Liebe = Selbstverständlich?!

Hallo ihr Lieben!

Vielleicht staunt ihr gerade genauso sehr wie ich: keine zwei Tage nach dem ersten Blogeintrag kommt schon Nummer zwei.

Woran kann das liegen? Nun, die Antwort ist im Grunde naheliegend und einfach: Ich habe Zeit! Jawohl, ich habe Zeit, meine Gedanken so flattern zu lassen, dass sich Themen formen, über die ich schreiben möchte. Die wohl passendste Umgebung hierfür ist die Nordsee, denn genau hierhin hat es mich verschlagen. Seit vergangenem Jahr leben meine Eltern hier, weshalb ich nun regelmäßig in den Genuss komme, dort zu Besuch zu sein, wo andere Urlaub machen. Meiner Meinung nach ist das ein absoluter Luxus und ich hoffe sehr, dass ich nicht so schnell eine allzu große Selbstverständlichkeit darin sehe, keine 700 Meter entfernt vom Meer bei Regenprasseln auf dem Dachfenster und Sturmböen einschlafen zu können (im Trockenen und Warmen, natürlich!).

Schon im vergangenen Sommer, als hier vor allem Umzugs- und Umbauarbeiten anstanden, hatte sie mich hier fest im Griff, die Muse, und seitdem hat sich nicht viel geändert. Kaum hat meine letzte Pore die einzigartige Atmosphäre absorbiert, prickeln meine Finger, rasen meine Gedanken, und ich würde am liebsten schreiben. Egal was, hauptsache Schreiben, Gedanken formen, Sätze bilden, meine Gefühle umwandeln. Dass das nicht immer ein Segen ist, brauche ich vermutlich nicht extra zu erwähnen, denn ich komme ja auch durchaus mal hierher, um einfach abzuschalten. Das war auch dieses Wochenende der Fall. Ich habe mir fest vorgenommen, nichts zu tun. Immerhin habe ich erst diese Woche mein aktuelles Manuskript an meine Korrekturleser geschickt, das neue hätte theoretisch noch Zeit. Ich habe mir Lesestoff mitgenommen und ein Bündel voller Vorsätze, die sich um vieles ranken, nicht jedoch ums Arbeiten.

Schon im Vorfeld haben mir einige gesagt, dass es sowieso nicht funktionieren wird – und sie hatten recht.

Der Grund dafür ist so lapidar und doch traurig: Ich habe eine unmittelbare Inspiration.

Meine Eltern haben einen Hof mit Tieren. Ziegen, Pferde, Lamas, Alpakas (ich höre eure erstaunten Ausrufe!), Hunde und Katzen. Seit diesem Jahr nehmen sie regelmäßig sogenannte Workawayer auf, junge Leute aus der ganzen Welt, die ihnen bei der Arbeit zur Hand gehen und dafür kostenlos bei ihnen wohnen können. Ein schönes Prinzip, wenn ihr mich fragt. Aktuell ist ein junges Mädchen da (ich hätte nie gedacht, so schnell so über eine 19-Jährige zu denken). Sie ist super lieb, wenn auch echt schüchtern, und sie hat einen Schicksalsschlag hinter sich, der mich wirklich schlucken lässt.

Valentine ist ein Papakind. Im Grunde nichts, weshalb man verwundert die Augenbrauen hochziehen sollte, doch der springende Punkt kommt nun; der, der mich, uns alle, so berührt. Valentine hat ihren Vater sozusagen zwei Mal verloren. Einmal, als sich ihre Eltern vor vier Jahren trennten, und dann ein zweites, endgültiges Mal, als ihr Vater vor zwei Jahren plötzlich verstarb. Als ich davon hörte, musste ich sehr schlucken, denn ich erfuhr es recht ungewöhnlich. Sie hat sich ein sehr schönes Tattoo auf ihr Handgelenk machen lassen und als ich sie nach der genaueren Bedeutung fragte, erklärte sie mir schüchtern etwas von Liebe und Ewigkeit. Erst beim zweiten Blick sah ich, dass auch das Wort „Papa“, eingebunden in die Schlaufe der Ewigkeit, in ihrer Haut verewigt wurde. Dass ebendieser nicht mehr lebt, erklärte mir mein Vater, der mit uns am Tisch saß.

Alleine diese Geste brachte so viel in mir in Bewegung. Nicht nur, dass meine kommende Geschichte von der Trauer um einen tödlichen Verlust gehen wird (und das war bereits geplant, bevor ich Valentine kennenlernte) und ich direkt das Bedürfnis bekam, die ersten Sätze zu schreiben … viel mehr noch ergreifen mich meine eigenen, persönlichen Gedanken.

Wieso muss man erst jemanden kennenlernen, der einen solchen Verlust erleiden musste, gar sogar selbst jemanden verlieren, um zu bemerken, wie wichtig er ist? Warum nehmen wir Menschen allzu viel selbstverständlich, verlieren dadurch den Bezug zur Bedeutung?

Immer wieder schaue ich nun meinen Vater an, meine Mutter, und bin einfach nur froh, sie noch zu haben. Sie leben, nicht nur in meinem Herzen, sondern real. Wir haben ein gutes Verhältnis zueinander, haben uns lieb, haben Kontakt. Ich muss nicht auf einen Friedhof gehen, wenn ich mit ihnen reden möchte, dafür setze ich mich in den Zug oder greife nach dem Handy. Ich kann meinen Papa in den Arm nehmen, ihm ein Buch schenken und mir deshalb sein Meckern anhören, ich kann mit meiner Mutter in trauter Einigkeit am Tisch sitzen, beide vertieft in Arbeit, und mir geht es dabei gut. Wie selbstverständlich ich das nehme, wie wenig ich dankbar dafür bin, wird mir einmal mehr bewusst, und das macht mich nachdenklich.

Besonders ergreifend war es übrigens heute, als wir einen Ausflug in eine Stadt gemacht haben. Valentine wollte kleine Mitbringsel besorgen, was, sagte sie jedoch nicht. Als sie in einem Rossmann zwei (doch recht offensichtliche) Grablichter mitnahm, fragten wir sie, für wen das ist. Im gebrochenen Deutsch erklärte sie, dass sie für ihren Vater wären und ich musste weggehen, Tränen in den Augen.

Das ist Liebe in all ihren Facetten. Liebt man einen Menschen, kann man sich so glücklich schätzen, man kann Freudensprünge machen oder in trauter Einigkeit beisammen sein. Genauso gut kann sie einem das Herz zerfetzen, wenn der geliebte Mensch plötzlich nicht mehr da ist, nicht mehr erreichbar auf herkömmlichem Wege. Valentine besorgte Kleinigkeiten für Familie und Freunde. Postkarten von der Nordsee, regionale Spezialitäten, Grabkerzen aus Deutschland für ihren Vater, der sich an Irdischem nicht mehr erfreuen kann. Wie sehr muss sie ihn lieben? Wie sehr muss sie ihn vermissen? Liebe und Schmerz liegen so verdammt nahe beieinander, ihr gemeinsamer Nenner die Trennungsangst, und doch ist es das Natürlichste der Welt, immer wieder aufs Neue das Wagnis einzugehen. Wieso auch nicht? Ich möchte behaupten, dass Liebe den Menschen erst zu dem macht, was er ist, ihn erfüllt, ihn groß macht, ihn ganz macht. Liebe zur Familie, Liebe zu Freunden, Liebe zum Partner. Liebe zum Haustier, zu wem auch immer. Und obwohl wir wissen, dass jede Liebe zwangsläufig zu Schmerzen führt, führen kann, lassen wir uns darauf ein. Verdammt nochmal, wir blicken unserem Schicksal in die Augen und machen es trotzdem nicht anders. Das ist auch richtig so, daran will ich gar nicht rütteln, doch es erschüttert mich, dass ich meine Beziehungen als allzu selbstverständlich betrachte.

Ich habe einfach noch nicht viele endgültige Verluste erleben müssen.

Ja, mein Blogbeitrag begann nicht so ernst, wie er sich entwickelt hat. Nun sitze ich hier mit Kloß in der Kehle.

Habt ihr heute eurem Partner schon gesagt, dass ihr ihn liebt, in Gesten oder in Worten? Habt ihr an die Menschen, die euch am Herzen liegen, gedacht? Gibt es jemanden, mit dem ihr schon länger keinen Kontakt mehr hattet, an den ihr immer wieder denkt, und der sich vielleicht über eine Nachricht freut? Vielleicht ist jetzt ein guter Zeitpunkt, ihm/ihr zu schreiben.

Ich  jedenfalls genieße die Zeit bei meinen Eltern. Immer wieder blicke ich sie an und freue mich, dass sie leben. Ich habe mir fest vorgenommen, bald wiederzukommen. Ich schaue meinen Partner an und freue mich. Und in Gedanken zünde ich eine Kerze an für all jene, die nicht mehr bei uns sind – auch für Valentines Vater, der hoffentlich weiß, wie sehr er geliebt und vermisst wird.

Ihr Lieben. Ich hoffe, ich habe eure Laune nicht gedrückt. Ich musste einfach loswerden, was auf meiner Brust lastet. Danke fürs Zuhören bis hier her. Habt noch ein schönes Wochenende!

Eure emotionale Emma ❤

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Es wird Zeit: Licht an!

Es ist der 17.06.2015, mittlerweile schon nach 23 Uhr, die Müdigkeit steckt in meinen Knochen. Eigentlich ist alles, wonach ich mich gerade sehne, mein kuscheliges Bett, doch in meinem Kopf blinkt es wie eine Leuchtreklame in grellrot: Ich will unbedingt bloggen.

Wieso? Wieso die lange Pause? Wieso gerade jetzt?

Verdammt gute Fragen, nicht wahr? Ich möchte sie gerne beantworten. Für euch und für mich.

Vielleicht erst einmal, warum ich eine so lange Pause gemacht habe. Bisher habe ich noch keinen einzigen Eintrag für das Jahr 2015 verfasst, der letzte Blogbeitrag stammt tatsächlich aus Dezember 2014. Der Grund hierfür ist eigentlich recht simpel. Aus der „kleinen“ Versuchs-Autorin mit Blog nebenher ist eine Vollzeit-Autorin geworden, die mittlerweile sehr viel Zeit ins Schreiben steckt – nur eben nicht für den Blog, sondern in handfeste Bücher. Dazu hat besagte Vollzeit-Autorin eine Homepage eröffnet, die aus Marketingzwecken und rein pragmatisch betrachtet besser geeignet ist als ein Blog. Letzterer ist ideal dafür, Geistesblitze zu bestimmten Themen, Ergüsse aller Art oder längere Leseproben zu erfassen, nicht jedoch für Blitznews, Gästebuch und co.

Denkt die Vollzeit-Autorin. Die dann auch noch „nebenbei“ deutschsprachige Literaturen und Medienwissenschaften studiert, was irgendwie doch mehr Zeit beansprucht als gedacht, und dazu gerne und mit Leidenschaft durch Deutschland jettet.

Der Punkt ist, und jetzt komme ich zu der spannenden Frage, warum ich genau jetzt wieder mit dem Bloggen beginne: Hier lebe ich mich auf eine ganz andere Art und Weise aus. Ich möchte an Beiträge erinnern, die mir so sehr am Herzen lagen, wie zum Beispiel der Umgangston im sozialen Netzwerk oder auch die Preisgestaltung. All das sind Themen, mit denen ich mich ausführlich beschäftigt habe und es auch immer noch tue, und diese sind hier perfekt aufgehoben. Meine Welt der Gedankenschlösser. Hier kann ich niederschreiben, was mir durch den Kopf fließt, kann Worte aneinanderreihen, die sonst nirgendwo Platz finden und doch ihre Daseinsberechtigung haben. Hier kann ich debattieren, vorschlagen, erinnern, resümieren, mich freuen, mich ärgern, Wortakrobatik betreiben, nachdenklich sein und zum Nachdenken anregen. Und deshalb wird dieser Blog auch niemals brach liegen. Vielleicht hat er längere Zeit nichts zu berichten, doch deshalb hört er nicht auf zu existieren.

Es ist nur so: Um zu bloggen, muss mich etwas packen. Ein Thema, eine Emotion, ein Wunsch. Dann erfasst mich ein Feuer, dann spüre ich es kribbeln, dann tippe ich drauflos. Was genau ich dabei schreibe, weiß ich erst, wenn es kommt – und das ist gut so.

Warum also jetzt? Ich sitze hier auf meiner Couch, in meiner Kuschelecke. Meine Glieder sind müde, mein Kopf eigentlich auch, doch das Feuer ist da. Ich muss einfach etwas bloggen. Dabei ist es nicht einmal so, dass ich euch etwas Hochtrabendes, Moralisches mitteilen möchte. Meine Hauptaussage an diesem heutigen Abend ist: Hallo, ich bin wieder da! Ich war eigentlich niemals weg! Mein Fokus lag nur woanders. Denn zwei Bücher im ersten halben Jahr veröffentlichen und das dritte vorbereiten (erscheint nächsten Monat), dazu Studium, Besuche in Mannheim, Berlin, Leipzig, Düsseldorf, an der Nordsee … und ein kleines bisschen Freizeit sind dann vielleicht doch ein bisschen zu viel. Dass ich letzteres nicht noch weiter verkürzt habe, liegt an meinem Partner. Der schimpft dann doch zwischendurch. 🙂 Im übrigen soll das hier gerade kein Jammern sein, denn ich muss nun aus vollstem Herzen betonen: Ich LIEBE, was ich tue. Was ich tun darf!

Das ist übrigens auch der Ursprung meiner Bloggerflamme, die gerade wieder beginnt zu züngeln. Ich habe heute ein paar alte Interviews durchgelesen, die ich im Laufe des vergangenen Jahres beantworten durfte, habe verglichen, was ich vor einem Jahr so geschrieben habe, als „gerade einmal“ Lina das Licht der Welt erblickt hatte. In Kombination mit dem Wissen, dass ich vor einem Jahr um diese Zeit auch noch in der Klinik gesteckt habe … bin ich erfüllt von Demut und Dankbarkeit. Immer wieder laufe ich durch die Gegend und predige den Leuten, dass sie tun sollen, wovon sie träumen, um glücklich zu werden. Und ich weiß, meist ist das leichter gesagt als getan. Im Grunde sogar immer. Mein Weg hierher war auch kein Spaziergang im Flachland, aber wenn ich zurückdenke und mein Leben vor dem Schreiben mit dem Jetzigen vergleiche, dann weiß ich, dass jede Sekunde Fleiß und Schweiß sich gelohnt hat. Meine Lebensqualität ist gestiegen, ich bin glücklich, voller Energie. Ich kann schneller als jemals gedacht meine Medikamente herunterdosieren und fühle mich wirklich und wahrhaftig besser. Natürlich gebe ich dennoch Acht, ich muss aufpassen, nicht wieder rückfällig zu werden, aber gerade bin ich so zuversichtlich! Mein Leben ist so schön wie lange nicht mehr, wenn überhaupt jemals, und dafür kann ich jeden Tag aufs Neue glücklich in den Spiegel strahlen.

(Kurzer Einschub: Ich KANN strahlen, muss es aber auch nicht. Wenn ich mal wieder eine kurze Nacht hatte, schaue ich manchmal auch ganz schön knautschig drein, aber das heißt ja nicht, dass ich unglücklich über mein Leben bin!)

Und das alles nur, weil ich nicht nur geträumt habe, sondern gehandelt. Am vergangenen Donnerstag war ich auf der AmazonAcademy und dort hat ein bekannter Blogger gesagt: „Man muss nicht der Beste sein, man muss es nur einfach tun!“ Und das lässt sich auf die Träume übertragen. Hey, wir müssen unsere Träume nicht hochstilisieren. Wir müssen sie einfach umsetzen. Alles, was geht. DAS macht uns glücklich, es steigert die Lebensqualität. Damit unterscheiden wir uns nämlich von den anderen. Die einen reden nur, wir tun es! 🙂

Was habe ich gelernt? Ich achte mehr auf mich und darauf, dass ich Dinge tue, die ich tun will. Die mir gut tun. Die Lebensqualität kommt dann wie von alleine. Klinge ich betrunken? Vermutlich ja, denn diese Glückshormone können sowas mit einem anstellen.

Ich hoffe, ich werde es schaffen, euch wieder ein bisschen mehr zu erzählen. Mir schweben ein paar Dinge vor, die ich ansprechen könnte. Jetzt, wo mein neues Projekt bei den Korrekturlesern liegt, habe ich ja auch wieder mehr Luft, dann kriege ich das auch hin. Freundschaft, Familie und Liebe wird auf jeden Fall dazugehören!

Ich möchte noch Bezug nehmen auf eine wahnsinnig wichtige Person in meinem Leben, die mich vor kurzem auf den Blog angesprochen hat. Sie vermisse meine Beiträge, hat sie gesagt. Meine liebe Petra, hier bin ich. Auch du hast ein paar Scheite auf das Feuer geworfen, das nun endlich wieder brennt. Ich hoffe, du freust dich darüber! Ich drück dich ganz lieb.

Im übrigen drücke ich euch mal alle, so ganz spontan. Die Rührseligkeit schiebe ich auf die Endorphine!

Ich wünsche euch noch einen schönen Abend bzw. eine gute Nacht!

Eure Emma

Das Jahr 2014 …

Hallo meine Lieben.

Mit einem kleinen Schreck habe ich gerade festgestellt, dass es tatsächlich soweit ist: Das Jahr 2014 nähert sich dem Ende.

Ich kann mich noch klar und deutlich daran erinnern, wie ich vor gut einem Jahr hier gesessen und an einer Art Jahresrückblick für 2013 geschrieben habe. Mein Gott, was ist seitdem geschehen.

Heute kam mein Beitrag auf Radio Hochstift. (Für die, die das noch nicht mitbekommen haben: Ich hatte die Ehre, bei meinem Lieblingsradiosender ein Gespräch mit einem der Mitarbeiter führen zu dürfen, inklusive Interviewaufnahmen. Daraus wurde ein wirklich gelungener Beitrag geschnitten, der heute Morgen gegen etwa 9:45 Uhr gesendet wurde. Ich war ganz schön aufgeregt, wie ihr euch vielleicht vorstellen könnt.)
Jedenfalls wurde dieser Beitrag unter dem Aspekt des Jahresrückblickes veröffentlicht – und auch mit den Worten eingeleitet, dass das Jahr 2014 für mich sehr cool gewesen sein muss.

Und ja, ihr Lieben, das war es. 2014 war sehr cool für mich.

Natürlich muss ich auch ein bisschen differenzieren. Als ich im vergangenen Jahr (2013) mit dem Schreiben anfing, da war es ja in erster Linie ein Ausgleich. Ein Ausgleich zu dem Bereich meines Lebens, der gehörig den Bach hinunter ging. Erstaunlicherweise funktionierte es sehr gut und schon am Ende von 2013 stand im Grunde fest, dass ich meinen Debütroman „Lina – Hoffnung auf Leben“ veröffentlichen würde.

Dass sich in diesem Jahr noch zwei weitere Bücher und eine Kurzgeschichte anschließen würden, dass meine Verkaufszahlen jenseits der 6000 explodieren und dass ich einen derartigen Erfolg verzeichnen würde – das habe ich damals nicht einmal zu träumen gewagt.

Das Jahr 2014 bot viele Herausforderungen für mich. Ganz zentral war meine Depression – ist es vielleicht immer noch. Ich habe 10 Wochen des Jahres in einer Klinik verbracht und gegen diese Krankheit angekämpft – oder habe ich gelernt, mit ihr zu leben? Ich habe mich selber neu kennengelernt und mich neu definiert, neue Schwerpunkte gesetzt. Einiges hat sich verändert. Menschen sind in mein Leben getreten, andere sind verschwunden. Blicke ich zurück, dann weiß ich, dass diese Zeit sicherlich kein Zuckerschlecken war, weder für mich, noch für meine Freunde und meine Familie. Aber – und das ist das wichtigste – sie hat mir auch eine verdammt große Chance geboten. Ich habe den Mut gefunden Nein zu sagen und einen neuen Weg einzuschlagen. Sie hat mir vor Augen geführt, wie falsch mein Weg ist und mir die Kraft gegeben, einen neuen einzuschlagen.

Nun sitze ich hier.

Im Jahr 2014 habe ich drei Bücher veröffentlicht. Lina hat im Mai den Anfang gemacht. Im Oktober folgte Sara, im Dezember Lucy. Alle drei verbreiten sich mutig in der großen weiten Leserwelt und begeistern immer wieder neue Menschen. Die Verkaufszahlen und die Rezensionen auf Amazon, bei Lovelybooks, sowie auf vielen tollen Blogs sprechen für sich. Eine kleine Bonuskurzgeschichte fand zu Weihnachten ihren Weg in die Herzen meiner Leser.

Ich habe tatsächlich den Studienplatz erhalten, für den meine Chancen bei etwa 2% lagen. Seit Oktober studiere ich fleißig und interessiert (mal mehr, mal weniger) Deutschsprachige Literaturen und Medienwissenschaften. Ich habe meine Autorenschaft angemeldet und sogar einen eigenen Steuerberater (hey, darauf bilde ich mir echt was ein!). Ich verschicke signierte Bücher über die Landesgrenzen hinaus und habe Kontakt zu vielen, vielen Menschen, die ich nur dank des Schreibens kennengelernt habe.
Was will ich mehr? Die Frage ist einfach zu beantworten. Ich wünsche mir von Herzen, dass es so weiter geht. Für mich und für meine Leser, denn wir haben alle gleichermaßen Spaß daran. Ich schreibe an den Fortsetzungen von Lina und Lucy; an zwei eigenständigen Geschichten werde ich im kommenden Jahr ebenfalls weiterarbeiten.
Das Jahr 2014 hat vieles für mich geboten. Aufregende Erlebnisse, Herausforderungen, Momente der Trauer und noch viel mehr Momente der Freude. Ich möchte gerne daran anknüpfen. Ich freue mich auf das kommende Jahr; schon jetzt weiß ich, dass ich in Leipzig und Frankfurt auf den Buchmessen sein werde, ebenso wie auf der LoveLetter-Convention in Berlin. Ich werde veröffentlichen, weiterhin Leser treffen, zu Blogger- und Autorentreffen fahren und meine Leidenschaft leben. Alleine diese Aussicht reicht mir, um dem neuen Jahr offen und positiv entgegenzublicken. Im Vergleich zum letzten Jahr haben sich viele Unsicherheiten gelegt und Platz gemacht für freudige Erwartung und Sicherheit.

Dieses Gefühl möchte ich nutzen, gerne sogar mit euch teilen.

Ich möchte es mitnehmen ins neue Jahr und dort so lange wie möglich mit mir tragen; wie ein wertvoller Schatz, den ich in einem kleinen Amulett auf der Brust aufbewahre.

Vor allem möchte ich euch nun aber auch danken. Ich möchte Danke sagen dafür, dass ihr mich in diesem Jahr begleitet, mich bekräftigt und unterstützt habt. Ihr seid ein Teil meines neuen Lebens und das ist auch gut so. Ich wünsche mir sehr, dass ihr auch im kommenden Jahr dabei sein werdet. Vielleicht können wir uns Ende 2015 ja gemeinsam gedankenverloren an die vergangenen Monate erinnern und uns freuen!
Bis dahin wird jedoch viel passieren, an dem wir uns erfreuen können. Lasst uns gemeinsam das Jahr 2014 verabschieden und das neue Jahr begrüßen.

Voller Freude,

eure Emma

Preisgestaltung … oder wie sich der Autor im Dilemma befindet.

Hallo meine Lieben.

Anlässlich meiner kommenden Veröffentlichung und einiger Diskussionen, die in der Vergangenheit stattgefunden haben, möchte ich euch gerne einmal meine Sicht der Dinge zum Thema „Preisgestaltung“ vermitteln.

Aber erst einmal etwas schönes – mein Cover *lach* Die letzten Tage waren so voll, dass ich kaum zu etwas gekommen bin. Jetzt möchte ich euch das nicht mehr vorenthalten!
ebookstolperfalle

Ist es nicht toll??? Ich bin absolut verliebt…! 🙂 Meine Coverdesignerin übertrifft sich immer wieder. Ich habe auch schon den groben Entwurf für die Fortsetzung – aber den verrate ich noch nicht so schnell 🙂 Er ist auf jeden Fall mindestens genauso schön!

Leider ist genau dieser Titel auch der Grund, warum ich leichte Bauchschmerzen habe, was die Preisgestaltung angeht.

In den letzten Wochen gab es vermehrte Diskussionen, ausgelöst durch unterschiedliche Aspekte, doch letztenendes drehten sie sich häufig um das leidige Thema „Preise von ebooks/Büchern“. Ich möchte mich gar nicht allzu sehr in diese Thematik vertiefen, euch nur ein paar Meinungen nennen, die meistens vordergründig waren.

1. Der verständnisvolle Leser. Er zahlt das Geld für das ebook oder das Taschenbuch (oder beides), weil er den Preis als solches akzeptiert und ihn gerne für seinen Autor und für sein Hobby ausgibt. (Ich muss wohl nicht betonen, dass mir diese Meinung am liebsten ist, nicht wahr?)

2. Der Ebook-Preis-Kritiker. Er versteht nicht, wieso – zumeist Verlags- – Ebooks fast so viel wie das Taschenbuch kosten und sieht es nicht ein, den Preis zu bezahlen. Dann lieber direkt das Taschenbuch. Preise im Bereich 2,99€ bis 4,99€ werden aber noch wohlwohllend akzeptiert. (Dieser Meinung kann ich mich selber übrigens aus Lesersicht nur anschließen).

3. Der Anti-Ebook-Leser. Ihm ist die Diskussion über Ebooks ein Dorn im Auge, da er diese nicht mag. Im schlimmsten Fall denkt er, dass Ebooks nichts kosten dürften, da sie ja keine Produktionskosten wie z.B. Buchdruck haben (der Wert des Inhalts wird also nicht gesehen). Im besten Fall ist ihm das alles egal, er kauft eh ein Taschenbuch.

4. Der Indie-Autor. Er ärgert sich über die Nicht-Bereitschaft, Geld für Ebooks auszugeben oder darüber, dass manche nur auf Verlosungen, Preisaktionen etc. warten. Er geht verständlicherweise subjektiv in die Diskussion und prallt meist zusammen mit:

5. Dem heimlichen Pirat: Er lädt sich die Bücher online und versteht die Diskussionen nicht.

Oder dem:

6. Zyniker: Er findet die Diskussion über Ebook-Dumping und Piraterie (letzteres wurde eben schon erwähnt und hier auch, weil dieses Thema untrennbar verbunden ist mit digitalen Dateien wie ebooks, MP3s usw.) sinnlos; insbesondere der Gedanke von Gesetzen zur Bestrafung von Piraten und deren Verfolgung; schließlich gäbe es wesentlich schlimmere Straftaten und Piraterie sei deshalb eine Bagatelle. Somit also die Raubkopie-Verbreitung von Ebooks?! (= kein Lohn für uns Autoren).

7. Newbies: Sie lernen gerade, dass Weitergabe von Ebooks einer Vervielfältigung gleichzusetzen sind und reagieren entweder verständnisvoll – oder nicht.

Ihr merkt: Es vermischen sich zwei Themen: Preisgestaltung von Ebooks und Piraterie. Beide jeweils alleine für sich schon extrem wichtig, aber hier kommt es zu einer Vermischung, da sich die Themen oft einander die Hand geben. Die Bereitschaft, Geld für das Buch auszugeben schließt in der Regel die Nutzung von Piraterie-Seiten aus – und andersherum.

(Zum Thema Piraterie durfte ich mal folgenden Satz hören: „Sei doch froh, dass dein Buch auf Piratenseiten erscheint. Normalerweise will doch keiner Indieautoren lesen und du kannst froh sein, dass dein Buch scheinbar doch als wichtig genug erachtet wird.“ $/%&==“!???? Mehr sage ich dazu nicht)

Ich will mich jetzt nicht verzetteln in meinem Beitrag, deshalb lasse ich das Thema Vervielfältigung und Piraterie jetzt auch wieder fallen; ich habe sie nur aufgenommen, weil sie in den Diskussionen immer, wirklich immer auch aufkamen. Vielleicht widme ich mich dem ein anderes Mal.

Jetzt geht es um die Preisgestaltung.

Als Indieautor ist man auf den Kauf durch Leser angewiesen. Genauso natürlich die Verlagsautoren, aber die haben in der Regel eine andere Reichweite, müssen, je nach Größe des Verlags, nicht so sehr um die Käufe „kämpfen“ und nicht so viel Eigen-PR betreiben. Ich weiß, ich verallgemeinere gerade, es gibt immer Ausnahmen, aber so ist es nunmal meistens. Das bedeutet auch, dass wir uns preistechnisch anpassen müssen. Wenn die Masse 2,99€ für das Standardebook nimmt, so wird man sich selbst in der Regel ebenso für diesen Preis entscheiden. Das habe ich ja schließlich auch bisher getan.
Diverse Autoren haben berichtet, dass die Verkäufe spürbar rückläufig waren, als sie den Preis auf 3,99 angehoben haben. Ein (1!!) Euro mehr war manchen Käufern dann zu viel. Wenn es um Preise geht, die an der zehn kratzen, kann ich das ja verstehen – aber in diesem Bereich?
Vielleicht ist es hilfreich, einmal aufzuschlüsseln, wie viel ein Autor bei einem Preis von 2,99€ verdient. (Ich beziehe mich hier nur auf Amazon und auf Selfpublisher!)
In meinem Fall ist es so: Ich bekomme 70% Tantiemen von Amazon, das heißt, mir bleiben circa 2€. Diese müssen dann jedoch noch versteuert werden – rechnet also nochmal ca 40-45% ab. Etwas über 1 Euro für ein Ebook. Jetzt könnt ihr euch ausrechnen, wieviele ein Autor dann verkaufen muss, um davon leben zu können. Zumal ja auch Kosten anfallen: Covergestaltung, Korrektorat und/oder Lektorat, Werbung, ganz abgesehen von der Zeit, die man investiert. Aber das tut man ja auch gerne.

An dieser Stelle möchte ich betonen: Ich schreibe NICHT, um reich zu werden, sondern weil ich es liebe. Wenn ich davon leben kann, habe ich mehr Zeit um zu schreiben. Wenn ich nebenher arbeiten muss, um mir den Luxus Schreiben gönnen zu können, schreibe ich dementsprechend weniger. Ich habe zum Glück super Leser, verkaufe für den Anfang echt klasse und kann vielleicht tatsächlich davon leben. EIN TRAUM. So geht es aber den wenigsten.

Als Vergleich nochmal die Einnahmen, wenn ich 99-Cent-Aktionen mache. Dann kriege ich nur noch 35% Tantiemen, das heißt, etwa 34 Cent. Die müssen dann auch versteuert werden … ihr versteht?

Beim Taschenbuch können keine allgemeinen Aussagen getroffen werden. Das hängt von der Dicke ab, denn je mehr Seiten, desto mehr Material, desto weniger Einnahmen …

Und jetzt kommen wir auch schon zu meinem „Problem“. Stolperfalle Liebe hat eine Seitenzahl von 409. Als ich, fröhlich wie ich war, bei Createspace das Buch eingerichtet habe und zur Preisgestaltung kam, bin ich fast vom Stuhl gefallen … CS zeigt einem nämlich, wie viel man bei Eingabe eines Preises dann tatsächlich verdient. Okay, wollt ihr raten? Ja? Nein? Also… es wären bei dem Preis von 9,99€ genau sieben (7!!!) CENT gewesen. Ja, pro Buch. Nein, nicht versteuert. 7 Cent Gewinn pro verkauftem Buch??
Meine Leser liegen mir sehr am Herzen, ebenso eine faire Preisgestaltung, bei der ich nicht abzocke, aber in diesem Fall konnte ich einfach nicht bei 9,99€ bleiben, auch wenn mich das schmerzt. Ich kann nicht beim Normpreis bleiben – und ich kann nicht einschätzen, wie das bei meinen Lesern ankommt. Ich hoffe, die meisten lesen das hier und verstehen, dass ich das nur mache, weil ich sonst quasi umsonst schreiben würde. Also habe ich den Preis auf 11,99€ angehoben. So habe ich dann einen Gewinn von 1,20€ pro Buch (unversteuert), das ist in Ordnung. Mir wurden sogar 12,99€ geraten, aber das wollte ich einfach nicht.

Nun habe ich aber auch noch ein zweites „Problem“. Amazon verändert zum 1.1.2015 die Mehrwertsteuerregelung bei Ebooks. Ich gehe nun nicht in die Tiefe, der Beitrag wird eh lang genug. Es bedeutet einfach, dass wir Autoren mehr vom Gewinn abgeben müssen, bzw. weniger an einem Ebook verdienen. Es gibt viele Diskussionen, wie wir damit umgehen sollen. Preis anpassen? Weniger verdienen?
Ich habe mich dazu entschieden, Stolperfalle Liebe nun für 3,99€ anzubieten. Erst einmal haben mir viele gesagt, dass ich sowieso mehr nehmen könnte (generell). Das mache ich jetzt aber nur wegen der Steuersache – UND: Lina und Sara bleiben bei 2,99€. Weniger Gewinn bei den beiden nehme ich gerne in Kauf, dafür, dass ich Lucy teurer mache.
Das sind meine Gedanken dahinter – dennoch habe ich ein schlechtes Gewissen und Angst, dass das viele doof finden.

Und ist das nicht das wirklich Schreckliche? Es geht um wenige Euros. Andere haben auch schon darüber geschrieben, Argumente vorgebracht wie „ein Ebook ist günstiger als ein Kaffee bei Starbucks und hält länger“ usw. Das greife ich jetzt nicht alles wieder auf. Es ist nur halt wirklich so: Für den Leser ist es ein Euro mehr, für mich aber nicht ein Euro mehr Gewinn. Dennoch hilft es mir, mich finanziell abzusichern (hoffentlich) oder geht zumindest in die richtige Richtung. Denn ich möchte soooo gerne weiterhin so viel für euch schreiben. Ich liebe es einfach.

Vielleicht sollte man einfach häufiger darüber nachdenken, welche Forderungen gerechtfertigt sind (Ebooks für Umme definitiv nicht!!), welche beeinflusst sind von dem Konsumwahn der Gesellschaft (immer mehr für immer weniger) und inwiefern man bereit ist, Geld für Qualität auszugeben. Denn – und hier kann ich zwar nur von mir sprechen, weiß aber, dass es bei vielen anderen Indie-Autoren auch so ist – ich gebe mein Bestes, um gute Arbeit abzuliefern, lese so lange Korrektur, bis mir mein Buch aus den Ohren kommt und tue alles, um euch schöne Stunden zu bereiten.
Das ist doch 3,99€ – oder 11,99€ wert, oder?

Ich hoffe es jedenfalls sehr!

Vorerst war es das von mir zu diesem Thema. Der Beitrag ist lang genug geworden. Danke, wenn du es bis hierher gelesen hast! Es macht mich froh und stimmt mich hoffnungsvoll.

Deine/Eure Emma

Umgangston im Sozialen Netzwerk

Hallo meine Lieben.

Heute möchte ich … nein, muss ich mich mit einem Thema an euch wenden, das mir in den letzten Tagen oder sogar auch Wochen immer und immer wieder übel aufgestoßen ist.

Vorneweg – ich selber bin nicht direkt betroffen, Gott sei Dank. Auf meiner Facebookseite und auch hier wird  zu 99,9% freundlich geschrieben, der Umgangston ist herzlich, offen und einladend. Das ist so erleichternd!

Leider ist das nicht überall so.

Auch wenn ich selber nicht angesprochen werde – wenn ich an diversen Orten des Internets immer und immer wieder lese, wie sich die Menschen gegenseitig respektlos zerfleischen, dann macht mich das traurig. Tja, und dann bin ich irgendwie doch betroffen.

Aber woher kommt das? Woher kommt diese Kultur Kaltschnauze? Warum muss man sich mit eigentlich fremden Menschen derart zoffen?

Dass im Internet Hemmschwellen deutlich niedriger sind, ist ja allseits bekannt und auch nachvollziehbar. Man darf nicht unterschätzen, wie viel es ausmacht, seinem Gesprächspartner direkt in die Augen zu sehen. Wie viele Menschen würden ihre Aussagen überdenken oder gar komplett sein lassen, wenn sie dabei dem Betroffenen ins Gesicht sehen müssten? Einige. Das ist kein Vorwurf, keine Kritik, das ist Fakt. Das Tätigen emotional gefärbter Aussagen erfordert einiges an Mut, wenn man die Reaktion des Gegenübers direkt an dessem Gesicht ablesen kann.

Telefonieren ist da schon ein bisschen einfacher, immerhin herrscht dann eine gewisse räumliche Distanz zwischen den Gesprächspartnern (sollte man zumindestens annehmen). Doch noch immer ist man einer direkten persönlichen Reaktion ausgesetzt und auch das kann bestimmte Aussagen abschwächen und entschärfen.

Einmal kurz zur deutlichen Betonung: Ich meine NICHT nur Kritik, Wut oder andere negative Gefühle, sondern auch ebenso warmherzige Aussagen, die durchaus Mut erfordern

Kurznachrichten, WhatsApp und co stellen da schon eine ganz andere Liga dar, sind aber auch nach wie vor nicht derart von der Kaltschnäuzigkeit betroffen wie das offene Netz der (Un-)Möglichkeiten. In der Regel herrscht dieser Austausch zwischen Freunden, Familienmitgliedern und Bekannten und auch hier ist im Normalfall ein gewisser Respekt vorhanden. Dennoch beginnt bei dieser Kommunikation schon die Schwierigkeit, denn:

Das geschriebene Wort neigt dazu, Missverständnisse hervorzurufen!

Ich erspare euch jetzt einen allzu psychologisch erklärenden Monolog, den die noch vorhandene Sozialarbeiterin nun herunterleiern würde, denn ich nehme an, das wisst ihr sowieso schon. Jeder kann ein eine Nachricht unterschiedlich auffassen. Insbesondere Frauen sind besonders leidtragend, nahezu automatisch fängt das weibliche Hirn an, die Nachrichten, die es liest, aufs Genaueste zu untersuchen. Da kann ein falsch gesetzter Punkt oder ein fehlender Smiley schon zu katastrophalen (Fehl-)Deutungen führen. Aber gut, ist man im Gespräch mit nahestehenden Personen, lassen sich so entstehende Missverständnisse zumeist auch wieder klären. Dennoch: Jeder liest die Aussage eines anderen immer subjektiv gefärbt! Wenn man erwartet, dass der andere böse schreibt, liest man die Nachricht schneller böse, als sie eigentlich gemeint ist… und so weiter.
Schwierig, aber irgendwie machbar.

Und dann kommt es. Das Internet. Die große Plattform mit all seinen sozialen Treffpunkten, wo sich Menschen jeder Couleur tummeln. All die Möglichkeiten, all die Chancen – und all die Komplikationen.

Ich weiß gar nicht so genau, wann es angefangen hat, dieses Verrohen. Diese scheinbar unbewusste Bereitschaft, sich negativ und respektlos fremden Menschen gegenüber zu zeigen. Ich weiß durch meine „Online-Zocker-Karriere“ – ja ja, es ist nun raus -, dass dieses Phänomen schon seit mindestens fünf Jahren in diversen Rollenspielen ausgebrochen ist. Auch bei Facebook und co habe ich so etwas immer wieder gelesen. Gut, das kommt vor. Wo sich viele Menschen tummeln, da entstehen Reibereien. Wie auch im normalen Leben, nicht jeder kann mit jedem. Doch anstatt sich dann aus dem Weg zu gehen, wird neuerdings Feuer gespuckt.

An dieser Stelle noch eine dringliche Betonung: Ich spreche hier von einem Bruchteil aller Nutzer des Internets, aber ihr kennt ja das Phänomen: In einem Chor von dreißig Leuten muss nur einer falsch singen, und alles klingt nicht mehr so schön. Das Negative fällt einfach immer mehr auf als reibungslose Abläufe

In den letzten Tagen war ich oftmals innerlich sehr zerrissen, denn auf der einen Seite hätte ich nur zu gerne Partei ergriffen, auf der anderen Seite wusste ich, dass ich so nur in dieses schmutzige Wasser gezogen werde, und, nun ja, das will ich nicht. Aber genau das ist die Gefahr. Wo Aufruhr herrscht, guckt der Mensch hin – und lässt sich nur allzu leicht mitziehen. Absolut menschlich, aber für diese Entwicklung ziemlich tödlich. Und dann ziehen die Geschichten ihre Kreise, immer und immer mehr Menschen mischen sich ein, Dinge werden verdreht, es puscht sich alles noch mehr auf und – ja, und. Genau das. Selbst beim Schreiben dieser Worte geht mein Puls hoch und mein Kopf pocht.
Das ist so furchtbar anstrengend!

Ich will hier gar nicht den Finger heben und auf jemanden zeigen und „Duh duh duh“ machen. Ich habe es ja bereits oben geschrieben – an mir geht so ein Trubel auch nicht vorbei und ich muss oftmals innehalten, weil meine Finger dann doch schon über der Tastatur schweben.

Immerhin kann ich noch innehalten

Woher kommt das? Warum nur lässt das Internet so viele Barrieren fallen, die im normalen Zwischenmenschlichen bestehen bleiben würden? (Ich hoffe zumindest zutiefst, dass die meisten dieser Menschen im „wahren Leben“ ganz anders reagieren würden.) Muss man dem Menschen wirklich in die Augen schauen, um menschlich reagieren zu können? Muss man einen Menschen näher kennen, um ihm den Respekt zu zollen, den er verdient hat? Und ja – jeder Mensch hat es verdient, respektvoll behandelt zu werden!

Jeder hat mal einen schlechten Tag, jeder vergreift sich mal im Ton, auch ich (wer mich kennt, der weiß, dass ich gerne mal zicke). Aber wieso ist nicht irgendwann einmal Schluss? Warum wird noch oral auf Menschen eingetreten, die schon längst am Boden liegen, sprichwörtlich im Dreck?

Ich weiß, ich werfe gerade so viele Fragen auf. Ich schreibe über ein äußerst heikles und moralisches Thema – aber genau das ist doch das Problem. Die fehlende Moral.

Ich studiere Medienwissenschaften und kann somit schon ein bisschen was über die komplexen Kommunikatonsvorgänge des Internets sagen, doch selbst die schlauesten Theorien mildern nicht den Schrecken ab, den ich empfinde, wenn ich manche Diskussion lese. Manche Äußerungen. Manche Beleidigungen.

Ist das eine Tendenz oder ist das eine Phase? Wird es so weiter gehen? Bin ich gerade einfach nur empfindlich und empfänglich für diesen Stress? Bin ich zu zartbesaitet?

Egal, was die Begründung ist, diese Fragen hinterlassen so viele wirre Flecken in meinem Kopf. Ich bin ein Gutmensch, ich möchte an das Positive im Menschen glauben, aber dieser Tage komme auch ich manchmal an meine Grenzen und habe das Bedürfnis, mich zurückzuziehen. Zum Glück fällt mir dann immer wieder ein, dass ich mit euch ja wirklich enorm viel Glück habe.

Aber trotzdem, der pochende Kopfschmerz bleibt.

Ich habe keine Antworten auf all die Fragen, ich kann euch keine Klärung bieten. Aber ich kann euch versichern: das alles beunruhigt mich und macht micht traurig. Vielleicht sollte man häufiger innehalten und sich vorstellen, dass man gerade nicht nur mit Marta Wackelpo schreibt, sondern mit einer Frau, die große braune Augen hat, zwei Kinder zu Hause und einen Nebenjob, die vielleicht gerade einen schlechten Tag hat und was auch immer. Auf jeden Fall: dass sie menschlich ist, so wie man selber. Und sollte man nicht stets den Anspruch haben, andere so zu behandeln, wie man selber behandelt werden möchte? Menschlich, mit Respekt, gerne auch freundlich?

Ist das wirklich so schwer?

Was meint ihr?

Ich glaube, ich komme jetzt besser zum Schluss, denn sonst kann ich gar nicht mit diesem Thema abschließen. Vielleicht sollte ich jetzt einfach ein bisschen lesen und dem Internet den Rücken kehren. Ich kann ja sicher sein, dass es noch da ist, wenn ich wiederkomme. Mit all seinen (Un-)Möglichkeiten.

Ratlos und ein bisschen traurig,

eure Emma

Liebster Award No. 2

Hallo meine Lieben! 🙂
Ich wurde mal wieder für den Liebster-Award nominiert, diesmal von der lieben Ninjaprooved.
Sehr gerne möchte ich ihre Fragen beantworten. Ich werde zwar keine elf weiteren Blogger nominieren, aber ich bin mir sicher, dass es trotzdem schön ist für uns alle, wenn ich hier mitmache und mich den elf Fragen stelle. 🙂

1. Wünschst Du Dir gerade, mich zu würgen für meine Nominierung?
Aber auf gar keinen Fall. Ich mag dich zu gerne, außerdem ist es absolut kein Problem für mich, deine Fragen zu beantworten. Ich hoffe nur, Du erwürgst mich nicht, weil ich keine weiteren Blogger nominiere! 🙂

2. Wenn Du einen Tag Zeit hättest, genau das zu tun was Du schon immer tun wolltest, was wäre das?
Puh. Das ist eine gute Frage. Da ich in letzter Zeit angefangen habe, das zu tun, was ich gerne tun will, könnte ich jetzt gar nichts explizit benennen. Eine super-langweilige Antwort, was?

3. Wenn Dir jemand Kapital und eine Chance geben würde auszuwandern, wohin wäre das? Oder wäre das nichts für Dich?
Dann würde ich nach Kanada auswandern. Warum? Schwer zu beschreiben, ich war nie dort, aber das Land fasziniert mich ungemein. Die Weite, die Landschaft, das wäre sicher sehr inspirierend für mich und mein Schreiben.
Oder Skandinavien.

4. Was bedeutet für Dich das Wort Freundschaft und gibt es einen Kodex für Dich?
Einen Kodex als solches könnte ich jetzt nicht benennen, aber generell bedeutet mir Freundschaft sehr, sehr viel. Ich habe wirklich wertvolle Freunde, die mir zur Seite stehen, wenn ich sie brauche. Dabei kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass Freundschaft nicht an Nähe gebunden ist; ich zähle Menschen zu meinem Freundeskreis, die in ganz Deutschland leben oder sogar über die Landesgrenzen hinaus! Internet und Medien machen es möglich. Ich habe meine Seelen-Familie in meinen Freunden gefunden und weiß, dass es immer jemanden gibt, auf den ich zählen kann. Andersherum ist es genauso, ich bin immer für meine Freunde da. Das wichtigste ist einfach: Zu wissen, dass man sich aufeinander verlassen kann.

5. Wenn Du im Lotto gewinnen würdest, was wäre das allererste was Du tun würdest?
Haha. In eine tolle, große Stadt fahren und shoppen. Hamburg, Berlin, vielleicht sogar London oder Amsterdam oder so. Hauptsache groß und toll und einfach mal nicht aufs Geld achten müssen. 🙂 Richtig flach und typisch weiblich.

6. Bist Du gemeinnützig tätig oder reicht Deine Gemeinnützigkeit bis zum Tür aufhalten im Kaufhaus?
Ich habe lange im Sozialen Bereich gearbeitet und habe in der Zeit viel getan. Nicht direkt gemeinnützig, aber immerhin. Während meiner Erkrankung habe ich mich aus derlei Tätigkeiten aber erstmal zurückgezogen, da genau das das Problem war. Ich habe mich zuviel um andere gekümmert und zu wenig um mich, da musste ich meinen Fokus erstmal verschieben.

7. Gibt es etwas was Du bereust getan oder  nicht getan zu haben?
Ich bereue es, nicht eher auf mich und meine Gesundheit gehört zu haben. Ich habe viel zu lange meine innere Stimme missachtet.

8. Hast Du irgendeine Art von Körperschmuck?
Jep, Piercings am Ohr. Insgesamt neun Stück, unter anderem normale Lobes, einen Forward Helix und einen Tragus. Ein Rook wird noch dazu kommen. 🙂 Ich hatte auch einmal ein Zungenpiercing, aber im Rahmen einer Zahnfleischentzündung musste ich es entfernen, zu schmerzhaft war es, und da war das Loch ratz fatz zu. Meine Eltern fanden das überhaupt nicht tragisch …

9. Was ist Deine Lieblingsblume oder Lieblingsbaum oder Busch oder so 😉
Ganz definitiv Orchideen. Davon habe ich auch insgesamt sechs Stück hier stehen, vier normale, zwei Wildorchideen. Irgendwie hatte ich nie einen grünen Daumen, aber mittlerweile bin ich doch ganz gut darin; habe sogar einen Ableger züchten können! Darauf bin ich echt stolz.

10. Hattest Du jemals einen Brieffreund?
Klar, früher in Kindheitszeiten schonmal und jetzt durch Facebook und meine liebe Facebook-Gruppe, die Bücherwürmer, wieder einige. Es macht echt Spaß, ganz klassisch Briefe zu schreiben, außerdem ist es wunderschön, wieder mehr Post zu erhalten, die über Rechnungen hinaus geht. Das sollten viel mehr Menschen machen – dann müsste auch die Post nicht regelmäßig das Porto erhöhen!

11. Bist Du froh das die Fragerei nun aufhört und werden wir weiter Freunde sein?
Haha. So schlimm war es nun auch wieder nicht. Hat doch Spaß gemacht! Klar bleiben wir Freunde, Sweetie :-*

So, das war es schon. Ich hoffe, die Antworten waren interessant für euch! 🙂
Demnächst werdet ihr mal wieder eine kleine Leseprobe von mir erhalten; gerade bin ich aber in der Post-Veröffentlichungs-Pause und freue mich einfach nur über die bombastischen Verkaufszahlen. Ich bin so stolz darauf, euch zu haben.Ich wünsche euch noch einen tollen Sonntagabend!

Eure Emma

Glückshormone-Flatrate

 

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Ihr Lieben, es ist soweit!!!

Aaaaaaah, heute ist mein zweites Buch in den Handel gekommen!
Ich kann euch gar nicht beschreiben, wie aufgeregt und glücklich ich bin. Das erste Buch rauszubringen, das hat schon was. Alles macht man zum ersten Mal – vom Schreiben übers Überarbeiten bis hin zum Formatieren und Hochladen. Klar, das ist Adrenalin pur. Wochenlang beschäftigt man sich mit Werbestrategien, schwebt auf Wolke 7, freut sich über diesen ersten Erfolg.

Und dann juckt es wieder in den Fingern.

Wenn dann das zweite Buch online kommt… es ist wie eine Bestätigung. Wow, man hat es tatsächlich noch einmal geschafft! Es war nicht nur ein One-Hit, nicht nur der eine Versuch, der geklappt hat, der glücklich gemacht hat, aber irgendwann wieder im Winde verweht wie zerfaserte Herbstblätter. Nein, es ist eine Bestätigung, ein „Hallo, ich bin da, ich war da, ich bleibe da!“. Ein Nachdruck, um zu beweisen, dass man den richtigen Weg geht.

So fühle ich mich gerade. Es ist einfach nur Wahnsinn. In mir flattert alles, hüpft alles. Ich bin so unsagbar glücklich über diesen Schritt, der mich unweigerlich weiterführt auf meinem wunderbaren, weichen Weg, den ich für mich gewählt habe. Der Weg, der mich direkt in die glückliche Zukunft führt. Warum ich mir da so sicher bin? Nun, die Gegenwart macht mich ja bereits so glücklich, ich weiß einfach, dass es so weiter geht!

Ich habe mein zweites Buch veröffentlicht. Nächste Woche beginne ich mein Studium. Kann es etwas besseres geben?

Ich drücke euch ganz lieb und euphorisch,

eure Emma