Wenn der Druck zu groß wird…

Hallo meine Lieben,

der Wahnsinn. Erst melde ich mich wochenlang nicht bei euch (okay, das ist vielleicht ein bisschen übertrieben, aber naja) und dann auf einmal so oft in kurzer Zeit. Mein Zeitmanagement ist definitiv nicht das Beste! 😀

Ich habe ein bisschen Feedback nach meinem letzten Blogbeitrag bekommen; ich glaube, der kleine Teaser auf den zweiten Teil von Lina kam ganz gut an. Das freut mich natürlich sehr!

Bei mir gibt es eine superschöne, neue Entwicklung: Nächste Woche Mittwoch werde ich aus der Klinik entlassen. Vielleicht nicht geheilt, zumindest aber stabil und bereit für das Leben „da draußen“. Ich habe in den vergangenen zehn Wochen (ja, ihr habt richtig gelesen, zehn Wochen!!!) einiges gelernt, viel über mich und meinen Umgang mit mir selber. Ich habe tatsächlich vieles neu überdenken müssen, mit dem Ergebnis, dass ich zukünftig versuche, besser mit mir umzugehen. Ich bin es mir und meiner Seelenhygiene schuldig.

Ich würde jetzt niemals sagen, dass ich euch empfehle, ebenfalls so etwas mitzumachen, aber ich kann euch nur ans Herz legen, dass ihr sehr auf euch, auf eure Seele und eure Bedürfnisse achtet. Und solltet ihr merken, dass ihr Hilfe braucht, dann holt sie euch!

Psychische Erkrankungen sind kein Zeichen von Schwäche. Ich weiß, dass viele Menschen das noch anders sehen. Für sie sind solche Erkrankungen tabuisiert und alles andere als normal, obwohl aktuelle Statistiken eine ganz andere Sprache sprechen. Demnach erleidet jeder fünfte Mensch mindestens einmal im Leben eine depressive Episode. Und dann soll das noch etwas Besonderes sein, etwas Stigmatisierendes? Sollten wir uns nicht vielmehr Gedanken machen, woher solche Erkrankungen kommen? Offensichtlich können die Gründe dafür nicht allzu besonders sein, keine kleine Ausnahme im großen Ganzen der Welt. Wenn so viele Menschen früher oder später an einer psychischen Erkrankung leiden, muss es doch vielmehr mit der heutigen Lebensstruktur zu tun haben – und das ist das Tückische. Das Leben hat sich in vielen Bereichen sehr zum Negativen entwickelt. Wir leben in einer Gesellschaft, die Leistungsdruck groß geschrieben hat. Wer die geforderte Leistung nicht erbringen kann, wird in null Komma nichts ausgetauscht. Das erhöht den Druck allgemein, da man ja trotz allem irgendwie leben muss. Dafür braucht man Geld, dafür braucht man einen Job, dafür muss man die hohen Leistungsanforderungen erfüllen.

Ja, der Job und sein Stress. Etwa dreiviertel aller Patienten, die mit mir auf Station waren, waren auch oder vor allem wegen ihrer Arbeit dort. Die Arbeit hat sie krank gemacht oder zumindest den letzte Sargnagel beigesteuert – so wie bei mir. Es gibt eben Menschen, die mit diesem Leistungsdruck nicht so gut umgehen können wie andere, insbesondere wenn sie in ihrem Leben noch weitere Stressoren haben. Ist das ein Zeichen von Schwäche, wenn man deshalb krank wird?

Ich sage NEIN!

Ich habe einen wunderbaren Spruch gelesen, der mich und mein Denken umgepolt hat. Denn, ehrlich gesagt, lange habe ich ja ebenso gedacht. Ich habe mich als Versager betrachtet, als Schwächling, der sich anstellt. Ich habe meinen Job, mein Leben nicht mehr gepackt. Warum? Weil ich mich nicht mehr angestrengt habe, weil ich mich angestellt habe? Diese Gedanken haben mich wirklich zerrissen und ich habe lange gebraucht, um umzudenken. Mittlerweile weiß ich:

„Depression ist kein Zeichen von Schwäche, vielmehr zeigt sie, dass man zu lange versucht hat, stark zu sein.“

Wenn man zu lange versucht, mitzuhalten und dabei sich selbst vernachlässigt, seine eigenen Bedürfnisse und Wünsche, dann wird man krank. Ist man deshalb selber schuld? Nun, sicherlich nicht ganz, denn bei dem heutigen Druck der Gesellschaft bleibt einem oftmals kaum eine Wahl. Im Zweifel hat man ja meist doch keine große Wahl. Ohne Moos nix los, wer keinen Job hat, hat kaum Geld, kann nicht am Gesellschaftsleben teilnehmen, wird langsam aber sicher ausgegrenzt.

Geld regiert nunmal die Welt, juhu.

Wie gut, dass ich einen neuen Weg für mich gefunden habe. Ich habe dafür eine Weile gebraucht, aber ich habe eine Perspektive. Wenn ich an manch einen Mitpatienten denke, weiß ich, dass die Zukunft nicht ganz so rosig aussieht wie bei mir. Und dann? Wird man langfristig wieder krank, wenn man auf den alten Weg zurückkehrt? Jein. Man muss mehr auf sich achten, trotz allem. Wir dürfen uns einfach nicht von der Lebensstruktur kaputt machen lassen. Das kann doch nicht Sinn der Sache sein!

Viele Menschen haben verlernt, ihrem Ruf der Seele zu lauschen. Manchmal braucht man eine Auszeit, um die leisen Töne des eigenen Bewusstseins wieder hören zu können. Ich habe gelernt, mehr auch mich zu achten. Und zwar ganz innerlich, nicht nur in Form von Belohnungen wie „Ich kauf mir neue Schuhe“ oder so. Frustshoppen tut im Moment zwar gut, langfristig hilft es aber auch nicht, wenn die Seele weint. Nein, man muss lernen zu verstehen, was die Seele gerne möchte. Man darf seine Träume nicht verlieren, man sollte versuchen, sie zu erfüllen. Man verbringt so viel Zeit mit der Arbeit, also muss die Arbeit etwas sein, was einen erfüllt. Ich arbeite gerne stundenlang, wenn ich schreiben kann, denn das mache ich gerne. Soziale Arbeit hat mich krank gemacht, also hat diese keinen Zweck für mich.

Ich muss mir die Pausen gönnen, die ich brauche. Ich brauche Abwechslung und Hobbies. Habe ich bereits erwähnt, dass ich zukünftig in den Chor gehen werde? Mit zwei liebgewonnenen Freunden aus der Klinik, die ebenfalls entlassen sind. Singen tut mir gut, also mache ich es richtig.

Es sind manchmal die Kleinigkeiten, die einen glücklich machen. Es kostet nicht gleich Unmengen von Geld und es muss auch nicht automatisch riesige Anforderungen erfüllen. Es sind eben meist die kleinen Dinge. Was natürlich nicht heißt, dass ich mir zukünftig keine Schuhe (Taschen, Nagellack, Bücher…) kaufen werde, wenn mir danach ist. Das macht nämlich auch glücklich. Das wichtigste ist, dass ich meiner Seele lausche. Wenn ich sie ignoriere, werde ich wieder krank, soviel weiß ich mittlerweile. Das möchte ich nicht mehr, ich möchte nicht wieder so enden, wie es mir zuletzt ging. Dafür bin ich achtsamer geworden. Und das ist die wahre Herausforderung. In der Klinik habe ich es gelernt. Ich hoffe, ich setze es zu Hause um!

 

Ich könnte euch jetzt noch seitenweise meine Ansichten zu der Erkrankung Depression und dem ganzen Drumherum erzählen, doch ich glaube, das hier muss fürs erste reichen. Ich werde sicherlich noch das ein oder andere Mal darauf zurückkommen. Viele Freunde sagen mir, dass sie mich dafür bewundern, dass ich so offen über die Erkrankung spreche. Nun, mir kommt es nicht besonders vor, wohl aber sehr wichtig. Denn es gibt so viele, die sich schlecht fühlen, weil sie darunter leiden. So viele, die sich nach wie vor stigmatisiert fühlen. Doch wenn man sich einmal umhört, wenn einer das Wort erhebt und zugibt, dass er unter Depressionen leidet – dann ist der Nachhall meist laut und erleichtert, weil so viele sich dann ebenfalls öffnen. Das habe ich erst vor kurzem auf Facebook erlebt. Man ist nicht alleine mit Depressionen (und anderen psychischen Erkrankungen). Es tut gut, offen darüber zu sprechen. Ich hoffe, ich kann euch dazu ermutigen, offen damit umzugehen. Sei es als Betroffener, als Angehöriger oder als Außenstehender. Es ist nicht ansteckend, nicht erschreckend und nicht selten. Es ist Teil der heutigen Gesellschaft. Ein Zeichen für zu viel Stärke.

Es ist normal.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und viele Seelenmomente. Hört gut auf euch!

Eure Emma!

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14 Gedanken zu „Wenn der Druck zu groß wird…

  1. Hallo liebe Emma,
    deine Einstellung ist doch total ok. So sieht es bei mir jetzt auch aus. Allerdings musste ich dafür auch erst im letzten Jahr zusammenbrechen und dann eine Phsychotherapie und eine Reha machen.
    Ich bin noch nicht ganz durch mit dem ganzen, weiß aber auch das mein Weg definitiv nicht zurück in meinen Job führen wird. Das ist mittlerweile alles geregelt und ich habe noch bis zum Ende diesen Jahres Luft und Zeit um wieder richtig ich selbst zu werden.

    Ich rede auch offen darüber, zumal es für mich auch sehr schwer war das erstmal zu akzeptieren. Schließlich habe ich die ersten 47,5 Jahre meines Lebens sehr gut auf die Reihe bekommen, egal was auch immer war.

    Nun denn, der Blick zurück soll uns nicht schrecken, aber immer daran erinnern das es wirklich nichts gibt das es wert ist, sich und seine Seele so zu schinden.

    Pass gut auf dich auf und weiterhin viel Kraft für deine Zukunft.

    Liebe Grüße
    Silke

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    • Liebe Silke,

      ja, ich fürchte, das ist allzu menschlich. Wir Menschen hören zu wenig auf unsere Signale. Erst wenn der Körper aufgibt und zusammenbricht und wir keine Wahl mehr haben, setzen wir uns mit dem Unausweichlichen auseinander.
      Schön, dass Du noch bis zum Ende des Jahres Zeit hast, dich wieder ganz zu finden und zu erholen. Ich hoffe, dass ich zum Oktober das Studium starten kann, für das ich mich so interessiere. Bis dahin kann auch ich mich noch weiter erholen und muss nicht mehr machen als das Schreiben, das mir solch einen Spaß bereitet!

      Mir fiel es ja schon nach 25 Jahren total schwer zu aktzeptieren, dass bei mir etwas sehr schief läuft. Aber ich denke, wenn man es erstmal akzeptiert hat, kann man daraus lernen und sich für die Zukunft ändern. Denn du hast Recht – der Blick zurück kann uns zwar immer wieder daran erinnern, dass wir es zukünfit besser machen, da unser Körper, unsere Seele, unser Leben dafür einfach zu wertvoll sind, doch das, was wirklich zählt, ist der Blick nach vorne.

      In der Zukunft kann es nur besser werden!

      Auch dir wünsche ich alles Liebe und ganz viel Kraft für die Zukunft! Ich drücke dich ganz lieb! 🙂

      Emma

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  2. Ja, liebe Emma, es sind die kleinen Dingen, die glücklich machen! Da bin ich ganz bei Dir! Leider glaubt der Mensch, nicht alle, aber sehr viele, es sind nur die großen, die in der Gesellschaft in der ersten Reihe stehen dürfen. Ich wünsche dir, dass Du deine Hoffnung nicht verlierst, auf deinen Körper hörst und Dich weiterhin am Leben erfreuen kannst. Es gibt auch Zeiten, da muss man Menschen “aussortieren”. Sie tun nicht mehr gut. Sie haben Dich einen Teil Deines Weges begleitet und jetzt gehst Du eben einen neuen. Das hört sich vielleicht böse an, ist es aber nicht. Das Richtige wird zu Dir kommen. Behalte Deine Stärke und blicke nach vorne. Ich wünsche Dir alles Liebe dieser Welt. Du wirst es schaffen!
    Herzlichst Susann

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    • Liebe Susann,

      danke für deine herzlichen, wahren Worte! Ja, man muss manchmal erst lernen, was wirklich zählt im Leben; welche Prioritäten wichtig sind und welche Sachen man anders bewerten sollte. Es dauert manchmal ein bisschen länger, bis man soweit ist, doch der Weg lohnt sich – danach lebt es sich wesentlich gesünder und glücklicher!

      Ich bin sehr froh, dass Du mir geschrieben hast und hoffe, ab und an mal wieder von Dir zu hören!

      Alles Liebe und Gute und ein lieber Drücker,

      Emma

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  3. Hey, das freut mich sehr für dich! Und ja ich kann dein geschriebenes nur bejahen. Leider ist es aber so, das psychisch erkrankte immer noch in der Gesellschaft stigmatisiert werden. Man wird oft ausgegrenzt und es wird über einen geredet. Ich denke einige Menschen mehr haben psychische Probleme nur trauen sie sich nicht Hilfe zu holen um nicht einen „Stempel“ – eine Diagnose zu bekommen. Wenn man offen über seine Erkrankung spricht merkt man erstmal wie viele das sind. Ich gehe seit ca. 3 Jahren damit offen um. Und ich bin froh das dieses Versteckspiel vorbei ist. LG desweges

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    • Ja, wie recht Du leider hast. Die Ausgrenzung heutzutage ist nach wie vor noch viel zu groß, die Angst vor Stigmatisierung, wenn man sich Hilfe holt, ebenfalls. Was kann man dagegen tun? Einfach nur immer wieder offen darüber reden und zeigen, dass es eben nicht so schlimm ist, an einer psychischen Erkrankung zu leiden – nicht schlimm im Sinne von Verurteilungen. Denn psychische Erkrankungen sind sehr wohl schlimm, weshalb es umso wichtiger ist, dass sich die Menschen Hilfe holen, die sie brauchen. Und dafür ist ein natürlicher Umgang mit der Krankheit nötig.

      Klingt das jetzt verwirrend? Vermutlich. Aber Du weißt sicher, was ich meine. Schön, dass Du kein Versteckspiel mehr betreibst.

      Ich grüße DIch ganz lieb!

      Emma

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  4. Hey,
    starke Worte, junge Dame!
    Ich durfte ja so ein klein wenig Anteil an deinem Weg haben und finde es klasse, wie du damit umgehst.
    Ich halte auch nicht viel davon Depressionen oder andere psychische Probleme verstecken zu wollen. Was bringt einem das? Am Ende nur Probleme… Burn-out… Sackgassen…
    Ich war schockiert, als ich vor ein paar Jahren gehört habe, dass diese Thematiken immernoch tabuisiert werden. Wie kann das sein? Ich habe doch mein ganzes verdammtes Leben mit diesen Themen verbracht. Und trotzdem, wenn die Leute einem “gestehen”, dass sie zum Psychodoktor gehen, dann flüstern sie, sagen es im Geheimen und wollen nicht, dass andere es mitkriegen…
    Gott… ist es demnächst auch eine Schwäche, wenn man berufsbedingt körperliche Probleme bekommt und zum “richtigen Arzt” muss? Ich hasse diese Ansichten und es fällt mir schwer zu dem Thema zu schweigen, denn nur wenn man (man selbst und betroffene) offen über das spricht, was einen bewegt, wie es einem geht und was so los ist, nur dann werden wir endlich verstehen.
    Oute dich! So zusagen *lach*. Ich war in drei verschiedenen Therapien, auf die länge meines Lebens gesehen vllt sechs Jahre lang.
    So what?
    Verdammt, nur deswegen bin ich jetzt so, wie ich bin. Deswegen kann ich studieren, durfte heiraten und alleine in der großen bösen Welt hier leben. Danke, wirklich danke dass es euch gibt, werte “Psycho-doktoren”!
    *sich jetzt alles von der Seele geschrieben hat*
    eure Anna Fricke

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    • Amen! *lach*
      Nein, ganz im Ernst, Anna, Du hast sooowas von recht! Aber hallo! Dein Plädoyer für mehr Offenheit im Umgang mit psychischen Erkrankungen ist ganz ganz toll und spricht nur für dich! Du hast eine ganz tolle Einstellung zu dem Thema und ich hoffe von Herzen, dass sich manch einer eine Scheibe (oder zwei, drei..) von Dir abschneidet!!

      Vielen Dank für deinen wertvollen Kommentar! 🙂

      Liebste Grüße,
      Emma

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  5. Hey liebe Emma,
    ich finde es toll wie offen du damit umgehst 🙂 Das weißt du ja schon 😉
    Man sollte sich ein Beispiel an dir nehmen, du bist eine starke junge Dame. Du machst Mut!
    Ich wünsche dir viel Erfolg und Kraft auf deinem weiteren Genesungsweg!
    Liebe Grüße
    Yasmin

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    • Hallo meine Liebe,

      was für ein schöner Zufall – deinen lieben Kommentar mit solch aufmunternden Worten hast Du mir gerade zu der Zeit geschrieben, als ich die Klinik endgültig verlassen habe! 🙂 Das finde ich irgendwie witzig.
      Danke für deine Worte, sie tun mir sehr gut!
      Die auch ganz viel Kraft und Erfolg – ich weiß, dass auch Du alles schaffen wirst!!
      Liebste Grüße,
      Emma

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  6. Hallo.
    Vielen Dank für Deine Worte. Ich bin zurzeit selbst in einer schwierigen Situation. Ich bin 28 Jahre alt, verheiratet und habe eine 4 Monate alte Tochter. Ebenfalls vor 4 Monaten habe ich den Job gewechselt. Seit Jahren suchte ich einen Weg in die Informatik-Branche zu wechseln. Nun habe ich es geschafft. Kaum angefangen, erhielt mein Chef die Nachricht zum zweiten Mal an Leukämie erkrankt zu sein. Er ist der einzige Techniker in dieser Firma. Selbst hat er die Ausbildung auch nicht gemacht, aber doch schon über 15 Jahre Erfahrung. Er muss nun in die Chemotherapie und wird voraussichtlich ein Jahr ausfallen. Das heisst ich bin ohne Ausbildung plötzlich der Technikleiter. Zwei Lehrlinge sind mir unterstellt. Ich hatte bisher sehr wenig Unterstützung und musste vorwiegend auf meinen Instinkt hören. Ab Anfang Jahr habe ich gar keine Unterstützung mehr, bin auf mich alleine gestellt. Ich erlebe die reinste Achterbahnfahrt und sehe einfach keine Lösung. Es gibt Momente, in denen ich die grösse Chance sehe, die sich mir bietet. Dann bin ich sehr optimistisch, selbstbewusst und voller Tatendrang. Diese Momente sind jedoch äusserst selten und werden meist von grossen Tiefs abgelöst. Ich fühle mich dann total überfordert und wünsche mir einzuschlafen und nicht mehr aufzuwachen. Sogar ein Beinbruch oder dergleichen würde ich willkommen heissen. Ich habe mir schon darüber Gedanken gemacht, den Job an den Nagel zu hängen. Aber was kommt dann? Dann bin ich arbeitslos, muss auf Jobsuche und unter Umständen eine Stelle annehmen, die mir noch viel wenige behagt. Ich war schon lange genug in Berufen, die mich unglücklich gemacht haben. Entweder ich fühle mich unterfordert, oder aber überfordert. Das Mittelmass kann ich einfach nicht finden und ich habe Angst vor der Zukunft. Das momentane Auf- und Ab kann so jedenfalls nicht weitergehen. Ich kann die spannende Entwicklung unserer Tochter kaum geniessen, da ich seelisch komplett überlastet bin und an kaum etwas anderes als an meine missliche Lage denken kann. Der Geschäftsleitung habe ich bereits angetönt, dass ich Bedenken habe. Allerdings habe ich mündlich wesentlich grössere Mühe mich auszudrücken, als schriftlich. Und man hat mir auf meine Bedenken hin nur gesagt, dass man mir vertraue und ich mir das zutrauen könne.

    Das hilft mir leider nicht weiter, ich höre meine Seele, welche laut und deutlich ruft, dass sie überfordert ist. Aber was gibt es für eine Lösung. Keiner der möglichen Wege würden mich glücklich machen. Diese Situation macht mich fertig und am liebsten wäre mir ganz ehrlich gesagt, wenn ich mir eine Verletzung zuziehen würde, welche mich ein paar Monate aus der Schusslinie nehmen würde.

    Du hast ja eine ähnliche Situation erlebt. Hast Du einen Tipp, was ich tun kann?

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