Preisgestaltung … oder wie sich der Autor im Dilemma befindet.

Hallo meine Lieben.

Anlässlich meiner kommenden Veröffentlichung und einiger Diskussionen, die in der Vergangenheit stattgefunden haben, möchte ich euch gerne einmal meine Sicht der Dinge zum Thema „Preisgestaltung“ vermitteln.

Aber erst einmal etwas schönes – mein Cover *lach* Die letzten Tage waren so voll, dass ich kaum zu etwas gekommen bin. Jetzt möchte ich euch das nicht mehr vorenthalten!
ebookstolperfalle

Ist es nicht toll??? Ich bin absolut verliebt…! 🙂 Meine Coverdesignerin übertrifft sich immer wieder. Ich habe auch schon den groben Entwurf für die Fortsetzung – aber den verrate ich noch nicht so schnell 🙂 Er ist auf jeden Fall mindestens genauso schön!

Leider ist genau dieser Titel auch der Grund, warum ich leichte Bauchschmerzen habe, was die Preisgestaltung angeht.

In den letzten Wochen gab es vermehrte Diskussionen, ausgelöst durch unterschiedliche Aspekte, doch letztenendes drehten sie sich häufig um das leidige Thema „Preise von ebooks/Büchern“. Ich möchte mich gar nicht allzu sehr in diese Thematik vertiefen, euch nur ein paar Meinungen nennen, die meistens vordergründig waren.

1. Der verständnisvolle Leser. Er zahlt das Geld für das ebook oder das Taschenbuch (oder beides), weil er den Preis als solches akzeptiert und ihn gerne für seinen Autor und für sein Hobby ausgibt. (Ich muss wohl nicht betonen, dass mir diese Meinung am liebsten ist, nicht wahr?)

2. Der Ebook-Preis-Kritiker. Er versteht nicht, wieso – zumeist Verlags- – Ebooks fast so viel wie das Taschenbuch kosten und sieht es nicht ein, den Preis zu bezahlen. Dann lieber direkt das Taschenbuch. Preise im Bereich 2,99€ bis 4,99€ werden aber noch wohlwohllend akzeptiert. (Dieser Meinung kann ich mich selber übrigens aus Lesersicht nur anschließen).

3. Der Anti-Ebook-Leser. Ihm ist die Diskussion über Ebooks ein Dorn im Auge, da er diese nicht mag. Im schlimmsten Fall denkt er, dass Ebooks nichts kosten dürften, da sie ja keine Produktionskosten wie z.B. Buchdruck haben (der Wert des Inhalts wird also nicht gesehen). Im besten Fall ist ihm das alles egal, er kauft eh ein Taschenbuch.

4. Der Indie-Autor. Er ärgert sich über die Nicht-Bereitschaft, Geld für Ebooks auszugeben oder darüber, dass manche nur auf Verlosungen, Preisaktionen etc. warten. Er geht verständlicherweise subjektiv in die Diskussion und prallt meist zusammen mit:

5. Dem heimlichen Pirat: Er lädt sich die Bücher online und versteht die Diskussionen nicht.

Oder dem:

6. Zyniker: Er findet die Diskussion über Ebook-Dumping und Piraterie (letzteres wurde eben schon erwähnt und hier auch, weil dieses Thema untrennbar verbunden ist mit digitalen Dateien wie ebooks, MP3s usw.) sinnlos; insbesondere der Gedanke von Gesetzen zur Bestrafung von Piraten und deren Verfolgung; schließlich gäbe es wesentlich schlimmere Straftaten und Piraterie sei deshalb eine Bagatelle. Somit also die Raubkopie-Verbreitung von Ebooks?! (= kein Lohn für uns Autoren).

7. Newbies: Sie lernen gerade, dass Weitergabe von Ebooks einer Vervielfältigung gleichzusetzen sind und reagieren entweder verständnisvoll – oder nicht.

Ihr merkt: Es vermischen sich zwei Themen: Preisgestaltung von Ebooks und Piraterie. Beide jeweils alleine für sich schon extrem wichtig, aber hier kommt es zu einer Vermischung, da sich die Themen oft einander die Hand geben. Die Bereitschaft, Geld für das Buch auszugeben schließt in der Regel die Nutzung von Piraterie-Seiten aus – und andersherum.

(Zum Thema Piraterie durfte ich mal folgenden Satz hören: „Sei doch froh, dass dein Buch auf Piratenseiten erscheint. Normalerweise will doch keiner Indieautoren lesen und du kannst froh sein, dass dein Buch scheinbar doch als wichtig genug erachtet wird.“ $/%&==“!???? Mehr sage ich dazu nicht)

Ich will mich jetzt nicht verzetteln in meinem Beitrag, deshalb lasse ich das Thema Vervielfältigung und Piraterie jetzt auch wieder fallen; ich habe sie nur aufgenommen, weil sie in den Diskussionen immer, wirklich immer auch aufkamen. Vielleicht widme ich mich dem ein anderes Mal.

Jetzt geht es um die Preisgestaltung.

Als Indieautor ist man auf den Kauf durch Leser angewiesen. Genauso natürlich die Verlagsautoren, aber die haben in der Regel eine andere Reichweite, müssen, je nach Größe des Verlags, nicht so sehr um die Käufe „kämpfen“ und nicht so viel Eigen-PR betreiben. Ich weiß, ich verallgemeinere gerade, es gibt immer Ausnahmen, aber so ist es nunmal meistens. Das bedeutet auch, dass wir uns preistechnisch anpassen müssen. Wenn die Masse 2,99€ für das Standardebook nimmt, so wird man sich selbst in der Regel ebenso für diesen Preis entscheiden. Das habe ich ja schließlich auch bisher getan.
Diverse Autoren haben berichtet, dass die Verkäufe spürbar rückläufig waren, als sie den Preis auf 3,99 angehoben haben. Ein (1!!) Euro mehr war manchen Käufern dann zu viel. Wenn es um Preise geht, die an der zehn kratzen, kann ich das ja verstehen – aber in diesem Bereich?
Vielleicht ist es hilfreich, einmal aufzuschlüsseln, wie viel ein Autor bei einem Preis von 2,99€ verdient. (Ich beziehe mich hier nur auf Amazon und auf Selfpublisher!)
In meinem Fall ist es so: Ich bekomme 70% Tantiemen von Amazon, das heißt, mir bleiben circa 2€. Diese müssen dann jedoch noch versteuert werden – rechnet also nochmal ca 40-45% ab. Etwas über 1 Euro für ein Ebook. Jetzt könnt ihr euch ausrechnen, wieviele ein Autor dann verkaufen muss, um davon leben zu können. Zumal ja auch Kosten anfallen: Covergestaltung, Korrektorat und/oder Lektorat, Werbung, ganz abgesehen von der Zeit, die man investiert. Aber das tut man ja auch gerne.

An dieser Stelle möchte ich betonen: Ich schreibe NICHT, um reich zu werden, sondern weil ich es liebe. Wenn ich davon leben kann, habe ich mehr Zeit um zu schreiben. Wenn ich nebenher arbeiten muss, um mir den Luxus Schreiben gönnen zu können, schreibe ich dementsprechend weniger. Ich habe zum Glück super Leser, verkaufe für den Anfang echt klasse und kann vielleicht tatsächlich davon leben. EIN TRAUM. So geht es aber den wenigsten.

Als Vergleich nochmal die Einnahmen, wenn ich 99-Cent-Aktionen mache. Dann kriege ich nur noch 35% Tantiemen, das heißt, etwa 34 Cent. Die müssen dann auch versteuert werden … ihr versteht?

Beim Taschenbuch können keine allgemeinen Aussagen getroffen werden. Das hängt von der Dicke ab, denn je mehr Seiten, desto mehr Material, desto weniger Einnahmen …

Und jetzt kommen wir auch schon zu meinem „Problem“. Stolperfalle Liebe hat eine Seitenzahl von 409. Als ich, fröhlich wie ich war, bei Createspace das Buch eingerichtet habe und zur Preisgestaltung kam, bin ich fast vom Stuhl gefallen … CS zeigt einem nämlich, wie viel man bei Eingabe eines Preises dann tatsächlich verdient. Okay, wollt ihr raten? Ja? Nein? Also… es wären bei dem Preis von 9,99€ genau sieben (7!!!) CENT gewesen. Ja, pro Buch. Nein, nicht versteuert. 7 Cent Gewinn pro verkauftem Buch??
Meine Leser liegen mir sehr am Herzen, ebenso eine faire Preisgestaltung, bei der ich nicht abzocke, aber in diesem Fall konnte ich einfach nicht bei 9,99€ bleiben, auch wenn mich das schmerzt. Ich kann nicht beim Normpreis bleiben – und ich kann nicht einschätzen, wie das bei meinen Lesern ankommt. Ich hoffe, die meisten lesen das hier und verstehen, dass ich das nur mache, weil ich sonst quasi umsonst schreiben würde. Also habe ich den Preis auf 11,99€ angehoben. So habe ich dann einen Gewinn von 1,20€ pro Buch (unversteuert), das ist in Ordnung. Mir wurden sogar 12,99€ geraten, aber das wollte ich einfach nicht.

Nun habe ich aber auch noch ein zweites „Problem“. Amazon verändert zum 1.1.2015 die Mehrwertsteuerregelung bei Ebooks. Ich gehe nun nicht in die Tiefe, der Beitrag wird eh lang genug. Es bedeutet einfach, dass wir Autoren mehr vom Gewinn abgeben müssen, bzw. weniger an einem Ebook verdienen. Es gibt viele Diskussionen, wie wir damit umgehen sollen. Preis anpassen? Weniger verdienen?
Ich habe mich dazu entschieden, Stolperfalle Liebe nun für 3,99€ anzubieten. Erst einmal haben mir viele gesagt, dass ich sowieso mehr nehmen könnte (generell). Das mache ich jetzt aber nur wegen der Steuersache – UND: Lina und Sara bleiben bei 2,99€. Weniger Gewinn bei den beiden nehme ich gerne in Kauf, dafür, dass ich Lucy teurer mache.
Das sind meine Gedanken dahinter – dennoch habe ich ein schlechtes Gewissen und Angst, dass das viele doof finden.

Und ist das nicht das wirklich Schreckliche? Es geht um wenige Euros. Andere haben auch schon darüber geschrieben, Argumente vorgebracht wie „ein Ebook ist günstiger als ein Kaffee bei Starbucks und hält länger“ usw. Das greife ich jetzt nicht alles wieder auf. Es ist nur halt wirklich so: Für den Leser ist es ein Euro mehr, für mich aber nicht ein Euro mehr Gewinn. Dennoch hilft es mir, mich finanziell abzusichern (hoffentlich) oder geht zumindest in die richtige Richtung. Denn ich möchte soooo gerne weiterhin so viel für euch schreiben. Ich liebe es einfach.

Vielleicht sollte man einfach häufiger darüber nachdenken, welche Forderungen gerechtfertigt sind (Ebooks für Umme definitiv nicht!!), welche beeinflusst sind von dem Konsumwahn der Gesellschaft (immer mehr für immer weniger) und inwiefern man bereit ist, Geld für Qualität auszugeben. Denn – und hier kann ich zwar nur von mir sprechen, weiß aber, dass es bei vielen anderen Indie-Autoren auch so ist – ich gebe mein Bestes, um gute Arbeit abzuliefern, lese so lange Korrektur, bis mir mein Buch aus den Ohren kommt und tue alles, um euch schöne Stunden zu bereiten.
Das ist doch 3,99€ – oder 11,99€ wert, oder?

Ich hoffe es jedenfalls sehr!

Vorerst war es das von mir zu diesem Thema. Der Beitrag ist lang genug geworden. Danke, wenn du es bis hierher gelesen hast! Es macht mich froh und stimmt mich hoffnungsvoll.

Deine/Eure Emma

Advertisements

Sneak Peak

Hallo meine Lieben!

Ich weiß nicht, ob ihr es alle schon mitbekommen habt, aber ich habe gute Nachrichten für euch:
Am 1.12., also noch in diesem Jahr, erscheint mein neuer Roman!

Tadaaaa!

Titel und Cover werde ich erstmal noch nicht verraten, aber ich werde euch einen kleinen Ausschnitt zum Reinschnuppern anhängen!

Wie kommt es dazu? Nun ja, es handelt sich um die Geschichte, die bei dem Verlag war. Leider hat dieser geraume Zeit nicht mehr auf meine Kontaktaufnahmen reagiert, keine Ahnung wieso. Einer Kollegin geht es ähnlich. Nach einer Frist habe ich dann gekündigt, denn unter den Umständen behalte ich das Szepter lieber selber in der Hand!

Da die Geschichte so gut wie fertig ist (nur noch die Testleserphase, und die ist initialisiert), bekommt ihr also noch in diesem Jahr ein weiteres Buch zu lesen! Irre oder? 🙂

Naja, das wollte ich kurz mit euch teilen. Nun könnt ihr mal reinlesen und euch überlegen, ob euch die Story anspricht! 🙂

Liebste Grüße

Eure Emma

************

»Du machst Witze.« Seufzend blickte ich durch mein Fenster. Klein, quadratisch und mit einem dünnen grauen Schmutzschleier überzogen, sollte es mir ausreichend Licht und nicht zu viel Ablenkung bieten, wenn ich Stunde um Stunde meinen öden Bürojob erledigte. Assistentin der Assistentin des stellvertretenden Chefs einer kleinen Zeitung. Selten durfte ich das tun, was ich eigentlich hätte machen wollen: Recherche, raus ins Feld, Berichte schreiben. Stattdessen konnte man meinen Job relativ einfach als Hilfskraft bezeichnen. Kopieren und das Ausstellen vorgefertigter Briefe war so ziemlich alles, was ich machen durfte. Und hinter ausbleibenden Zahlungen hinterherrennen. Meine blauäugige Illusion, durch diesen Job einen Einstieg bei der Zeitung und einen baldigen Aufstieg auf der Karriereleiter zu erhalten, hatte ich schon längst aus jenem grauen Fenster befördert.
Mit Arschtritt.
Natürlich interessierte es mal wieder niemanden, dass ich meine Pause überzog. In der hintersten Ecke des trubeligen Büroraumes zog ich kaum Aufmerksamkeit auf mich, solange ich nicht laut aufschrie oder mit meiner würdelosen Arbeit in Verzug kam.
Über meinen eigenen Zynismus erschrocken betrachtete ich meine rotlackierten Nägel, die an einem Zeigefinger einen minimalen Riss in der Farbe aufwiesen. Gut, heute würde ich sie also noch nicht erneuern müssen.
»Doch, doch, und glaub‘s mir, Babe, der Typ ist einfach der Hammer!«
Wen auch immer Mark als »der Hammer« bezeichnete – wirklich überzeugen konnte mich diese Beschreibung nicht. Mark befand jedes männliche Wesen, das sich länger mit ihm unterhielt, als »der Hammer«, solange es die Grundlagen der Körperhygiene beherrschte. Doch was die Auswahl seines neuen Mitbewohners anging, sah es schon ein wenig anders aus. Seine diesbezüglichen Ansprüche waren derart hoch, dass selbst ich dankend darauf verzichtet hatte, mit meinem besten Freund zusammenzuziehen. Lieber wohnte ich in meinem Schuhkarton als unter den Argusaugen meines gestörten Freundes.
Marks letzter Mitbewohner war so etwas wie ein Heiliger gewesen, und sie hatten wunderbare Zeiten miteinander verbracht. Harmonisch, sauber und äußerst vorbildlich. Doch dann hatte ein unschlagbares Jobangebot die traute Zweisamkeit gestört und nun suchte Mark schon seit drei Monaten nach einem neuen Mitbewohner. Nicht, dass es keine Interessenten gab – bisher war einfach niemand in Frage gekommen. Ich hatte fast schon befürchtet, dass Mark mich bitten würde, doch mit ihm zusammenzuziehen – und dann das!
»Wie hat der Kerl dich überzeugt?« Ich hörte ein verdächtiges Geräusch und schielte über die Abtrennung meines Bürowürfels, bevor ich mich wieder auf mein Telefonat konzentrierte. »Nochmal bitte.«
»Ich sagte, dass er einfach nur nett war. Irgendwie hat die Chemie zwischen uns sofort gestimmt. Wir haben ewig gequatscht und er hatte super Ideen, wie wir das Wohnzimmer umgestalten können.«
Das Wohnzimmer, das seit Wochen eine Baustelle war, weil Mark zwar riesige Ansprüche an die Hygiene hatte und als Frisör unglaublich geschickt war, dafür aber umso unfähiger, was Renovierungsarbeiten anging.
»Einfach so?« Nun klang ich doch ziemlich ungläubig.
»Einfach so!«
Ich seufzte ein weiteres Mal auf, riss mich dann aber zusammen, denn ich spürte, wie Mark ungeduldig wurde. Jetzt war es wohl Zeit, sich für ihn zu freuen. Und das tat ich ja eigentlich auch. Immer.
Nur nicht heute, denn heute war der mit Abstand beschissenste Tag meines Lebens. »Ich freue mich für dich, dass das Suchen endlich ein Ende hat!«, brachte ich also lahm hervor.
Nun spürte ich das Zögern am anderen Ende der Leitung. »Sag mal, ist alles okay bei dir?«
»Nicht wirklich.« Ich zögerte nur ganz kurz, bevor es aus mir hervorplatzte. »Tracy hat die Beförderung erhalten.«
»Was?« Marks Entrüstung war so deutlich zu spüren, dass ich hoffte, sie würde bis in die Chefetage wehen und den Sesselfurzern so richtig einheizen.
Ich war am Boden zerstört, um ehrlich zu sein. Seit einem Jahr hatte ich nun schon die Arbeiten eines Praktikanten erledigt und auch keinen wesentlich höheren Lohn dafür erhalten. All das hatte ich getan, um die Stelle der ersten Assistentin zu erhalten. Ich hatte gewusst, dass Maria bald in Rente gehen würde und geschuftet bis zum Umfallen, immer jeden noch so beschissenen Job erledigt und freiwillig Überstunden geschoben. Und dann hatte Tracy die Stelle erhalten. Auch wenn das Ganze anders begründet worden war, war ich mir nahezu sicher, dass die Beförderung etwas mit ihren zwei unschlagbaren Argumenten in Körbchengröße D zu tun hatte, die der schleimige Herr Peters nun aus direkter Nähe würde betrachten können.
Deprimiert schaute ich hinunter auf meine apfelgroßen Titten.
»Das ist nicht deren Ernst?« Auch wenn Marks Wut gut tat – ändern würde sie dennoch nichts an meiner Joblage, weshalb mein Blick wieder zu dem grauen Fenster wanderte. Ich sollte es mal putzen. Bleibe ja nun doch länger hier.
»Pass auf Süße, wir treffen uns heute Abend im Club M und betrinken uns so richtig. Wenn das kein Grund ist, weiß ich‘s auch nicht!«
»Ich weiß nicht. Ich muss morgen wieder arbeiten …«
»Denen bist du nix schuldig! Dann bist du morgen halt k.o. – oder krank!«
Nun zupfte doch ein kleines Lächeln an meinen Lippen. »Und hinterher schieben wir eine Nummer?«
»Na klar, wie immer«, antwortete Mark zärtlich.
Das sagten wir jedes Mal, es war unser persönlicher Insider. So konstant wie gelogen. Wir schoben nie eine Nummer. Mark war mein bester Freund.
Und außerdem war er stockschwul.

Was als schlimmster Tag meines Lebens begonnen hatte, schien sich im Laufe des Tages nur noch weiter zuzuspitzen. Nach dem Telefonat mit Mark rief meine Vorgesetzte mich zu sich und gab mir einen Kopierauftrag. Ich musste etwa 1000 Kopien erstellen, und erst bei der Siebenhundertsten – positiv geschätzt – stellte ich fest, dass sich scheinbar jemand einen makabren Scherz erlaubt hatte. Statt in schwarz hatte ich lauter tussipinke Kopien erhalten, die ich mit einem riesigen Seufzer in den Müllkorb werfen durfte; immer in der Hoffnung, dass unser Ökofritze nicht um die Ecke kam, um mir einen Vortrag über Ressourcenverschwendung zu halten.
Als ich wieder an meinem Schreibtisch saß, stellte ich fest, dass der kleine Riss in meinem Nagellack zu einem riesigen abgeblätterten Stück Rot geworden war. Ich würde ihn also doch noch erneuern dürfen, eine Aufgabe, die ich regelrecht hasste. Keine Geduld für solche Sachen. Fluchend suchte ich nach meinem Schokoriegel, den ich für solche Notsituationen stets in meinem Bürowürfel versteckte – und bemerkte, dass sich wieder jemand an meiner Notration vergangen hatte.
Ich hätte schreien können. Genervt tippte ich Mark eine kurze Nachricht über WhatsApp.

Ich weiß nicht ob ich heute Abend noch lebe. Eine Katastrophe nach der anderen. Wenn doch: um 20 Uhr am M?

Pünktlich um halb fünf fuhr ich meinen Laptop herunter. Wofür Überstunden machen, das hatte mir zuvor ja auch nicht weitergeholfen. Erleichtert seufzte ich auf, als ich die Bürotür hinter mir ins Schloss fallen ließ. In der trügerischen Sicherheit, dass der heutige Tag nicht mehr schlimmer werden konnte, beschloss ich, einen kurzen Abstecher ins Fitnessstudio zu machen, um den Exzessen des Abends vorzubeugen. Gedankenverloren wühlte ich in meiner Tasche, um meinen iPod hervorzuholen, der sich wie üblich auf unerklärliche Art und Weise mit meinem Schlüssel verschlungen hatte und verknotet festhing. Ich versuchte wirklich, mich nicht über das beschissene Teil aufzuregen, als ich um die Ecke bog und mich der Lärm der Industriestraße begrüßte, an der der Bürokomplex gelegen war. Wahrscheinlich war es diesem furchtbaren, nervenaufreibenden Tag zuzuschreiben, dass ich diesmal nicht aufpasste, ob mir jemand entgegen kam.
Was sich als schlimmer Fehler herausstellte.
»Was zum – scheiße!« Die entsetzt klingende, dunkle Männerstimme riss mich eine Millisekunde vorher aus den Gedanken – und dann gab es einen ungemütlichen Knall, gefolgt von einem Schwall heißen Kaffees, der meine weiße Bluse durchnässte und in meine Ballerinas floss.
»Pass doch auf, du Arschloch!«, brauste ich ganz untypisch für mich auf, bevor ich meine Augen hob und in ein paar zornfunkelnde Gegenstücke blickte.
Verdammt blaue, verdammt zornige Gegenstücke.
»Das sagst gerade du!«, zischte der Typ mir zu. »Wer ist denn blind um die Ecke gekommen?«
Eine äußerst giftige Antwort lag mir auf den Lippen, erstarb jedoch, als ich den Kerl genauer anschaute. Sein teuer aussehender Anzug war ebenfalls mit Kaffee übergossen, sah aber dennoch fabelhaft aus. Er war bestimmt einen Kopf größer als ich. Besagte blaue Augen waren eingebettet in das schönste Gesicht, das ich jemals gesehen hatte. Markante Wangenknochen, eine gerade, scharfe Nase und ein Mund, der, wenn er nicht gerade wütend zusammengekniffen war, sicherlich als voll und sinnlich bezeichnet werden konnte.
Er sah verdammt wütend aus.
»Äh«, entfuhr es mir schwach. Verlegen zog ich mir die nasse Bluse etwas vom Körper und schaute zur Seite. »Tut mir leid.«
»Dass ich nicht lache!«
Meine Augen schossen wieder hoch, meine Wut neu entfacht. Schön hin oder her, frech sein war dennoch nicht erlaubt! »Bitte was?«
Der Kerl schnaubte. »Erst rennst du mich blind um, verschüttest meinen Kaffee über uns beide, nennst mich ein Arschloch – und dann entschuldigst du dich so unglaubwürdig, dass ich dir das im Leben nicht abkaufen kann?«
So etwas Überhebliches hatte ich noch nie erlebt! Meine Augen begannen wieder zornig zu funkeln. »Weißt du was? Leck mich!« Meine Stimmung hatte ihren absoluten Nullpunkt erreicht. Hoch erhobenen Hauptes ließ ich dieses überhebliche Arschloch mit seinem dämlichen Starbucks-Coffee-to-go-Becher stehen, den er lächerlicherweise noch immer schräg in der Hand hielt, verschwendete keinen Blick mehr auf dieses atemberaubend schöne Gesicht und bahnte mir einen Weg an ihm vorbei in Richtung U-Bahn. Das Fitnessstudio hatte ich vergessen, ebenso meinen iPod. Ich wollte einfach nur noch nach Hause.

*******

Umgangston im Sozialen Netzwerk

Hallo meine Lieben.

Heute möchte ich … nein, muss ich mich mit einem Thema an euch wenden, das mir in den letzten Tagen oder sogar auch Wochen immer und immer wieder übel aufgestoßen ist.

Vorneweg – ich selber bin nicht direkt betroffen, Gott sei Dank. Auf meiner Facebookseite und auch hier wird  zu 99,9% freundlich geschrieben, der Umgangston ist herzlich, offen und einladend. Das ist so erleichternd!

Leider ist das nicht überall so.

Auch wenn ich selber nicht angesprochen werde – wenn ich an diversen Orten des Internets immer und immer wieder lese, wie sich die Menschen gegenseitig respektlos zerfleischen, dann macht mich das traurig. Tja, und dann bin ich irgendwie doch betroffen.

Aber woher kommt das? Woher kommt diese Kultur Kaltschnauze? Warum muss man sich mit eigentlich fremden Menschen derart zoffen?

Dass im Internet Hemmschwellen deutlich niedriger sind, ist ja allseits bekannt und auch nachvollziehbar. Man darf nicht unterschätzen, wie viel es ausmacht, seinem Gesprächspartner direkt in die Augen zu sehen. Wie viele Menschen würden ihre Aussagen überdenken oder gar komplett sein lassen, wenn sie dabei dem Betroffenen ins Gesicht sehen müssten? Einige. Das ist kein Vorwurf, keine Kritik, das ist Fakt. Das Tätigen emotional gefärbter Aussagen erfordert einiges an Mut, wenn man die Reaktion des Gegenübers direkt an dessem Gesicht ablesen kann.

Telefonieren ist da schon ein bisschen einfacher, immerhin herrscht dann eine gewisse räumliche Distanz zwischen den Gesprächspartnern (sollte man zumindestens annehmen). Doch noch immer ist man einer direkten persönlichen Reaktion ausgesetzt und auch das kann bestimmte Aussagen abschwächen und entschärfen.

Einmal kurz zur deutlichen Betonung: Ich meine NICHT nur Kritik, Wut oder andere negative Gefühle, sondern auch ebenso warmherzige Aussagen, die durchaus Mut erfordern

Kurznachrichten, WhatsApp und co stellen da schon eine ganz andere Liga dar, sind aber auch nach wie vor nicht derart von der Kaltschnäuzigkeit betroffen wie das offene Netz der (Un-)Möglichkeiten. In der Regel herrscht dieser Austausch zwischen Freunden, Familienmitgliedern und Bekannten und auch hier ist im Normalfall ein gewisser Respekt vorhanden. Dennoch beginnt bei dieser Kommunikation schon die Schwierigkeit, denn:

Das geschriebene Wort neigt dazu, Missverständnisse hervorzurufen!

Ich erspare euch jetzt einen allzu psychologisch erklärenden Monolog, den die noch vorhandene Sozialarbeiterin nun herunterleiern würde, denn ich nehme an, das wisst ihr sowieso schon. Jeder kann ein eine Nachricht unterschiedlich auffassen. Insbesondere Frauen sind besonders leidtragend, nahezu automatisch fängt das weibliche Hirn an, die Nachrichten, die es liest, aufs Genaueste zu untersuchen. Da kann ein falsch gesetzter Punkt oder ein fehlender Smiley schon zu katastrophalen (Fehl-)Deutungen führen. Aber gut, ist man im Gespräch mit nahestehenden Personen, lassen sich so entstehende Missverständnisse zumeist auch wieder klären. Dennoch: Jeder liest die Aussage eines anderen immer subjektiv gefärbt! Wenn man erwartet, dass der andere böse schreibt, liest man die Nachricht schneller böse, als sie eigentlich gemeint ist… und so weiter.
Schwierig, aber irgendwie machbar.

Und dann kommt es. Das Internet. Die große Plattform mit all seinen sozialen Treffpunkten, wo sich Menschen jeder Couleur tummeln. All die Möglichkeiten, all die Chancen – und all die Komplikationen.

Ich weiß gar nicht so genau, wann es angefangen hat, dieses Verrohen. Diese scheinbar unbewusste Bereitschaft, sich negativ und respektlos fremden Menschen gegenüber zu zeigen. Ich weiß durch meine „Online-Zocker-Karriere“ – ja ja, es ist nun raus -, dass dieses Phänomen schon seit mindestens fünf Jahren in diversen Rollenspielen ausgebrochen ist. Auch bei Facebook und co habe ich so etwas immer wieder gelesen. Gut, das kommt vor. Wo sich viele Menschen tummeln, da entstehen Reibereien. Wie auch im normalen Leben, nicht jeder kann mit jedem. Doch anstatt sich dann aus dem Weg zu gehen, wird neuerdings Feuer gespuckt.

An dieser Stelle noch eine dringliche Betonung: Ich spreche hier von einem Bruchteil aller Nutzer des Internets, aber ihr kennt ja das Phänomen: In einem Chor von dreißig Leuten muss nur einer falsch singen, und alles klingt nicht mehr so schön. Das Negative fällt einfach immer mehr auf als reibungslose Abläufe

In den letzten Tagen war ich oftmals innerlich sehr zerrissen, denn auf der einen Seite hätte ich nur zu gerne Partei ergriffen, auf der anderen Seite wusste ich, dass ich so nur in dieses schmutzige Wasser gezogen werde, und, nun ja, das will ich nicht. Aber genau das ist die Gefahr. Wo Aufruhr herrscht, guckt der Mensch hin – und lässt sich nur allzu leicht mitziehen. Absolut menschlich, aber für diese Entwicklung ziemlich tödlich. Und dann ziehen die Geschichten ihre Kreise, immer und immer mehr Menschen mischen sich ein, Dinge werden verdreht, es puscht sich alles noch mehr auf und – ja, und. Genau das. Selbst beim Schreiben dieser Worte geht mein Puls hoch und mein Kopf pocht.
Das ist so furchtbar anstrengend!

Ich will hier gar nicht den Finger heben und auf jemanden zeigen und „Duh duh duh“ machen. Ich habe es ja bereits oben geschrieben – an mir geht so ein Trubel auch nicht vorbei und ich muss oftmals innehalten, weil meine Finger dann doch schon über der Tastatur schweben.

Immerhin kann ich noch innehalten

Woher kommt das? Warum nur lässt das Internet so viele Barrieren fallen, die im normalen Zwischenmenschlichen bestehen bleiben würden? (Ich hoffe zumindest zutiefst, dass die meisten dieser Menschen im „wahren Leben“ ganz anders reagieren würden.) Muss man dem Menschen wirklich in die Augen schauen, um menschlich reagieren zu können? Muss man einen Menschen näher kennen, um ihm den Respekt zu zollen, den er verdient hat? Und ja – jeder Mensch hat es verdient, respektvoll behandelt zu werden!

Jeder hat mal einen schlechten Tag, jeder vergreift sich mal im Ton, auch ich (wer mich kennt, der weiß, dass ich gerne mal zicke). Aber wieso ist nicht irgendwann einmal Schluss? Warum wird noch oral auf Menschen eingetreten, die schon längst am Boden liegen, sprichwörtlich im Dreck?

Ich weiß, ich werfe gerade so viele Fragen auf. Ich schreibe über ein äußerst heikles und moralisches Thema – aber genau das ist doch das Problem. Die fehlende Moral.

Ich studiere Medienwissenschaften und kann somit schon ein bisschen was über die komplexen Kommunikatonsvorgänge des Internets sagen, doch selbst die schlauesten Theorien mildern nicht den Schrecken ab, den ich empfinde, wenn ich manche Diskussion lese. Manche Äußerungen. Manche Beleidigungen.

Ist das eine Tendenz oder ist das eine Phase? Wird es so weiter gehen? Bin ich gerade einfach nur empfindlich und empfänglich für diesen Stress? Bin ich zu zartbesaitet?

Egal, was die Begründung ist, diese Fragen hinterlassen so viele wirre Flecken in meinem Kopf. Ich bin ein Gutmensch, ich möchte an das Positive im Menschen glauben, aber dieser Tage komme auch ich manchmal an meine Grenzen und habe das Bedürfnis, mich zurückzuziehen. Zum Glück fällt mir dann immer wieder ein, dass ich mit euch ja wirklich enorm viel Glück habe.

Aber trotzdem, der pochende Kopfschmerz bleibt.

Ich habe keine Antworten auf all die Fragen, ich kann euch keine Klärung bieten. Aber ich kann euch versichern: das alles beunruhigt mich und macht micht traurig. Vielleicht sollte man häufiger innehalten und sich vorstellen, dass man gerade nicht nur mit Marta Wackelpo schreibt, sondern mit einer Frau, die große braune Augen hat, zwei Kinder zu Hause und einen Nebenjob, die vielleicht gerade einen schlechten Tag hat und was auch immer. Auf jeden Fall: dass sie menschlich ist, so wie man selber. Und sollte man nicht stets den Anspruch haben, andere so zu behandeln, wie man selber behandelt werden möchte? Menschlich, mit Respekt, gerne auch freundlich?

Ist das wirklich so schwer?

Was meint ihr?

Ich glaube, ich komme jetzt besser zum Schluss, denn sonst kann ich gar nicht mit diesem Thema abschließen. Vielleicht sollte ich jetzt einfach ein bisschen lesen und dem Internet den Rücken kehren. Ich kann ja sicher sein, dass es noch da ist, wenn ich wiederkomme. Mit all seinen (Un-)Möglichkeiten.

Ratlos und ein bisschen traurig,

eure Emma

Buchmesse, Studium und co

Hallo meine Lieben!

Ich denke, es ist Zeit, euch mal wieder ein bisschen auf dem Laufenden zu halten. In den letzten Tagen und Wochen ist wieder sehr viel passiert, fast schon zu viel, und abgesehen von meinen gelegentlichen Werbeaktionen habe ich deshalb auch, was das schriftstellerische angeht, nicht viel geschafft.
Dafür sind aber einige wichtige Sachen geschehen!

Das Neueste zuerst. Ich habe es endlich getan und habe mir einen Steuerberater geholt. Was sowas angeht bin ich ja richtig doof.
Im wahrsten Sinne des Wortes.
Ich höre Steuern, Paragraphen und ein paar Zahlen und dann beginnt es schon in meinem Kopf zu rauschen. Klar könnte ich mich um den ganzen Kram selber kümmern, aber das würde mich sehr viele Nerven kosten. Und da ist meine Kosten-Nutzen-Rechnung dann defintiv Pro-Steuerberater!
Ich bin also nun offiziell selbstständiger Künstler. Da fühle ich mich doch gleich wichtiger 😀 Aber als eine liebe Freundin mich daraufhin gefragt hat, ob sie mich denn nun siezen müsste, habe ich dann doch recht unehrenhaft meine Zunge herausgestreckt…
Wenigstens weiß ich jetzt, dass alles in den richtigen Bahnen verläuft. Außerdem hat der gute Mann mir alles doch recht Blondi-freundlich erklärt, weshalb ich jetzt einen leichten Durchblick habe!

Tja. Dann war da noch die Buchmesse vergangene Woche. Schon als ich die ersten Schritte in diesen heiligen Hallen getätigt hatte, fühlte ich mich wie der letzte Hinterwälder. Alles war groß und beeindruckend und so… so viel.
Eine Erkenntnis konnte ich definitv aus diesem Tag ziehen: Ein Tag Buchmesse ist zu viel und zu stressig. Also, ein Tag inklusive An- und Abreise. So schön dieser Tagesausflug mit meiner lieben Wunschfamilie auch war, es war eine verdammt anstrengende Geschichte. Buchmessen werden zukünftig fest in meiner Jahresplanung vorkommen, allerdings dann nicht ohne Übernachtung(en).
Der Tag jedenfalls… abgesehen von der ein oder anderen Signatur eines Autors, einer nahezu überbordenden Reizüberflutung, was Bücher aller Art angeht, und einer Menge Flyer-, Lesezeichen- und Werbematerial, habe ich ein paar ganz liebe Menschen kennengelernt, die ich vorher nur aus dem Internet kannte und die ich nun auch nicht mehr wegdenken möchte!
Und ich habe mir sage und schreibe drei (3!!) Bücher gekauft – lach. Es sollten mehr werden, ging aber einfach nicht.
Es war jedenfalls ein eindrucksvoller Tag, ich habe vieles gesehen, vieles verarbeitet, viele Leute kennengelernt und noch mehr dazugelernt. Ich freue mich aufs nächste Mal, dann jedoch mit mehr Zeit im Gepäck!

Tja. Und was Sara angeht… da bin ich wirklich zufrieden. Der Verkauf läuft wirklich super und ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Mit einer solchen Welle hätte ich niemals gerechnet! Buch Nummer drei ist ja bereits in einem relativ fortgeschrittenem Zustand, ich bin verdammt gespannt, wie es mit dem so weiter gehen wird! 🙂

Na – und dann das Studium. Die Einführungswoche, liebevoll auch O-Woche genannt, war ja verhältnismäßig harmlos – abgesehen von der Kneipentour, aber das soll uns jetzt nicht weiter interessieren. 😀
Diese Woche hatte ich dann meine ersten Veranstaltungen, immerhin schon 5 von 8, die anderen beginnen erst in der kommenden Zeit. Was soll ich sagen. Es ist anspruchsvoll, viel Arbeit – aber es macht verdammt viel Spaß. Hoffen wir, dass es so bleibt, aber bei Veranstaltungen wie „Waldromantik“ und „Einführung in die Neuere Deutsche Literaturwissenschaft“, aber auch bei „Einführung in die Filmwissenschaft“ habe ich das Gefühl, wieder richtig gefordert zu werden! 🙂 Ich hoffe natürlich, dass ich zukünftig genug Zeit haben werde, weiterhin viel zu schreiben. Aber das wird alles schon irgendwie, da bin ich mir sicher!

Wie kann soviel Zeit vergehen? Wieso müssen die Tage so schnell an mir vorbeischießen, wenn ich doch eigentlich so viel zu tun habe? Ich habe mir in den letzten Wochen einen gewissen Bonus eingeräumt, habe bestimmte Dinge zurückgestellt (wie das Schreiben), doch zukünftig muss das natürlich alles irgendwie miteinander funktionieren. Daran werde ich nun feilen! Als Ausgleich zur Kopfarbeit habe ich immerhin mit dem Häkeln angefangen, was gerade abends sehr entspannend sein kann!

Habt ihr auch solche Ausgleichshobbys? Wie ist es euch so ergangen?

Nun ja. Ich versuche, euch zukünftig wieder regelmäßiger auf dem Laufenden zu halten.
Jetzt wünsche ich euch aber erst einmal ein wunderschönes Wochenende!

Erholt euch schön,

eure Emma

Liebster Award No. 2

Hallo meine Lieben! 🙂
Ich wurde mal wieder für den Liebster-Award nominiert, diesmal von der lieben Ninjaprooved.
Sehr gerne möchte ich ihre Fragen beantworten. Ich werde zwar keine elf weiteren Blogger nominieren, aber ich bin mir sicher, dass es trotzdem schön ist für uns alle, wenn ich hier mitmache und mich den elf Fragen stelle. 🙂

1. Wünschst Du Dir gerade, mich zu würgen für meine Nominierung?
Aber auf gar keinen Fall. Ich mag dich zu gerne, außerdem ist es absolut kein Problem für mich, deine Fragen zu beantworten. Ich hoffe nur, Du erwürgst mich nicht, weil ich keine weiteren Blogger nominiere! 🙂

2. Wenn Du einen Tag Zeit hättest, genau das zu tun was Du schon immer tun wolltest, was wäre das?
Puh. Das ist eine gute Frage. Da ich in letzter Zeit angefangen habe, das zu tun, was ich gerne tun will, könnte ich jetzt gar nichts explizit benennen. Eine super-langweilige Antwort, was?

3. Wenn Dir jemand Kapital und eine Chance geben würde auszuwandern, wohin wäre das? Oder wäre das nichts für Dich?
Dann würde ich nach Kanada auswandern. Warum? Schwer zu beschreiben, ich war nie dort, aber das Land fasziniert mich ungemein. Die Weite, die Landschaft, das wäre sicher sehr inspirierend für mich und mein Schreiben.
Oder Skandinavien.

4. Was bedeutet für Dich das Wort Freundschaft und gibt es einen Kodex für Dich?
Einen Kodex als solches könnte ich jetzt nicht benennen, aber generell bedeutet mir Freundschaft sehr, sehr viel. Ich habe wirklich wertvolle Freunde, die mir zur Seite stehen, wenn ich sie brauche. Dabei kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass Freundschaft nicht an Nähe gebunden ist; ich zähle Menschen zu meinem Freundeskreis, die in ganz Deutschland leben oder sogar über die Landesgrenzen hinaus! Internet und Medien machen es möglich. Ich habe meine Seelen-Familie in meinen Freunden gefunden und weiß, dass es immer jemanden gibt, auf den ich zählen kann. Andersherum ist es genauso, ich bin immer für meine Freunde da. Das wichtigste ist einfach: Zu wissen, dass man sich aufeinander verlassen kann.

5. Wenn Du im Lotto gewinnen würdest, was wäre das allererste was Du tun würdest?
Haha. In eine tolle, große Stadt fahren und shoppen. Hamburg, Berlin, vielleicht sogar London oder Amsterdam oder so. Hauptsache groß und toll und einfach mal nicht aufs Geld achten müssen. 🙂 Richtig flach und typisch weiblich.

6. Bist Du gemeinnützig tätig oder reicht Deine Gemeinnützigkeit bis zum Tür aufhalten im Kaufhaus?
Ich habe lange im Sozialen Bereich gearbeitet und habe in der Zeit viel getan. Nicht direkt gemeinnützig, aber immerhin. Während meiner Erkrankung habe ich mich aus derlei Tätigkeiten aber erstmal zurückgezogen, da genau das das Problem war. Ich habe mich zuviel um andere gekümmert und zu wenig um mich, da musste ich meinen Fokus erstmal verschieben.

7. Gibt es etwas was Du bereust getan oder  nicht getan zu haben?
Ich bereue es, nicht eher auf mich und meine Gesundheit gehört zu haben. Ich habe viel zu lange meine innere Stimme missachtet.

8. Hast Du irgendeine Art von Körperschmuck?
Jep, Piercings am Ohr. Insgesamt neun Stück, unter anderem normale Lobes, einen Forward Helix und einen Tragus. Ein Rook wird noch dazu kommen. 🙂 Ich hatte auch einmal ein Zungenpiercing, aber im Rahmen einer Zahnfleischentzündung musste ich es entfernen, zu schmerzhaft war es, und da war das Loch ratz fatz zu. Meine Eltern fanden das überhaupt nicht tragisch …

9. Was ist Deine Lieblingsblume oder Lieblingsbaum oder Busch oder so 😉
Ganz definitiv Orchideen. Davon habe ich auch insgesamt sechs Stück hier stehen, vier normale, zwei Wildorchideen. Irgendwie hatte ich nie einen grünen Daumen, aber mittlerweile bin ich doch ganz gut darin; habe sogar einen Ableger züchten können! Darauf bin ich echt stolz.

10. Hattest Du jemals einen Brieffreund?
Klar, früher in Kindheitszeiten schonmal und jetzt durch Facebook und meine liebe Facebook-Gruppe, die Bücherwürmer, wieder einige. Es macht echt Spaß, ganz klassisch Briefe zu schreiben, außerdem ist es wunderschön, wieder mehr Post zu erhalten, die über Rechnungen hinaus geht. Das sollten viel mehr Menschen machen – dann müsste auch die Post nicht regelmäßig das Porto erhöhen!

11. Bist Du froh das die Fragerei nun aufhört und werden wir weiter Freunde sein?
Haha. So schlimm war es nun auch wieder nicht. Hat doch Spaß gemacht! Klar bleiben wir Freunde, Sweetie :-*

So, das war es schon. Ich hoffe, die Antworten waren interessant für euch! 🙂
Demnächst werdet ihr mal wieder eine kleine Leseprobe von mir erhalten; gerade bin ich aber in der Post-Veröffentlichungs-Pause und freue mich einfach nur über die bombastischen Verkaufszahlen. Ich bin so stolz darauf, euch zu haben.Ich wünsche euch noch einen tollen Sonntagabend!

Eure Emma

Glückshormone-Flatrate

 

10716046_296246070579204_965719573_n

Ihr Lieben, es ist soweit!!!

Aaaaaaah, heute ist mein zweites Buch in den Handel gekommen!
Ich kann euch gar nicht beschreiben, wie aufgeregt und glücklich ich bin. Das erste Buch rauszubringen, das hat schon was. Alles macht man zum ersten Mal – vom Schreiben übers Überarbeiten bis hin zum Formatieren und Hochladen. Klar, das ist Adrenalin pur. Wochenlang beschäftigt man sich mit Werbestrategien, schwebt auf Wolke 7, freut sich über diesen ersten Erfolg.

Und dann juckt es wieder in den Fingern.

Wenn dann das zweite Buch online kommt… es ist wie eine Bestätigung. Wow, man hat es tatsächlich noch einmal geschafft! Es war nicht nur ein One-Hit, nicht nur der eine Versuch, der geklappt hat, der glücklich gemacht hat, aber irgendwann wieder im Winde verweht wie zerfaserte Herbstblätter. Nein, es ist eine Bestätigung, ein „Hallo, ich bin da, ich war da, ich bleibe da!“. Ein Nachdruck, um zu beweisen, dass man den richtigen Weg geht.

So fühle ich mich gerade. Es ist einfach nur Wahnsinn. In mir flattert alles, hüpft alles. Ich bin so unsagbar glücklich über diesen Schritt, der mich unweigerlich weiterführt auf meinem wunderbaren, weichen Weg, den ich für mich gewählt habe. Der Weg, der mich direkt in die glückliche Zukunft führt. Warum ich mir da so sicher bin? Nun, die Gegenwart macht mich ja bereits so glücklich, ich weiß einfach, dass es so weiter geht!

Ich habe mein zweites Buch veröffentlicht. Nächste Woche beginne ich mein Studium. Kann es etwas besseres geben?

Ich drücke euch ganz lieb und euphorisch,

eure Emma