Weihnachtszeit, 26.12.2013

Hallo, liebe Leser!

Vielleicht verirrt ihr euch ja schon heute hierhin, trotz des Weihnachtsfeiertages, vielleicht auch erst später. So oder so – auch wenn heute ein Feiertag ist, möchte ich euch nicht die neue Fortsetzung vorenthalten!
Vielleicht – oder eher hoffentlich – seid ihr gerade im Kreis eurer Liebsten, genießt den Zauber und macht euch eine schöne Zeit. Vielleicht liegt ihr im Fresskoma; jetzt wo der größte Teil der Feiertagszeit rum und somit Braten, Kuchen und andere Leckereien größtenteils verputzt sind.
Vielleicht kommt ihr jedoch auch gerade zur Ruhe, genießt die Besinnlichkeit alleine oder bestaunt eure Geschenke.
So oder so – ich hoffe von Herzen, euer Weihnachten ist wunderschön!!

Ich werde nun auch wieder aufbrechen, verzeiht dass ich euch nur einige wenige Zeilen widme, doch sie sind besser als nichts und sie kommen von Herzen! Dafür ist die Fortsetzung heute etwas länger – und glaubt mir, sie wird spannend!

Ich schicke euch meine wärmsten Grüße und wünsche euch eine schöne restliche Zeit!!

Eure Emma

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Die Musik hallte laut durch das ganze Haus, verursachte aber keine weiteren Hörschäden. Lina bewegte sich langsam durch die einzelnen, ihr zumeist unbekannten Gesichter. Zu ihrer Erleichterung hatte sie sich ein persönliches Vorstellen ersparen können, Eric hatte lediglich eine Menge Namen und kurze erklärende Details in ihr Ohr geflüstert, die sie sofort wieder vergessen hatte.
Die meisten Anwesenden waren Freunde und Bekannte von Eric, die nicht aus der Schule kamen. Dennoch erkannte sie einige aus ihrem Jahrgang. Sie hätte fast aufgelacht, als sie auch Michaels verdutztes Gesicht erkannte.
„Lina! Was machst du denn hier?“, fragte er sie erstaunt. Offensichtlich hatte er nicht mit ihrer Anwesenheit gerechnet.
„Sie ist heute ebenso mein Gast wie alle anderen auch.“, erklärte Eric, der genau in diesem Moment hinter sie trat und seine Hand leicht auf ihren Rücken legte. „Ist das etwa ein Problem?“
„Nein, sicher nicht. Ich habe mich einfach nur gewundert…“, erwiderte Michael schnell, ebenso verdutzt über Eric aggressiven Ton wie Lina, während er sich langsam rückwärts von ihnen entfernte.
„Was war denn das?“, fragte Lina ihn.
„Du solltest lieber fragen, was das für eine selten dämliche Frage war! ‚Was machst du denn hier?’“ Er reichte ihr ein Glas, der eigentliche Grund für sein Auftreten, atmete einmal tief durch und lächelte sie an. „Hier, probier mal. Das hat Sascha gemixt.“
Sie nahm das Glas und trank einen vorsichtigen Schluck. Es schmeckte gut, schön fruchtig, aber enthielt auch eine Menge Alkohol. „Du willst mich wirklich betrunken machen.“
Eric grinste sie an. „Niemals.“
Mit dem Glas in der Hand wanderte sie weiter durch die Menge. Sally war in der Küche verschwunden, sie briet das Fleisch und bereitete die letzten Notwendigkeiten für das kleine Buffet, das geplant war, vor.
Tse. Sie muss jetzt Saschas merkwürdige Idee ausbaden, während er oben feiert, dachte Lina kopfschüttelnd, wurde aber, als sie ihre Hilfe anbot, von Sally händewedelnd und mit der Aussage „Geh du erst einmal und amüsiere dich ein bisschen“ verscheucht.
Schulterzuckend und auch ein wenig erleichtert war sie gegangen.
Da sich kaum jemand wirklich für sie interessierte – wieso auch, schließlich kannte sie niemand – setzte sie sich, wieder oben angekommen, auf einen der Sessel in die Ecke des Raumes und lauschte einfach nur der Musik.
Sie fühlte sich nicht richtig wohl in ihrer Haut, dafür waren zu viele Menschen um sie herum. Eric lief irgendwo durch das Haus und begrüßte seine Freunde
(was ja auch nicht schlimm war, schließlich war er der Gastgeber),
Sascha war in ein angeregtes Gespräch vertieft und Sally steckte in der Küche. Lina seufzte auf. Was sollte sie also groß tun, außer herumzusitzen?
Als nach einer Weile das Buffet eröffnet wurde, stürzte sich der Großteil der Schar nach unten. Sascha trat lächelnd auf sie zu. „Du fühlst dich nicht so wohl, oder?“
Sie zuckte mit ihren Schultern. „Ich kenne einfach kaum jemanden.“
„Sally hat jetzt auch endlich Zeit, ihr beiden könnt euch ja zusammen tun. Sie kennt auch kaum einen hier.“ Er schaute sie verständnisvoll an. „Und wenn ich Eric sehe, trete ich ihm in den Hintern, dafür, dass er dich so alleine lässt.“
„Nein, nein, schon gut. Ist nicht weiter schlimm!“, versuchte sie ihm hastig zu erklären, doch er schüttelte nur den Kopf.
„So, und jetzt besorgen wir uns auch etwas zu essen, bevor nichts mehr übrig bleibt!“
Lina hatte zwar noch keinen Hunger, folgte ihm aber.
Unten stießen sie auf Sally und Eric, die am Fuße der Treppe standen und offensichtlich auf sie warteten.
„Bisher sind alle da, die kommen wollten.“, stellte Eric zufrieden fest.
„Na klar, bei einer solchen Feier!“, warf Sascha belustigt ein.
„Ich habe jetzt mit allen ein paar Worte gewechselt.“, wandte Eric sich an Lina. „Nun habe ich auch mehr Zeit für dich.“
Sie warf ihm einen kurzen Blick zu, wandte sich aber sogleich wieder ab. „Du musst dich nicht um mich kümmern.“
„Doch, er muss.“, mischte Sally sich ein. „Und ich werde es auch tun!“
Nun wurde Lina rot. Es war ihr unangenehm, so im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen. „Macht euch einfach einen schönen Abend.“
„Genau, und zwar mit dir.“ Munter hakte Sally sich bei ihr ein und zog sie zum Buffet.
Die beiden Jungs blieben zurück.
„Die Arme saß eben die ganze Zeit auf dem Sessel in der Ecke.“, klärte Sascha seinen Kumpel auf.
„Oh.“ Sofort setzte sein schlechtes Gewissen ein. „Das wollte ich nicht.“
„Ich weiß. Aber trotzdem sollten wir ein bisschen mehr darauf achten, dass sie sich nicht allzu verloren fühlt.“
„Ja, sicher.“
Nun folgten sie den beiden in die Küche. Die großen Schüsseln voller Salat und die Fleischberge waren zwar schon deutlich geschrumpft, es war aber noch genügend für die vier da. Mit voll beladenen Tellern
(Lina war sich noch nicht sicher, wie sie ihren leeren sollte)
steuerten sie einen der Stehtische, die in der Diele standen, an. Überall um sie herum wurde gelacht, gekaut, geredet, und im Takt der Musik das Fleisch zerschnitten. Das Feuer brannte fröhlich hell vor sich hin, während sie sich eine Grundlage für eine ausgedehnte Feier schafften.
Es war noch nicht einmal neun Uhr.
Lina konzentrierte sich voll und ganz auf ihr Essen, weshalb ihr die ständigen Seitenblicke, die Eric ihr immer wieder zuwarf, entgingen. Dem Gespräch über die einzelnen Gäste, frisch erfahrenen Neuigkeiten und über die Musik folgte sie nur mit einem Ohr. Ihre Gedanken wanderten immer wieder zu Stefan und ihrer Mutter. Hatten sie schon gemerkt, dass sie weg war? Mit Sicherheit. Bei dem Gedanken an die möglichen Konsequenzen verging ihr der Appetit und sie schob den Teller von sich.
Wäre sie doch bloß nicht mit Eric mitgefahren!
„Hey Süße, schon satt?“, fragte Sally beim Anblick des kaum berührten Essens erstaunt.
„Ja, ich… habe doch vorhin erst Nudeln gegessen.“
„Das bisschen!“ Kopfschüttelnd schob Sally den Teller wieder vor Linas Nase. „Iss noch ein wenig, sonst kippst du vor Mitternacht schon um!“
Unglücklich beäugte Lina den Salat. „Was hast du denn vor? Komatrinken?“
Sally grinste sie frech an. „Nein, aber mir schwebt da ein Spiel vor…“
Eric und Sascha stöhnten gleichzeitig auf. Das konnte ja nichts Gutes bedeuten!

Nach dem Essen gingen sie gemeinsam nach oben und zwängten sich zu den anderen auf das Sofa. Sally zog ein Kartenspiel hervor und eine Flasche Schnaps. Schnell hatten sich einige Mitspieler für das feuchtfröhliche Spiel gefunden.
Lina, die sich zunächst vorgenommen hatte, nicht mitzuspielen, ließ sich schließlich von allen anderen Mitspielern – auch denen, die sie nicht kannte – überreden, bis sie mit von der Partie war. Zu ihrem eigenen Entsetzen lachte sie nahezu authentisch fröhlich, als sie merkte, wie sehr die anderen sie davon überzeugen wollten, mitzuspielen. Das tat irgendwie gut…
Dementsprechend hielt sie sich nicht zurück, und während die Zeit verging, häuften sich die Schnäpse, die sie trinken musste. Ein herrlich schwummeriges Gefühl machte sich in ihr breit. Eric bemerkte das, und er wusste nicht, was ihm mehr gefiel: Der Gedanke, dass sie so unbeschwert spielen konnte, oder die Tatsache, dass sich die süße, stille, ernste Lina tatsächlich einen kleinen Schwips antrank. Und das unter seinen Augen!
Als sie genug gespielt hatten, zog Sascha seine Freundin kurzerhand auf seinen Schoß, und als Eric Lina einen herausfordernden Blick zuwarf, schüttelte sie vehement den Kopf. Sie konnte gerade noch würdevoll erklären, dass sie lieber auf dem Boden säße als auf seinem Schoß, da zog er sie schon zu sich. Mit einem leisen Aufschrei landete sie auf seinen Beinen, doch da er seine Arme fest um ihren Oberkörper schlang, hatte sie keine Möglichkeit, wieder aufzustehen. Peinlich berührt saß sie steif da. Ihre herrliche rosa Schwippswolke verpuffte.
„Entspann dich doch. Du bist mir schon nicht zu schwer.“, murmelte er ihr ins Ohr, doch Lina konnte seiner Aufforderung nicht folgen. Ihr Herz raste, während sie seinen Brustkorb in ihrem Rücken spürte.
Zu nah, zu nah, zu nah!, war alles, was sie denken konnte. Sie fing einen Blick von Sally auf, die sie fast schon besorgt beobachtete. Alle um sie herum waren scheinbar in höchst interessante Gespräche verwickelt, während die beiden Mädchen sich stumm anschauten.
Oh Gott, ich halte das nicht mehr länger aus!, schoss es Lina durch den Kopf. Sie fühlte sich sehr unwohl. Unruhig rutschte sie ein wenig herum – was zur Folge hatte, dass Erics Griff sich noch verstärkte.
Als sie von weitem auch noch sah, wie Michael und ein paar andere aus ihrem Jahrgang aufgeregt miteinander tuschelten und ihr immer wieder Blicke zuwarfen, wurde es ihr zu viel. Gerade wollte sie sich mit aller Kraft aus Erics Umarmung befreien, als Sally ihr zur Hilfe kam.
„Ach komm, Lina. Es ist so laut hier. Lass uns mal nach unten in den Wintergarten gehen.“ Mit diesen Worten glitt sie von Saschas Schoß und zog Lina aus Erics Armen. Für einen Moment spürte sie tiefe Erleichterung und Dankbarkeit, bis ihr jedoch bewusst wurde, dass sie nun mit Sally alleine sein würde.
Sie war sich nicht sicher, ob das eine viel bessere Alternative war. Mit durcheinander wirbelnden Gedanken stolperte sie hinter Sally her, die sich zielstrebig wie immer einen Weg durch die Menschen bahnte.
Der Wintergarten war leer, als sie dort ankamen. Die vielen Kerzen flackerten einladend. Lina ließ sich auf eines der Kissen auf der Fensterbank sinken. Die kühle Glasscheibe presste sich an ihren Rücken und erzeugte eine leichte Gänsehaut. Dieser Platz gefiel Lina deutlich besser als Erics Schoß.
Sally zog einen der Stühle unter dem Tisch hervor und setzte sich Lina gegenüber. Für einen kurzen Moment herrschte Schweigen, das Lina schließlich mit einem leise gemurmelten „Danke“ unterbrach.
„Gern geschehen. Ich habe doch gesehen, wie unwohl dir war.“
Lina schaute sie nur an.
„Man könnte meinen, Erics Nähe wäre dir unangenehm.“, stellte Sally fest, ein Hauch von Überraschung in der Stimme.
„Mag sein.“ Lina hob ihre Beine auf das Brett und legte ihr Kinn auf die Knie.
Entgegen aller Erwartungen und Reaktionsmöglichkeiten begann Sally zu lachen. „Ich finde es wirklich amüsant.“
Lina schaute sie verdutzt an. „Was denn?“
„Naja, in Amerika hätte ihm jedes Mädchen zu Füßen gelegen, das er anschaut, und hier…“ Sallys Augen blitzten amüsiert, doch dann wurde ihr Blick wieder ernst. „Er hat einfach keine Chance bei dir.“
Lina wurde bleich. „Wieso sollte er auch? Also, ich meine, warum…“
Sally schüttelte ihre braune Haarpracht. „Ach Lina…“ Sie kämpfte innerlich mit sich. Sollte sie es ihr sagen? Sollte sie Erics Empfindungen aussprechen? Es war offensichtlich, dass das kleine schüchterne Mädchen, das ihr gegenüber saß, nicht die geringste Ahnung hatte. Und so, wie sie es diesen Abend bisher beobachtet hatte, war auch Eric nicht auf dem besten Wege, es Lina endlich zu zeigen.
„Und, wird er in Amerika vermisst?“, versuchte Lina das Thema zu wechseln.
Sally grinste. „Von etwa einem Dutzend Mädels auf jeden Fall. Aber im Ernst: vor allem von Sascha. Die beiden planen schon fleißig den Urlaub nach den Prüfungen.“
„Ah, Urlaub…“ Lina versuchte sich nicht anmerken zu lassen, was ihr gerade durch den Kopf schoss: Er ist also bald wieder weg, ganz weit weg… Sie riss sich zusammen. Das ist doch auch eigentlich egal. Immerhin will ich bis dahin eh nichts mehr mit ihm zu tun haben…
„Ja, er möchte für ein paar Wochen rüber kommen. Schlafen kann er bei uns, das spart einige Kosten.“ Als sie Linas sehnsuchtsvollen Blick sah, fügte sie spontan hinzu „Du kannst ja mitkommen, für ein dünnes Ding wie dich haben wir auch noch Platz. Und vielleicht tut die amerikanische Fast-Food-Kultur dir ja auch ganz gut!“
Lina blickte sie traurig an. „So einfach ist das nicht.“
„Aber wieso? Wann habt ihr euch den Urlaub denn mehr verdient als nach euren Prüfungen? Außerdem hat Urlaub noch niemandem geschadet.“
„Das kann ich mir gar nicht leisten.“
Sally lachte vergnügt auf. „Das sollte bei Eric nicht das Problem sein.“
Lina zuckte zusammen. „Klar. Wieso sollte er so viel Geld für mich ausgeben? Wahrscheinlich würde es ihm gar nicht passen, wenn ich mitkomme.“
„So ein Quatsch!“, erwiderte Sally. „Es würde ihm wahrscheinlich sogar sehr gut passen!“
Lina schüttelte langsam ihren Kopf. „Aber wieso?“
„Lina.“ Sally seufzte tief auf. „Weil er dich mag.“
Wie vom Donner gerührt erstarrte sie.
Weil er dich mag.
Da war es wieder. Irgendwie noch schlimmer, noch intensiver, wenn es ein Außenstehender sagte. Nein, das war nicht richtig. Das durfte nicht sein. Verzweifelt suchte Lina nach weiteren Gegenargumenten, ohne sich anmerken zu lassen, was sie gerade empfand. Mit großen, traurigen
(Traurig, wieso traurig?)
Augen schaute sie Sally an. „Das ist nicht gut. Gar nicht gut.“
Besorgt stand Sally auf und setzte sich neben sie. „Wieso?“
Erste Tränen sammelten sich hinter Linas Augen. „Könntest du ihm diese Idee bitte wieder ausreden?“, fragte sie leise.
Sally schaute sie erstaunt an. „Ich soll ihm ausreden, dass er dich mag? Wieso das denn? Wie stellst du dir das vor?“
„Weil es einfach nicht geht. Es funktionert einfach nicht so.“ Blind starrte Lina ins Leere. Warum erzählte sie Sally das Ganze überhaupt? Warum verschwand sie nicht einfach auf der Stelle? Es war alles so viel, alles so intensiv, alles irgendwie so falsch.
„Aber wieso denn nicht? Man sieht es ihm an, wie sehr er dich mag, und er ist ein wirklich toller Kerl! Und du wärst doch gar nicht hier, wenn du ihn nicht auch mögen würdest!“
Lina schüttelte nur den Kopf. Ihr wurde unsagbar schlecht, als ihr so langsam die wahre Bedeutung von Sallys Worten bewusst wurde. Doch Sally reichte es nicht mehr, nur Andeutungen zu machen.
„Lina. Ich glaube du bist die einzige, die es bisher nicht bemerkt hat. Eric ist total verliebt in dich. Merkst du das denn gar nicht?“
Linas Herz blieb endgültig stehen. Ihr wurde eiskalt.
Eric. Verliebt. In mich. Ich hätte es wissen müssen.
Unendlich müde schloss sie ihre Augen.

Sally merkte, dass Lina einen Augenblick für sich benötigte um sich zu sammeln, weshalb sie langsam den Raum verließ. Ihr Gewissen meldete sich leise, als sie über Linas Reaktion nachdachte. Es war merkwürdig. Statt Verwunderung oder vielleicht sogar Freude hatte sie lediglich Entsetzen gezeigt.
Ja, Entsetzen war das richtige Wort, um ihren Gesichtsausdruck, ihre Reaktion zu beschreiben.
Was habe ich da angerichtet? fragte sie sich, als sie widerstrebend hoch in den ersten Stock ging. Eindeutig etwas, was ich so nicht beabsichtigt habe, soviel steht fest…
Aber wie konnte sie auch ahnen, dass eine Liebeserklärung
(naja, eine indirekte sozusagen)
eine so untypische Reaktion hervorriefe?
Sally stöhnte auf. Sie hätte es ahnen müssen. Hatte Eric nicht klar und deutlich gesagt, dass Lina gefühlstechnisch mit Vorsicht zu behandeln war?
Und dann platzte sie mit so etwas heraus?
Warum hatte sie nicht einmal ihren Verstand einsetzen können, bevor sie den Mund aufmachte?
Und zu allem Überfluss hatte sie Lina nun auch noch alleine gelassen. Sallys Magen zog sich schmerzhaft zusammen.
Während um sie herum tanzende Leiber zum Takt der Musik wogten, lachende Stimmen lauthals die Fortschritte eines weiteren Spieles verkündeten und Alkohol durch sämtliche Kehlen floss, hielt Sally verkrampft nach Eric Ausschau. Nirgendwo konnte sie ihn erblicken. Gerade wurde sie richtig unruhig, als Sascha ihr in den Weg stolperte.
„Hey!“, begrüßte er sie fröhlich und drückte ihr einen Kuss auf den Mund. „Wir haben euch schon-“ Er stoppte, schaute sich um. „Wo ist Lina?“ Dann sah er ihren Gesichtsausdruck und sein Lächeln verschwand. „Was ist passiert?“
„Ich habe Mist gebaut.“, hauchte Sally.
Sascha runzelte die Stirn. „Was meinst du?“
„Ich habe es ihr gesagt…“
„Was hast du ihr gesagt?“ Sascha packte seine Freundin ungeduldig an die Schultern und zwang sie, ihn anzuschauen.
„Dass…“ Sie schluckte schwer. „Dass Eric sich in sie verliebt hat.“
Für einen Augenblick schauten sie sich stumm an. Sascha erkannte ihren inneren Aufruhr, weshalb er ihr keine Vorwürfe machte. Dazu hattest du kein Recht, bla. Er hätte es ihr selber sagen sollen, blabla… all das wusste Sally selber, also hielt er seinen Mund. Zärtlich und beruhigend strich er ihr eine Locke aus dem Gesicht. „Ich hole Eric.“

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