Aufregung pur

Meine Lieben,

auch wenn heute Donnerstag ist und somit die neue Fortsetzung im Fokus stehen sollte – mein Kopf ist gerade ganz woanders!
Gestern Abend und heute Vormittag habe ich, mit tatkräftiger Unterstützung meines Freundes, den Verkauf von Lina vorbereitet. Über die Plattformen Neobooks und Amazon kann man tatsächlich von nun an Lina käuflich erwerben. Auf letzterer in Kürze auch als Taschenbuch.

Es ist soweit!

Ich kann es kaum fassen. So lange habe ich darauf hingearbeitet, habe es als realistischen, aber weit entfernten Traum betrachtet, irgendwann einmal sagen zu können: „Hey, du hast ein Buch veröffentlicht“. Und nun? Da ist es soweit und ich weiß nicht wohin mit meiner Freude. Sie brodelt in mir wie ein heißer Kessel, ist kurz davor überzukochen, doch ich kann und will nichts dagegen tun. Es ist das erste Mal, dass ich veröffentliche, sicherlich jedoch nicht das letzte Mal. Ich habe ein paar Projekte, die ich durchaus als Selfpublisher veröffentlichen könnte. Abgesehen davon stehe ich derzeit jedoch auch in Kontakt mit einem Verlag. Ja, es geht bergauf, es zeigen sich Wege zwischen all dem Geröll und ich muss aufpassen, dass ich nicht vor Freude und Übermut stolpere. Aber so oder so – egal was kommt, ich habe meinen Traum eingeholt und beabsichtige, nun Hand in Hand mit ihm zu gehen. Denn was gibt es besseres, als seinen Traum zu leben? Ich gebe ihn nicht mehr her, ich lebe, ja, ich lebe so, wie ich es möchte.

Ist das nicht der Wahnsinn?

Wenn euch meine Lina gefällt und ihr sie gerne in der Hand haben wollt – entweder direkt als ebook oder schon bald als Taschenbuch, dann könnt ihr hier und jetzt oder auch demnächst zuschlagen. Ich freue mich sehr – und freue mich auch über Feedback!! 🙂

Zunächst aber viel Spaß beim Lesen und ganz liebe, aufgekratzte Grüße,

Lina

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– Achtzehn –

Nun, da die Party auch vorbei war, standen die Prüfungen direkt vor der Tür. Es war, als wäre der Schulabschluss plötzlich nicht mehr nur noch ein zukünftiges Ziel, ein flüchtiger Gedanke, den man schnell von sich schob, nein, er wurde greifbar, real. Anspannung legte sich auf die gesamte Schülerschar des Abschlussjahrgangs, während die letzten wenigen Tage bis zum offiziellen Prüfungszeitraum verrannen.
Doch nicht nur diese Spannung sorgte für Aufregung: Lina spürte überdeutlich, dass sich seit jenem Abend etwas zwischen ihr und Eric verändert hatte. Es war, als wäre das leichte, lockere Gleichgewicht, das zuvor zwischen ihnen geherrscht hatte, einer klirrenden, knisternden Anspannung gewichen. Sie war sich seiner Aufmerksamkeit plötzlich ganz anders bewusst. Wenn er ihr zwischendurch einen Blick zuwarf, spürte sie ein Kribbeln tief in ihrem Bauch. Natürlich konnte sie sich, Schwips hin oder her, an jedes einzelne Wort erinnern, das zwischen ihnen gefallen war, und während sie verzweifelt gegen das Schamgefühl kämpfte, das deshalb immer wieder in ihr aufwallte, fragte sie sich, wie sie mit dieser neuen Situation umgehen sollte. So mutig sie sich an jenem Abend gegeben hatte, glaubte sie nun, im nüchternen Zustand, nicht daran, in der Lage zu sein, mehr als nur Küsse mit Eric auszutauschen – und das auch nur deshalb, weil es diese Form von Austausch zwischen ihr und Ihm nicht gegeben hatte.
Nun saß sie schon einige Stunden im Wintergarten, ihre Deutschunterlagen auf ihrem Schoß – dies würde ihre erste Klausur sein – und versuchte, sich alles noch einmal durchzulesen. Lina spielte gerade gedankenverloren mit einer ihrer blonden Strähnen, als Eric neben ihr erschien.
„Da bist du also!“ Lina zuckte erschrocken zusammen, weshalb Eric leise auflachte. „In welcher Welt hast du denn gesteckt?“ Lächelnd hockte er sich neben sie auf die Tischplatte und warf einen Blick auf ihre fein säuberlich geführten Notizen. Und seufzte auf. „Wieso lernst du überhaupt noch? Du wirst eh alles können und mit Bestnote bestehen.“
„Sag das nicht, das ist überhaupt nicht sicher!“, erwiderte Lina besorgt und runzelte ihre Stirn. „Was, wenn ich irgendetwas Wichtiges vergesse?“
„Dann ist das halt so. Was du jetzt nicht im Kopf hast, wirst du bis morgen eh nicht mehr sicher reinbekommen. Aber von uns beiden wirst bestimmt du diejenige sein, die weniger Schwierigkeiten haben wird. Von daher…“
Lina schüttelte ihren Kopf. „So ein Quatsch. Du bist doch auch gut in Deutsch und hast viel gelernt-“
Eric unterbrach ihren Redeschwall mit einem festen Kuss auf ihre Lippen. „Na komm, du hast für heute genug getan. Lass es uns heute Abend mal so richtig gemütlich machen, ohne einen Gedanken an die Prüfung zu verschwenden!“, schlug Eric vor und schnappte sich Linas Ordner.
„Du bist gut! Morgen ist die Prüfung, wie soll ich mich da ablenken?“, rief Lina entsetzt auf. Sie versuchte, sich ihren Ordner wiederzuholen, doch Eric hielt ihn außer Reichweite.
„Ich bitte dich, Lina! Seit der Party vergräbst du dich regelrecht hinter deinen Büchern. Jetzt reicht es. Man kann auch zu viel lernen! Ich bring dich heute Abend auf andere Gedanken, das wird dir gut tun!“
Bei diesen Worten erstarrte Lina innerlich. Was meinte er damit, sie auf andere Gedanken bringen zu wollen? Ihr Magen krampfte sich schmerzhaft zusammen, während sie an Dinge dachte, die sie noch an jenem Abend angeheitert und beleidigt von ihm verlangt hatte… und für die sie eindeutig nicht bereit war. Auch Eric spürte ihre plötzliche Anspannung. Ihm wurde bewusst, wie man seine locker daher gesagten Worte verstehen konnte. Verlegen schob er seine rechte Hand in die Hosentasche. „Ich dachte eigentlich an einen schönen Filmeabend mit Pizza bestellen und allem Drum und Dran“, ergänzte er deshalb brummelig.
„Oh“, entfuhr es Lina schwach. Natürlich. Was auch sonst. Der Schock hatte gereicht. Sie gab den Kampf um ihren Ordner auf und legte ihre Hände in ihren Schoß.
Wie kann ein Mensch nur so widersprüchlich sein?, wunderte Eric sich. Am Samstag fordert sie noch, endlich wie eine Frau mit sexuellen Bedürfnissen betrachtet zu werden, und jetzt verhält sie sich, als hätte sie Angst davor, dass ich mich auf sie stürze! Nicht, dass er darüber nicht schon ausführlich nachgedacht hätte. Dass es ihm nun noch schwerer fiele, seine Bedürfnisse zu unterdrücken.
„Also, magst du nun mitkommen oder nicht?“, fragte er sie ein weiteres Mal, ein wenig gereizter als es vielleicht nötig gewesen wäre.
Lina zögerte nur kurz. „Na gut, aber nur, wenn es Hawaiipizza gibt.“

Nur eine halbe Stunde später hatte Lina genau diese im Großformat vor sich liegen. Sie saßen oben auf der großen Couch und schauten sich irgendeine hirnrissige Komödie an, von der sich Eric erhoffte, dass sie sie beide auf andere Gedanken brachte. Lina war schließlich nicht die Einzige, die Ablenkung vor der Prüfung brauchte, auch wenn er das ihr gegenüber nicht zugegeben hatte. Ihm war jedoch bewusst, dass das bevorstehende Abitur ihm deutlich weniger Schwierigkeiten bereitete als Lina, wenn auch nicht auf lerntechnischer Ebene. Ihm war schon klar, wie es weitergehen würde. Das Abitur bedeutete keine große Unsicherheit, vielmehr nur eine der vielen kleinen Hürden, die es auf dem Weg zum Erwachsenwerden und zur Eigenständigkeit zu meistern gab. Für Lina jedoch bedeutete das Abitur die Grenze zu einem neuen Lebensabschnitt, mit dem sie sich bisher noch nicht auseinanderzusetzen erlaubt hatte. Ein Abschnitt voller schwarzer Lücken und Unsicherheiten, der bisher einzig durch ihren Traum, Psychologie zu studieren, Formen angenommen hatte. Formen, die sie jedoch stets sofort wieder verwarf.
Lina glaubte nicht daran, glücklich werden zu können und es fiel Eric sehr schwer, das nachzuvollziehen. Zumindest jetzt, wo er in ihr Leben getreten war, wollte er verhindern, dass es auch weiterhin so blieb.
Während Lina nach und nach ihre Pizza aß, genoss Eric das Gefühl, ihr beim Essen zuschauen zu können. Aus nicht ganz rational erklärbaren Gründen hatte er stets das Bedürfnis, sie aufpäppeln zu müssen, immer besorgt darum, dass sie genug aß. Dabei sah sie längst nicht mehr so schlecht aus wie zu der Zeit, als sie sich kennengelernt hatten.
Lächelnd rutschte er etwas näher und legte seinen Arm um ihre Schulter. Er merkte, wie sie sich ein wenig anspannte und wusste genau, dass sie ebenso wie er selbst die Elektrizität zwischen ihnen spürte.
Das war gar nicht so übel. Eric musste grinsen. Nein, ganz und gar nicht.
Den restlichen Abend bewegte sich Eric nur ein weiteres Mal vom Fleck, um ihnen beiden eine große Portion Eis zu besorgen. Beim Anblick der vollen Schüsseln riss Lina entsetzt die Augen auf – „Willst du mich mästen?“ – und strich sich über ihren vollen Bauch. Doch unter Berufung auf die Existenz eines gesonderten Nachtischmagens verputzte sie auch diese Portion ohne weiteres Murren. Dass Eric sie im Anschluss nah an sich zog und begann, ihren Arm zu streicheln, fühlte sich nach einer Weile sogar richtiggehend gut an, und während sie sich schließlich doch entspannte, vergeudete sie tatsächlich kaum noch einen Gedanken an die bevorstehenden Prüfungen. Ebenso wenig wie an die Spannung, die neuerdings zwischen ihnen herrschte.
Als sich der Film dem Ende näherte, stellte Eric zufrieden fest, dass er sein Ziel erreicht hatte. Nicht nur, dass er selber nicht mehr so nervös war, Lina war infolge des reichhaltigen Essens und der Dauerberieselung des Filmes irgendwann schläfrig an seiner Seite zusammengesunken. Mit Sicherheit hatte sie in den letzten Stunden kaum einen Gedanken an Deutsch oder an andere Prüfungen verschwendet, da war er sich sicher.
Zärtlich betrachtete er ihr Gesicht. Ihre Augen waren geschlossen, und auch wenn sie mittlerweile mehr aß, sah sie noch immer sehr zerbrechlich aus. Vor allem die kleinen lila Äderchen in ihren Augenlidern unterstrichen dies.
Vorsichtig schob er sie ein wenig zur Seite, um aufstehen zu können. So leid es ihm auch tat, aber es war Zeit, ins Bett zu gehen.
Lina brummelte leise vor sich hin. Flatternd hoben sich ihre Lider und träge beobachtete sie, wie Eric die Überreste dieses Abends forträumte. Es war schön gewesen… Während Lina sich ein wenig streckte, wanderten ihre Gedanken jedoch wieder zu ihrem Deutschordner, der auf ihrem Schreibtisch lag, kaum zehn Meter von ihr entfernt. Ihre Stirn legte sich in Falten, als sie daran dachte, welche der Themen sie noch einmal durchlesen wollte. Die Chronologie der verschiedenen Epochen, damit sie im Zweifel bei der Zuordnung von Texten nicht durcheinander kam, die Merkmale romantischer Texte, der theoretische Aufbau einer Textanalyse…
„Lina!“
Sie schreckte auf und blickte in Erics halb belustigtes, halb entsetztes Gesicht. „Du denkst doch wohl nicht schon wieder ans Lernen, oder?“
Lina zuckte zusammen. Sie hatte geplant, damit zu warten, bis er im Bett war. „Erwischt“, murmelte sie beschämt.
„Du weißt schon, dass du damit die Entspannung, die ich mit diesem Abend erzielt habe, zunichtemachen würdest, oder?“ Eric schüttelte seinen Kopf. „Ganz abgesehen davon, dass das jetzt so oder so nichts mehr bringt, außer dass es dir deinen Schlaf raubt.“
Lina seufzte. „Ich weiß.“
Eric, der mittlerweile fertig war, trat zu ihr. „Na komm, Schlafenszeit.“
Wackelig kam sie nur wenige Zentimeter vor Eric zum Stehen. Er schlang seinen Arm um ihre Taille und zog sie nah an sich, wodurch Linas wackelige Knie nur noch weicher wurden. Ihr Herz machte einen nahezu schmerzhaften Hüpfer, doch als sie versuchte, etwas Abstand zwischen ihnen zu schaffen, hielt Eric sie gnadenlos fest.
„Wieso bist du plötzlich so nervös?“, murmelte er leise.
„Ich bin nicht nervös!“, erwiderte Lina, eine Spur zu heftig.
Erics Hände glitten über ihre Arme. „So? Warum bist du dann so angespannt?“ Fuhren ihren Hals entlang. „Warum schlägt dein Herz so schnell?“ Umfassten zärtlich ihr Gesicht, hoben es an, bis sich ihre Blicke kreuzten. „Warum weichst du meinem Blick aus?“
Bis ins Innerste durch seine Berührungen bewegt und berührt durch seine Worte hielt Lina seinem Blick nur kurz stand – doch lange genug, damit Eric ihren inneren Aufruhr sehen konnte. Ein Spiegelbild seiner eigenen Emotionen. Er gab ihr einen zärtlichen Kuss, verblieb dabei einen Moment länger auf ihren Lippen als nötig und genoss ihre halb geschlossenen Augen, ihren stoßweise gehenden Atem.
„Na komm“, murmelte er, „wir gehen ins Bett.“
Als sie vor ihrer Zimmertür stehenblieb, zog er sie jedoch sanft mit sich mit. „Nichts da. Möglichst viel Puffer zwischen Deutsch und dir. Heute Nacht schlafen wir in meinem Bett!“

 

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2 Gedanken zu „Aufregung pur

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