Sneak Peak

Hallo meine Lieben!

Ich weiß nicht, ob ihr es alle schon mitbekommen habt, aber ich habe gute Nachrichten für euch:
Am 1.12., also noch in diesem Jahr, erscheint mein neuer Roman!

Tadaaaa!

Titel und Cover werde ich erstmal noch nicht verraten, aber ich werde euch einen kleinen Ausschnitt zum Reinschnuppern anhängen!

Wie kommt es dazu? Nun ja, es handelt sich um die Geschichte, die bei dem Verlag war. Leider hat dieser geraume Zeit nicht mehr auf meine Kontaktaufnahmen reagiert, keine Ahnung wieso. Einer Kollegin geht es ähnlich. Nach einer Frist habe ich dann gekündigt, denn unter den Umständen behalte ich das Szepter lieber selber in der Hand!

Da die Geschichte so gut wie fertig ist (nur noch die Testleserphase, und die ist initialisiert), bekommt ihr also noch in diesem Jahr ein weiteres Buch zu lesen! Irre oder? 🙂

Naja, das wollte ich kurz mit euch teilen. Nun könnt ihr mal reinlesen und euch überlegen, ob euch die Story anspricht! 🙂

Liebste Grüße

Eure Emma

************

»Du machst Witze.« Seufzend blickte ich durch mein Fenster. Klein, quadratisch und mit einem dünnen grauen Schmutzschleier überzogen, sollte es mir ausreichend Licht und nicht zu viel Ablenkung bieten, wenn ich Stunde um Stunde meinen öden Bürojob erledigte. Assistentin der Assistentin des stellvertretenden Chefs einer kleinen Zeitung. Selten durfte ich das tun, was ich eigentlich hätte machen wollen: Recherche, raus ins Feld, Berichte schreiben. Stattdessen konnte man meinen Job relativ einfach als Hilfskraft bezeichnen. Kopieren und das Ausstellen vorgefertigter Briefe war so ziemlich alles, was ich machen durfte. Und hinter ausbleibenden Zahlungen hinterherrennen. Meine blauäugige Illusion, durch diesen Job einen Einstieg bei der Zeitung und einen baldigen Aufstieg auf der Karriereleiter zu erhalten, hatte ich schon längst aus jenem grauen Fenster befördert.
Mit Arschtritt.
Natürlich interessierte es mal wieder niemanden, dass ich meine Pause überzog. In der hintersten Ecke des trubeligen Büroraumes zog ich kaum Aufmerksamkeit auf mich, solange ich nicht laut aufschrie oder mit meiner würdelosen Arbeit in Verzug kam.
Über meinen eigenen Zynismus erschrocken betrachtete ich meine rotlackierten Nägel, die an einem Zeigefinger einen minimalen Riss in der Farbe aufwiesen. Gut, heute würde ich sie also noch nicht erneuern müssen.
»Doch, doch, und glaub‘s mir, Babe, der Typ ist einfach der Hammer!«
Wen auch immer Mark als »der Hammer« bezeichnete – wirklich überzeugen konnte mich diese Beschreibung nicht. Mark befand jedes männliche Wesen, das sich länger mit ihm unterhielt, als »der Hammer«, solange es die Grundlagen der Körperhygiene beherrschte. Doch was die Auswahl seines neuen Mitbewohners anging, sah es schon ein wenig anders aus. Seine diesbezüglichen Ansprüche waren derart hoch, dass selbst ich dankend darauf verzichtet hatte, mit meinem besten Freund zusammenzuziehen. Lieber wohnte ich in meinem Schuhkarton als unter den Argusaugen meines gestörten Freundes.
Marks letzter Mitbewohner war so etwas wie ein Heiliger gewesen, und sie hatten wunderbare Zeiten miteinander verbracht. Harmonisch, sauber und äußerst vorbildlich. Doch dann hatte ein unschlagbares Jobangebot die traute Zweisamkeit gestört und nun suchte Mark schon seit drei Monaten nach einem neuen Mitbewohner. Nicht, dass es keine Interessenten gab – bisher war einfach niemand in Frage gekommen. Ich hatte fast schon befürchtet, dass Mark mich bitten würde, doch mit ihm zusammenzuziehen – und dann das!
»Wie hat der Kerl dich überzeugt?« Ich hörte ein verdächtiges Geräusch und schielte über die Abtrennung meines Bürowürfels, bevor ich mich wieder auf mein Telefonat konzentrierte. »Nochmal bitte.«
»Ich sagte, dass er einfach nur nett war. Irgendwie hat die Chemie zwischen uns sofort gestimmt. Wir haben ewig gequatscht und er hatte super Ideen, wie wir das Wohnzimmer umgestalten können.«
Das Wohnzimmer, das seit Wochen eine Baustelle war, weil Mark zwar riesige Ansprüche an die Hygiene hatte und als Frisör unglaublich geschickt war, dafür aber umso unfähiger, was Renovierungsarbeiten anging.
»Einfach so?« Nun klang ich doch ziemlich ungläubig.
»Einfach so!«
Ich seufzte ein weiteres Mal auf, riss mich dann aber zusammen, denn ich spürte, wie Mark ungeduldig wurde. Jetzt war es wohl Zeit, sich für ihn zu freuen. Und das tat ich ja eigentlich auch. Immer.
Nur nicht heute, denn heute war der mit Abstand beschissenste Tag meines Lebens. »Ich freue mich für dich, dass das Suchen endlich ein Ende hat!«, brachte ich also lahm hervor.
Nun spürte ich das Zögern am anderen Ende der Leitung. »Sag mal, ist alles okay bei dir?«
»Nicht wirklich.« Ich zögerte nur ganz kurz, bevor es aus mir hervorplatzte. »Tracy hat die Beförderung erhalten.«
»Was?« Marks Entrüstung war so deutlich zu spüren, dass ich hoffte, sie würde bis in die Chefetage wehen und den Sesselfurzern so richtig einheizen.
Ich war am Boden zerstört, um ehrlich zu sein. Seit einem Jahr hatte ich nun schon die Arbeiten eines Praktikanten erledigt und auch keinen wesentlich höheren Lohn dafür erhalten. All das hatte ich getan, um die Stelle der ersten Assistentin zu erhalten. Ich hatte gewusst, dass Maria bald in Rente gehen würde und geschuftet bis zum Umfallen, immer jeden noch so beschissenen Job erledigt und freiwillig Überstunden geschoben. Und dann hatte Tracy die Stelle erhalten. Auch wenn das Ganze anders begründet worden war, war ich mir nahezu sicher, dass die Beförderung etwas mit ihren zwei unschlagbaren Argumenten in Körbchengröße D zu tun hatte, die der schleimige Herr Peters nun aus direkter Nähe würde betrachten können.
Deprimiert schaute ich hinunter auf meine apfelgroßen Titten.
»Das ist nicht deren Ernst?« Auch wenn Marks Wut gut tat – ändern würde sie dennoch nichts an meiner Joblage, weshalb mein Blick wieder zu dem grauen Fenster wanderte. Ich sollte es mal putzen. Bleibe ja nun doch länger hier.
»Pass auf Süße, wir treffen uns heute Abend im Club M und betrinken uns so richtig. Wenn das kein Grund ist, weiß ich‘s auch nicht!«
»Ich weiß nicht. Ich muss morgen wieder arbeiten …«
»Denen bist du nix schuldig! Dann bist du morgen halt k.o. – oder krank!«
Nun zupfte doch ein kleines Lächeln an meinen Lippen. »Und hinterher schieben wir eine Nummer?«
»Na klar, wie immer«, antwortete Mark zärtlich.
Das sagten wir jedes Mal, es war unser persönlicher Insider. So konstant wie gelogen. Wir schoben nie eine Nummer. Mark war mein bester Freund.
Und außerdem war er stockschwul.

Was als schlimmster Tag meines Lebens begonnen hatte, schien sich im Laufe des Tages nur noch weiter zuzuspitzen. Nach dem Telefonat mit Mark rief meine Vorgesetzte mich zu sich und gab mir einen Kopierauftrag. Ich musste etwa 1000 Kopien erstellen, und erst bei der Siebenhundertsten – positiv geschätzt – stellte ich fest, dass sich scheinbar jemand einen makabren Scherz erlaubt hatte. Statt in schwarz hatte ich lauter tussipinke Kopien erhalten, die ich mit einem riesigen Seufzer in den Müllkorb werfen durfte; immer in der Hoffnung, dass unser Ökofritze nicht um die Ecke kam, um mir einen Vortrag über Ressourcenverschwendung zu halten.
Als ich wieder an meinem Schreibtisch saß, stellte ich fest, dass der kleine Riss in meinem Nagellack zu einem riesigen abgeblätterten Stück Rot geworden war. Ich würde ihn also doch noch erneuern dürfen, eine Aufgabe, die ich regelrecht hasste. Keine Geduld für solche Sachen. Fluchend suchte ich nach meinem Schokoriegel, den ich für solche Notsituationen stets in meinem Bürowürfel versteckte – und bemerkte, dass sich wieder jemand an meiner Notration vergangen hatte.
Ich hätte schreien können. Genervt tippte ich Mark eine kurze Nachricht über WhatsApp.

Ich weiß nicht ob ich heute Abend noch lebe. Eine Katastrophe nach der anderen. Wenn doch: um 20 Uhr am M?

Pünktlich um halb fünf fuhr ich meinen Laptop herunter. Wofür Überstunden machen, das hatte mir zuvor ja auch nicht weitergeholfen. Erleichtert seufzte ich auf, als ich die Bürotür hinter mir ins Schloss fallen ließ. In der trügerischen Sicherheit, dass der heutige Tag nicht mehr schlimmer werden konnte, beschloss ich, einen kurzen Abstecher ins Fitnessstudio zu machen, um den Exzessen des Abends vorzubeugen. Gedankenverloren wühlte ich in meiner Tasche, um meinen iPod hervorzuholen, der sich wie üblich auf unerklärliche Art und Weise mit meinem Schlüssel verschlungen hatte und verknotet festhing. Ich versuchte wirklich, mich nicht über das beschissene Teil aufzuregen, als ich um die Ecke bog und mich der Lärm der Industriestraße begrüßte, an der der Bürokomplex gelegen war. Wahrscheinlich war es diesem furchtbaren, nervenaufreibenden Tag zuzuschreiben, dass ich diesmal nicht aufpasste, ob mir jemand entgegen kam.
Was sich als schlimmer Fehler herausstellte.
»Was zum – scheiße!« Die entsetzt klingende, dunkle Männerstimme riss mich eine Millisekunde vorher aus den Gedanken – und dann gab es einen ungemütlichen Knall, gefolgt von einem Schwall heißen Kaffees, der meine weiße Bluse durchnässte und in meine Ballerinas floss.
»Pass doch auf, du Arschloch!«, brauste ich ganz untypisch für mich auf, bevor ich meine Augen hob und in ein paar zornfunkelnde Gegenstücke blickte.
Verdammt blaue, verdammt zornige Gegenstücke.
»Das sagst gerade du!«, zischte der Typ mir zu. »Wer ist denn blind um die Ecke gekommen?«
Eine äußerst giftige Antwort lag mir auf den Lippen, erstarb jedoch, als ich den Kerl genauer anschaute. Sein teuer aussehender Anzug war ebenfalls mit Kaffee übergossen, sah aber dennoch fabelhaft aus. Er war bestimmt einen Kopf größer als ich. Besagte blaue Augen waren eingebettet in das schönste Gesicht, das ich jemals gesehen hatte. Markante Wangenknochen, eine gerade, scharfe Nase und ein Mund, der, wenn er nicht gerade wütend zusammengekniffen war, sicherlich als voll und sinnlich bezeichnet werden konnte.
Er sah verdammt wütend aus.
»Äh«, entfuhr es mir schwach. Verlegen zog ich mir die nasse Bluse etwas vom Körper und schaute zur Seite. »Tut mir leid.«
»Dass ich nicht lache!«
Meine Augen schossen wieder hoch, meine Wut neu entfacht. Schön hin oder her, frech sein war dennoch nicht erlaubt! »Bitte was?«
Der Kerl schnaubte. »Erst rennst du mich blind um, verschüttest meinen Kaffee über uns beide, nennst mich ein Arschloch – und dann entschuldigst du dich so unglaubwürdig, dass ich dir das im Leben nicht abkaufen kann?«
So etwas Überhebliches hatte ich noch nie erlebt! Meine Augen begannen wieder zornig zu funkeln. »Weißt du was? Leck mich!« Meine Stimmung hatte ihren absoluten Nullpunkt erreicht. Hoch erhobenen Hauptes ließ ich dieses überhebliche Arschloch mit seinem dämlichen Starbucks-Coffee-to-go-Becher stehen, den er lächerlicherweise noch immer schräg in der Hand hielt, verschwendete keinen Blick mehr auf dieses atemberaubend schöne Gesicht und bahnte mir einen Weg an ihm vorbei in Richtung U-Bahn. Das Fitnessstudio hatte ich vergessen, ebenso meinen iPod. Ich wollte einfach nur noch nach Hause.

*******

Advertisements

4 Gedanken zu „Sneak Peak

Hast du eine Meinung dazu?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s