicht vergessen. Übermorgen um 18 Uhr stehe ich wieder auf der Matte.“
„Das werde ich schon nicht“, erwiderte sie, noch immer aufgewärmt von der Umarmung.
„Pass auf dich auf.“
Schon kroch die Kälte wieder in ihr Herz. „Ja.“
„Mach dir einen schönen Abend, hörst du?“ Noch tausend andere Worte auf der Zunge und mit dem kaum zu bändigendem Drang, Lina wie Tarzan seine Jane zu schnappen und sie aus ihrem Leben, aus ihrer Trauer herauszureißen, wandte er sich schließlich ab.

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