Sneak Peek

Hallo meine Lieben!

Ich habe es geschafft!! Ja!! Die anstrengenden Wochen sind rum, ich bin wieder zu Hause und kann mich ganz meinem eigenen Leben widmen.
Ich habe auch schon das ein oder andere unternommen, um mich zu belohnen und damit es mir besser geht – unter anderem gab es einen Kindle Fire HD für mich (gerade im Angebot auf Amazon) und – ja, ja, jaaaaaa – noch eine Tasche für die Uni, außerdem eine 90minütige Massage am Montag.
Heute wollten mein Freund und ich in die Sauna. Das hatten wir uns ganz schick ausgedacht, den Tag freigebuddelt (Eigentlich wollten wir heute zu Ikea, haben das dann aber gestern Abend noch gemacht) und uns voller Vorfreude ins Auto geschmissen.
Tja, und dann standen wir vorm H2O und mussten erfahren, dass es geschlossen ist. Boah, das war wirklich ein Schlag ins Gesicht. Zum Glück fanden wir, trotz selbstgerechtem Schockzustand („Ich schwöre, ich habe die Meldung nicht auf der Homepage gesehen, auch wenn ich da gestern Abend noch war!“ Blöde selektive Wahrnehmung…) schnell eine Alternative  und machten uns auf dem Weg zur Bali Therme. Die kennen wir noch vom Vorjahr, dort ist es echt schön. Dummerweise stellten wir unterwegs fest – oder zum Glück, je nach Perspektive – dass dort mittwochs Damensauna ist. Also sind wir frustriert nach Hause…
Tja. Montag wagen wir es erneut. Mal schauen, ob wir dann mehr Glück haben. (Vermutlich, denn die Bauarbeiten sollen bis Freitag abgeschlossen sein. Oder Renovierungsarbeiten, Erneuerungsarbeiten, Ärgerarbeiten, was auch immer…)

Zuhause war natürlich erstmal schmollen angesagt. Aber dann waren wir eben fleißig, haben den Garten gemacht, das Arbeitszimmer von einer Abstell-/Rumpelkammer in ein Arbeitszimmer verwandelt und gewaschen, dann haben wir morgen nicht so viel zu tun. Und jetzt sortiere ich meine Unterlagen und schreibe gleich ein paar Briefe. Alles, um mich von der aktuellen WM-Runde abzulenken, die ich bestreite. Hmpf!

Ich hatte auf meiner Facebookseite angekündigt, dass ich diese Woche mal einen Ausschnitt aus meinem aktuellen Marie-Projekt veröffentlichen will, und das werde ich nun tun. Ich bin echt gespannt auf eure Meinungen. Es handelt sich schon irgendwie um eine leicht abgefahrene Story, die mir aber riesige Freude bereitet. Wenn ich in dem Tempo weiterschreibe, wird die noch dieses Jahr fertig.

Und, ach ja, bei Sara liege ich auch gut im Rennen. Anfang Oktober dürfte klappen!! 🙂

So, nun aber der Ausschnitt. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und freue mich über Feedback.
Ich drücke euch lieb und wünsche euch noch eine schöne Woche!

Eure Emma

 

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Wie sich herausstellte, kam sie zu weitaus mehr als zu einem Besuch beim Friseur. Sie fuhren in ein nahegelegenes Einkaufszentrum.
Als Erstes steuerten sie einen kleinen Friseurladen an. Er gehörte zu einer dieser Ketten, die man in nahezu jeder Stadt fand. Massenwarenabfertigung, vielleicht nicht die beste Qualität, aber es war günstig und es ging schnell. Keine Terminabsprache notwendig.
Am liebsten hätte Marie eine Weile für sich gehabt. Zwischen all den vielen Menschen zu sein machte sie nervöser als ursprünglich gedacht. Natürlich war ihr Bedürfnis einfach wegzulaufen aufgeflammt, doch sie erinnerte sich an Sams Worte. Erinnerte sich an die letzten Tage. So irrational es auch war, sie glaubte ihm. Es sprach nichts gegen seine Geschichte, auf der anderen Seite stand jedoch viel auf dem Spiel – ihr Leben, in erster Linie. Seine Nähe war Sicherheit und Kontrolle zugleich, das wusste sie, doch seine forschenden Blicke in ihrem Rücken sorgten nicht unbedingt dafür, dass sie sich auf dem Friseurstuhl entspannen konnte.
Und das war verdammt schade.
»Also, was darf’s sein?« Die Friseurin blitzte sie mit strahlend weißen Zähnen im Spiegel an. Ihr Grinsen war breit und fröhlich.
Marie überlegte nur kurz. Das Zögern war für Außenstehende kaum spürbar. Sie hatte sich lange genug mit dem Gedanken auseinandersetzen können und die Notwendigkeit erkannt. »Ich hätte gerne eine Typveränderung.« Bevor die Fachfrau etwas sagen konnte, sprach Marie weiter. »Bitte ein Kurzhaarschnitt. Und dunkelbraun färben.«
Der Gesichtsausdruck der Friseurin war göttlich – alleine dafür war es die ganze Sache auch wert. »Aber, sind Sie sich sicher?«
Marie nickte unwirsch – sie wollte, dass es losging, bevor sie es sich anders überlegen konnte. »Bitte fangen Sie an.«
Die Haare flogen nur so zu Boden. Während Marie dem Schnippen der Schere lauschte, wanderten ihre Gedanken immer wieder zu ihrer ungewissen Zukunft. Was nur würde nun auf sie zukommen? Sie hatte nicht die leiseste Ahnung und das war es, was sie so verunsicherte.
Okay. Du bist bald verheiratet. Das weißt du immerhin. Sie schnaubte auf und die Friseurin hielt kurz in ihrer Arbeit inne. Marie schüttelte leicht den Kopf, um ihr zu bedeuten, dass sie einfach weiter machen sollte.
Das Schneiden dauerte tatsächlich fast schon länger als das Färben. Kein Wunder bei einer solchen
(ehemaligen)
Prachtmähne. Vor ihren eigenen Augen verwandelte Marie sich von einer Blondine zu einer Brünetten par excellence. Dunkelbrünett, um genau zu sein, mit honigblonden Strähnchen. Ihre Frisur war kurz und frech, ihr Pony fiel schräg in ihr Gesicht und das kurze Haar war wild und durchgestuft.
Es gefiel Marie überraschend gut.
Sie fand, dass sie fast schon wirkte wie eine Elfe. Ja, ihr Gesicht war elfenähnlich und sie sah, verdammt nochmal, ganz anders aus als vorher. Irgendwie frecher und kecker, das passte wohl zu ihrem neuen Leben.
Sams Blick war Gold wert. Geduldig hatte er im Wartebereich gesessen und irgendeine Männerzeitschrift gelesen.
»Wow«, war alles, was er dazu sagte. Ein anerkennender Blick wanderte über Maries Gesicht und sie spürte, wie sie rot wurde. »Ein anderer Mensch.«
Sam bezahlte die gelungene Arbeit, während Marie danebenstand und sich ein bisschen komisch fühlte.Sie selber hatte keinen Cent in der Tasche und ließ sich von einem Mann bezahlen, den sie kaum kannte, der sie in eine Art Flucht quer durchs Land verwickelt hatte
(um ihr Leben zu retten, wohlgemerkt!),
und der schon bald offiziell ihr Ehemann sein würde?
Ihr Gesicht verzog sich zu einem Lächeln.

»Einen Kaffee?« Sam starrte sie entgeistert an.
»Jap, einen Kaffee.« Sie standen mitten im Einkaufszentrum an einem Brunnen. Soeben hatte er sie gefragt, was sie nun als Erstes machen wollen würde – und sie hatte erwidert, einen Kaffee trinken zu wollen. »Ganz ehrlich. Ich soll mich hier neu ausstatten, einen Grundstock für mein neues Leben bilden. Ich brauch einen Kaffee, um meine Gedanken sammeln zu können!«
»Okay.« Er gab sich geschlagen. »Ein Kaffee wird wohl nicht schaden.«
Sie gingen zu einem nahegelegenen Starbucks – wenn schon, denn schon – und setzten sich mit ihren Getränken an eine große Fensterfront. Man konnte einen Blick auf die flirrende, belebte Stadt werfen, die vier Stockwerke unter ihnen ihrem gewohnten Trott nachging.
Marie starrte nachdenklich ins Leere, während sie an ihrem Karamellmacchiato nippte. Ihre Gedanken drehten sich tatsächlich um die anstehende Herausforderung, nicht etwa um ihre ungewisse Zukunft, und das fand sie doch etwas schräg.
Sie schwiegen sich eine ganze Weile an. Auch Sam schien in seinen eigenen Gedanken verloren zu sein; nur dass er nicht nach draußen starrte, sondern in die Kaskaden von Menschen, die vor dem Café entlangfluteten.
Als sich nur noch etwa die Hälfte in Maries Glas befand, seufzte sie leise auf. Ihr Blick fokussierte sich wieder und sie wandte sich Sam zu. »Hör zu. Wenn wir diesen Weg schon gehen müssen – wenn ich den Weg gehen muss, dann möchte ich auch davon profitieren.«
Sams Augen funkelten belustigt auf. Er deutete auf ihren Kopf. »War das nicht schon der erste Streich?«
Marie schaute so kalt, wie sie nur schauen konnte – ein Sturm im Wasserglas, mehr nicht – aber immerhin. »Wenn ich mich recht entsinne, war es deine Anforderung, dass ich mich verändere.«
»Aber es war dein Vorschlag, auch zum Friseur zu gehen.«
Sie verdrehte ihre Augen. Verdammt, er hatte recht. Dennoch wollte sie sich nicht geschlagen geben. Angriffslustig hob sie ihr Kinn. »Ja, aber das war nicht mein Wille. Ich habe nur vorgeschlagen, was das Beste wäre. Denkst du, ich hätte freiwillig meine blonde Mähne aufgegeben?«
Sam schaute ihr einen Moment lang stumm in die Augen, dann nickte er leicht. Sie sah kurz so etwas wie Bedauern aufflackern. Aber vielleicht war das auch nur Einbildung, denn im nächsten Moment sah er wieder genauso kalt und wachsam aus wie vorher. »Okay. Was willst du?«
Jetzt oder nie. Sie räusperte sich leise. »Eine Tasche.«

Sie wollte eine Tasche. Sam musste sich ein Grinsen verkneifen. Wenn die ganze verdammte Situation nicht so ernst gewesen wäre – er hätte sich seinen Bauch gehalten vor Lachen.
Es war so typisch Frau. Ernsthaft – sie waren auf der Flucht und sie ließ sich die Haare schneiden
(okay, okay, das war nötig gewesen)
und wollte eine Tasche.
Den Kaffee vorneweg durfte er auch nicht vergessen.
Das Ganze war surreal und verrückt, aber es begann auch, ihm Spaß zu machen.
Er versuchte, so neutral wie möglich zu klingen. »Okay, eine Tasche. Klar, eine Frau fühlt sich ohne ja auch irgendwie – nackt, nicht wahr?«
»Haha!« Marie schlug ihm auf den Arm – und sie erstarrten beide. Das war eine ganz schön normale Handlung, eine harmlose Interaktion zwischen zwei Menschen, genauer gesagt einem Mann und einer Frau. Wenn man dann auch noch bedachte, dass diese beiden besagten Personen bald schon auf dem Papier verheiratet wären – warum fühlte es sich dann so komisch an?
»Ich schätze es wird Zeit zu gehen.« Mit einem Grummeln stieß Sam sich vom Tisch ab und griff nach den Tassen. »Du scheinst ja einiges vorzuhaben – und die Läden schließen in weniger als zwei Stunden.«

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