Das große, schwarze D – oder: Update

Oh weh,
wie kriege ich hier denn nur wieder ein bisschen Regelmäßigkeit rein? Es tut mir leid, dass ich mich derzeit hier so wenig melde.

Ich möchte euch nicht mit schalen Ausreden abspeisen und ich möchte euch auch nicht im falschen Glauben lassen. Ich habe weder eine Schreibblockade, noch habe ich die Lust verloren, mit euch zu kommunizieren.

Ich habe derzeit einfach andere Prioritäten – und das klingt härter, als es eigentlich ist.

Genau genommen habe ich auch gar keine Wahl. Ihr wisst vermutlich fast alle, dass ich krank bin. Eine fiese Krankheit, heimtückisch und grau, die sich immer wieder anschleicht, einen packt und dann nicht mehr loslassen mag, bis das Herz schwer und die Augen leer geworden sind. Zumindest fühlt es sich so an. Von den Schlafstörungen, die mich seit vergangenem Oktober plagen, spreche ich jetzt gar nicht erst, denn denen habe ich bereits einen ganzen Blogeintrag gewidmet.

Nein, die Depression, genauer gesagt schwere depressive Episode, klassifiziert nach der ICD 10 in der Kategorie F32.2, verlangt derzeit – wenn auch nicht meine volle, so aber doch einen großen Teil meiner Aufmerksamkeit. Seit nunmehr sechs Wochen befinde ich mich in stationärer Behandlung.

Das mag jetzt vielleicht für den ein oder anderen überraschend kommen. Ja, sechs Wochen. Eine verdammt lange Zeit. Ja, in diesen sechs Wochen habe ich Lina veröffentlicht und alles Mögliche gewuppt, nicht zuletzt Sara, die nun endlich vollständig beim Lyx-Storyboard hochgeladen ist und den Juni über am Wettbewerb teilnimmt. Ich habe versucht, Familie und Freunde irgendwie zu bedienen, sprich, Kontakt zu ihnen zu halten, ich versuche aktiv als Emma zu sein, suche nach Bloggern, die meine Lina rezensieren und so Werbung machen, und und und.

Ja, den Blog habe ich vernachlässigt.

Weil ich mir die gebührende Zeit für euch nehmen möchte, um euch zu schreiben, um euch nicht nur irgendwelche seelenlosen Dreizeiler hinzuklatschen, in der Hoffnung, euch damit abzuspeisen und weiterhin an mich zu binden. Das ist nicht mein Interesse.
Es ist hier härter als gedacht. Nicht, dass es mir schlecht geht. Ganz und gar nicht. Ich habe liebe Menschen kennengelernt, mit denen ich ein ähnliches Schicksal, zumindest die gleiche Krankheit teile. Tolle, bereichernde Menschen, die mir das Gefühl geben, nicht ganz alleine mit dem fiesen schwarzen D zu sein. Mir wird hier geholfen. Ich werde mehr ins Zentrum gerückt und muss in Einzel- und Gruppensettings, bei Sport und im Gemeinschaftsgeschehen lernen, mit mir und meiner Krankheit umzugehen, achtsamer zu sein und wertschätzender mit mir. All das geschieht in einem sehr angenehmen Rahmen, doch es ändert nichts am vollen Therapiestundenplan, an den festen Zeitstrukturen, die nicht zuletzt durch verpflichtende Mahlzeiten um 8, 12 und 18 Uhr geregelt sind. Ich kann zwar in der Freizeit in die Stadt gehen, die nur einen Katzensprung entfernt ist und jederzeit Besuch empfangen, ich kann zu Belastungserprobungen samstags und sonntags in ein häusliches Umfeld gehen (so nennt man das hier), aber ein Zuckerschlecken ist es nicht.

Ich bin eigentlich nie alleine. Ich habe kaum Zeit zu schreiben oder zu lesen oder Kontakte via Internet zu pflegen. Das kann gut sein oder aber auch schlecht, wenn ich zum Beispiel feststelle, dass ich schon wieder über eine Woche nichts geschrieben habe oder mit meinem Korrektur-Zeitplan hinterherhinke.

Aber bin ich nicht auch gerade deshalb hier? Wegen diesem unnützen Stress, den ich mir da mache? Ich muss lernen, meine Zeit besser einzuteilen. Wenn das bedeutet, dass ihr derzeit via Blog weniger von mir hört, dann seht mir das bitte nach – und freut euch umso mehr, wenn ich mich denn dann melde, denn das bedeutet dann, dass ich mir extra viel Zeit für euch freigeschaufelt habe! Über Facebook und Email könnt ihr immer versuchen, Kontakt mit mir aufzunehmen, und natürlich auch hier, denn früher oder später schaue ich immer vorbei.

Wenn ihr mir einen großen Gefallen tun wollt, dann schaut auf dem Lyx-Storyboard vorbei. Wenn euch meine Geschichte „Frühstück ausgeschlossen“ gefällt, dann stimmt für sie ab, damit ich beim laufenden Wettbewerb Chancen auf einen Verlagsvertrag habe. Den ganzen Juni habt ihr dafür Zeit.

Ansonsten freue ich mich natürlich über jedes liebe Wort, sei es an mich oder an/über Lina.

Ich wünsche euch eine tolle Zeit ohne dem schwarzen D und werde mich bald wieder melden, versprochen!

 

Alles Liebe,

eure Emma

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3 Gedanken zu „Das große, schwarze D – oder: Update

  1. Ich kann das ganze nachvollziehen, denn ich habe selbst Depressionen – im Moment auch heftig. Und ich weiß wie solche Klinikaufenthalte sind. Ich war insgesamt 8 Monate stationär.
    Lass dir die Zeit, die du brauchst und sorge dich um dich. Viel Kraft und liebe Grüße deweges

    Gefällt 1 Person

    • Acht Monate… das ist eine ganze Menge… bei mir sind es gut sieben Wochen und ich will am liebsten schon wieder raus, aber es nützt ja nichts.
      Danke für deine Worte – ich werde mir die Zeit nehmen und erst gehen, wenn die Ärzte der Meinung sind, dass es soweit ist.
      Auch dir wünsche ich viel Kraft und alles Liebe!
      Emma

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      • Ja, Depression ist leider nicht das weinzige was ich habe. Da war der erste Aufenthalt schon 5 Monate. Normal ist es nicht, das man sooo lange drin ist. Hab die Zeit gebraucht um überhaupt zu akzeptieren, das ich auch noch Borderline habe.
        Alles Gute dir.

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