Warum es sich lohnt, das Gute in der Welt zu sehen.

Hallo meine Lieben.

Ich denke, ich muss nicht näher erläutern, worauf ich mich beziehe, wenn ich euch sage, dass in den vergangenen Tagen Dinge geschehen sind, die uns alle ins Stocken bringen.

Ich selber habe stundenlang vorm Bildschirm gehockt. Da ich in der Regel gerne schreibe, während mein Mann Fußball guckt – oder Fernsehen im Allgemeinen – war ich auch am Freitag dabei, als Knalle die Luft in Paris erschütterten. Wie viele andere dachte ich als erstes an Idioten mit Bengalos. Wie viele andere war ich entsetzt, als sich das als Wunschdenken herausstellte.

Ich bezeichne mich selbst als einen empathischen Menschen. Ich litt sehr mit, musste weinen, die Bilder und die ständig aktualisierten Neuigkeiten zerrissen mich. Bis spät in die Nacht aktualisierte ich den Newsfeed zuverlässiger Seiten, wartete mit angehaltenem Atem auf ein Ende der Grausamkeiten.

Und da kamen sie, die Gedanken. In was für einer Welt leben wir eigentlich? Möchten wir – möchte ich in dieser Welt überhaupt leben? Möchte ich neues Leben in diese Welt setzen?
Schaltet man die Nachrichten ein, hagelt es Hiobsbotschaften. Schaut man auf die Straßen, sieht man Menschen, die starr vor sich hin glotzend alleine durch die Menge waten.
Eine Welt der Einzelgänger, der Gewalt?

NEIN!

Nun ja … Natürlich ist es so. Es herrscht Gewalt an so vielen Stellen auf der Erde – überall. Es erschüttert besonders, wenn es im Nachbarland geschieht, denn dann kann man die Augen davor nicht verschließen. Je näher es an einen tritt, desto schwieriger wird es, die Augen davor zu verschließen. So zu tun, als wäre man völlig überrascht, als hätte es so etwas zuvor nicht gegeben, ist völliger Quatsch.

Die Frage ist, wie gehen wir damit um? Wie du mir, so ich dir? Das ist generell der falsche Weg. Alle Menschen um einen herum stecken ihre Nase lieber in ihr Handy, starren stur auf den Boden oder haben sich mithilfe von Musik aus der Welt ausgeklinkt? Wie wäre es, wenn man lächelnd durch die Menge geht, kein Handy in der Hand, keine Musik auf den Ohren. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es wunderbar ist, den überraschten Blick eines Fremden zu sehen, wenn man ihn anlächelt – einfach so. Viel schöner als mit einem erwiderten Lächeln kann man nicht belohnt werden. Und hinterher fühlt man sich besser. Kleine Blickkontakte mit anderen Menschen verbinden – und sie kosten so wenig. Kaum Energie, kaum Zeit. Wieso also nicht?

Die Welt strotzt vor Gewalt? Der Eindruck kann entstehen, doch es lohnt sich, genauer hinzusehen. Wo rücken Menschen enger zusammen als in solchen Krisensituationen? Vielleicht fällt einem die braune Suppe oder ein unverbesserlicher Zyniker mehr auf, das liegt in der Natur der Dinge, doch viel mehr sollten wir auf das Gute achten, das dadurch entsteht. Hilfsbereitschaft ist auch heute noch ein großes Thema. Man sollte nur jeden Menschen in dem Maße helfen lassen, Solidarität zeigen lassen, Anteilnehmen lassen, wie er es für richtig hält. Vielleicht glauben manche, dass sie sich besser fühlen, wenn sie andere angreifen und kritisieren, doch das ist ein Trugschluss.

Und die meisten Menschen wissen das!

Die Welt mag in vielerlei Hinsicht schlecht sein. Den Spruch „Früher war alles anders“ kennen wir zur Genüge – mittlerweile von Menschen allen Alters, nicht nur von unseren Großeltern, die gedanklich noch in der Vergangenheit verharren. Ich sage euch: Wir sollten nicht den Blick in die Vergangenheit richten, sondern in die Zukunft. Wir leben im Hier und Jetzt und im Morgen. Und was nützt es, wenn wir anhand der schlechten Nachrichten kapitulieren? Sollten wir nicht vielmehr versuchen, alles lebenswerter zu machen? Statt den Blick ebenfalls gen Boden zu richten, einfach nach oben schauen – lächeln, offen sein? Es ist doch viel schöner, den blauen Himmel, die bunten Straßen anzusehen, als den grauen Beton!

Außerdem ist es völliger Quatsch zu glauben, dass man als Einzelner nichts bewirken kann. Durch solche Denkweisen ändert sich nichts. Wenn jeder irgendwie seinen Beitrag leistet, kann es insgesamt schon zu einer ganzen Menge an Veränderungen kommen.
Lohnt es sich, in dieser Welt zu leben, neues Leben zu schenken?

JA!

Denn wer sonst soll aus der Welt einen lebenswerten Ort machen, wenn nicht wir? Wenn uns solche Gedanken erfassen, wie aktuell, wenn wir vor Schrecken erstarren und nicht wissen, was wir tun sollen – dann wird es Zeit, sich auf das Schöne zu konzentrieren. Sei es das kleine Lächeln zu einem Fremden, das für so viel positive Energie sorgen kann. Sei es das quietschende Kleinkind, das planschend im Kinderwagen sitzt.

Ich hatte einige schöne Erlebnisse in den letzten Tagen. Liebe Freundinnen haben mich zu einem kleinen inoffiziellen Junggesellinnenabschied entführt. Ich war vollkommen baff, denn damit hatte ich absolut nicht gerechnet (es war und ist besprochen, dass der große JGA nächstes Jahr vor der Kirche stattfindet). Und es war perfekt, so wie ich es mir immer vorgestellt habe.
Ich hatte meine letzte Therapiestunde, vorzeitig konnte die Behandlung beendet werden, weil ich mich so gut entwickelt habe.
Wir haben unser erstes eigenes Auto gekauft. Der Hund folgt im nächsten Jahr.
Ich bekomme regelmäßig tolles Feedback zu „Zweite Chance für die Liebe“.
Herrgott, ich heirate nächste Woche!
All diese positiven Dinge! Wie sollte ich da nicht in dieser Welt leben wollen – mit all ihren Macken und all ihren schönen Seiten?

Lasst uns also innehalten. Natürlich will ich den Opfern gedenken, und ich rede das Schlimme nicht klein. Ich finde nur, dass es nicht richtig ist, deshalb zu kapitulieren. Wäre es nicht viel besser, wenn wir denken würden: „Jetzt erst recht!“?

Ich denke es jedenfalls.

Ich wünsche euch einen schönen Start in die Woche. Bleibt gesund und passt auf euch auf.
Und achtet auf das Schöne.

Eure Emma

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3 Gedanken zu „Warum es sich lohnt, das Gute in der Welt zu sehen.

  1. Liebe Emma S.,
    ich stimme dir aus vollen Herzen und ebenso mit erhobenem Kopf zu. Das Leben auf dieser unserer Erde ist lebenswert und ja, es läuft auch einiges schief, aber dennoch gibt sie es noch – die tollen, wundervollen, geliebten und schönen Dinge, die unser Leben lebens- und erstrebenswert machen…
    Es braucht Menschen wie dich, die es schaffen, mit ihren Geschichten andere wachzurütteln und zum Nachdenken zu bewegen.
    Good luck – auf all deinen Pfaden.

    Leo

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  2. Hallo Emma. Es ist nun schon eine Zeitlang her und nun gab es wieder Anschläge in Europa. Nicht zu vergessen die täglichen Greueltaten in Syrien, Afghanistan etc.
    Es tut so gut diese Worte zu lesen, denn man beginnt doch mehr und mehr depressiv zu werden, wenn man das ganze Elend auf der Erde betrachtet. Und so ist es wichtig, die Leute wachzurütteln und an die guten Dinge zu erinnern, so dass man nicht resigniert. So sollten wir Tränen über das Schlimme in der Welt vergießen, aber immer wieder aufstehen, uns über die schönen Dinge im Leben freuen und Gutes bewirken, fuer andere da sein, die Natur achten.
    Viele Grüße, Sandra

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